Unsere Belletristik-Neuheiten im Herbst 2021

Neben unseren bereits vorgestellten Phantastik-Novitäten dürfen wir auf drei weitere Belletristik-Perlen hinweisen, die dieser Tage bei uns erscheinen und in ihrer Unterschiedlichkeit einen besonderen Erzählsound wie auch Nonkonformismus gespiegelter Lebenswelten ausweisen. Die Buchhändler weisen wir in diesem Zusammenhang auf unseren Menüpunkt „Infos für BuchhändlerInnen“ hin.

Ingo Munz „An der Guillotine“ (ISBN 978-3-948887-20-9, Hardcover mit Lesebändchen, 196 Seiten, 18,00€):

Mit feiner Feder nähert sich Ingo Munz in seinen Erzählungen Charakteren an, die es in dieser Dichte nur selten zu erleben gibt. Bisweilen entfaltet sich hintergründig der Schimmer einer Ironie, und immer auch wird eine Andeutung übrig bleiben in seinen Stoffen, die wir gar nicht auf dem Schirm haben: ein hochmütiger Schriftsteller in scheiternder Lesung vor hochmütigem Publikum; das von einem Geiger in seinen Bann gezogene Mädchen Alima, dessen Angst sich still aus dem Hintergrund nährt; das Blut im Lichthof eines Museums, das dem Künstler letzten Ruhm beschert; die letzten 24 Stunden des Killers von Montabaur, der mit einer absurd unvorstellbaren Katastrophe sein und das Leben vieler Anderer beschließt; eine skurrile Lesung direkt an einer Guillotine auf dem Markt einer eingeschlafenen Stadt.

Mit Leichtigkeit taucht Ingo Munz in verschiedenste Charaktere ein – dem eines Schriftstellers, eines Killers, eines Kurators -, um seinen Lesern kein Entkommen mehr zu bieten aus den Perspektiven seines fesselnden Erzählstroms. Die Andeutungen in seinen Erzählungen wiederum wandeln sich oftmals in Fragezeichen, die man nach der Lektüre mit in die Nacht nimmt. Um sich Tage später ein weiteres Mal am Entschlüsseln zu versuchen.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.Benjamin Schmidt „Mein Mann von unter der Brücke“ (ISBN 978-3-948887-27-8, Softcover, 156 Seiten, 15,00€):

„Glück war eine Falle. Eine Fata Morgana. Glück ließ Krebszellen wuchern. Verbrannte das Gehirn. Glück machte süchtig, wenn man es nur in Aussicht stellte. Glück bedeutete, anzunehmen, man würde fliegen, während man fiel. Glück war ein schönes Haus über einem unheimlichen Keller.“

Doreen fristet ein Leben in Erwartung auf ein festgeschriebenes Glück, doch sie wird immer wieder enttäuscht und ahnt nicht, wie nahe sie vor einem Zusammenbruch steht. Das ändert sich, als sie Theodor begegnet, einem Obdachlosen, den sie von der Straße stiehlt und der fortan die Rolle ihrer großen Lieben spielen soll. Das hat für Theodor durchaus seine Vorteile, nur gibt es da ein tief greifendes Problem…

Einmal mehr legt Benjamin Schmidt einen Roman vor, der Lesende in seiner Lebensdichte und Poesie in seinen Bann zieht.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.

Roland Adelmann „Die Zukunft stirbt zuerst“ (ISBN 978-3-948887-19-3, Softcover, 310 Seiten, 15,00€):

Atemlos ist der Erzählstil Roland Adelmanns, mit dem er einen tief Zug aus der Punkszene der Achtzigerjahre in einer Kleinstadt nahe der niederländischen Grenze nimmt, jetzt, jetzt, jetzt, und so reihen sich Gegenwärtigkeiten aneinander und bilden ein Panorama der Auflehnung, des Suffs, der Utopien und bisweilen auch eines harten Aufschlags.

Den Tag versaufen, auf Platte gehen, klauen, pöbeln, den nächsten Druck setzen … Nele, Jake, Lili, Krätze, Koma, Der Schweiger, Swen, Schorle und andere treiben durch die Zeit, scheren sich oft einen Dreck um Gesetz und geregeltes Leben, provozieren Elternhaus und lehnen Norm und postfaschistisches Spießertum ab. Während sich die einen immer mehr zwischen Sucht und Flatter verlieren und kaum am schmierigen Eddie vorbeikommen, wollen sich andere an Utopien wagen, dem Leben einen neuen Sinn geben, um sich nicht völlig zu verlieren.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.

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Neu auf YouTube: Teaser zu Benjamin Schmidts Roman „Mein Mann von unter der Brücke“

Einmal mehr legt Benjamin Schmidt mit „Mein Mann von unter der Brücke“ einen Roman vor, der Lesende in seiner Lebensdichte und Poesie in seinen Bann zieht. Nicht weniger fesselnd ist sein Teaser dazu, der an Elemente des „Suspense“-erinnert.

Zitat:

„Glück war eine Falle. Eine Fata Morgana. Glück ließ Krebszellen wuchern. Verbrannte das Gehirn. Glück machte süchtig, wenn man es nur in Aussicht stellte. Glück bedeutete, anzunehmen, man würde fliegen, während man fiel. Glück war ein schönes Haus über einem unheimlichen Keller.“

Doreen fristet ein Leben in Erwartung auf ein festgeschriebenes Glück, doch sie wird immer wieder enttäuscht und ahnt nicht, wie nahe sie vor einem Zusammenbruch steht. Das ändert sich, als sie Theodor begegnet, einem Obdachlosen, den sie von der Straße stiehlt und der fortan die Rolle ihrer großen Lieben spielen soll. Das hat für Theodor durchaus seine Vorteile, nur gibt es da ein tief greifendes Problem…

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Neuer Podcast: Radio Darkfire zur Veröffentlichung der 1. Edition Outbird-Compilation „Fenster zur Nacht“

Anlässlich der Veröffentlichung der 1. Edition Outbird-Compilation „Fenster zur Nacht“, dessen Erlöse der Stiftung Deutsche Krebshilfe zugute kommen, strahlte der Internetradiosender „Radio Darkfire“ am 04. 09. 2021 Interview und Werkschau mit einigen spannenden Anspielern der beinhalteten Stücke aus. Im Gespräch geht es neben der Entstehung der Edition Outbird insbesondere um die Initiation und Verwirklichung des Samplers (sowie um beteiligte KünstlerInnen), der in seiner Vielfalt einen Bogen zwischen gelesenen und vertonten Stücken, Soundlandschaften, Industrialparts und Songs spannt, aber auch um den „Literarischen Salon“ am 02. 10. 2021 im Leipziger „Noels Ballroom“.

Zur Aufzeichnung der Sendung geht es hier entlang, „Fenster zur Nacht“ kann im Verlagsshop unter diesem Link bestellt werden.
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5 Jahre Edition Outbird: „Fenster zur Nacht“ – erste Edition Outbird-Compilation erschienen

Lange lag dieses Projekt in der Schublade, bevor es Konturen annahm und letztlich in fruchtbarer Kooperation mit Symeon von Radio Darkfire und dem Autoren, Grafiker und Musiker Benjamin Schmidt das Licht der Welt erblickte. „Fenster zur Nacht“ heißt dieses auf 100 Exemplare limitierte Klangarchiv, dessen Erlöse ebenfalls der Stiftung Deutsche Krebshilfe zugehen werden.

14 Stücke aus dem direkten künstlerischen Umfeld der Edition Outbird bilden einen Spannungsbogen: trockener Humor, wispernde Lyrik, mysteriöses Hörspiel, emotionaler Dancefloor, aber auch sensibles Songwriting, verspielter Elektropop und düsterer, treibender Industrialsound von und mit Holger Muchs Musikprojekt Kelpy, Sergejewitsch meets Hähle, M.Kruppe, Licht.front, Ana Bogner, Pia Lüddecke, Krahn Murr, Klaus Märkert, Projekt Fieberherz und einigen mehr.

Die Compilation wird ausschließlich zum Literarischen Salon am 02. 10. 2021 in Leipzig sowie unter diesem Link in unserem Verlagsshop erhältlich sein. Zur Hörprobe geht es hier entlang. Ein alles andere als alltägliches Geschenk, wie wir meinen.
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5 Jahre Edition Outbird: Literarischer Salon & Releaseparty am 02. 10. 2021 in Leipzig

Unsere Edition Outbird wird sich nach einer allzu langen Off-Zeit und anlässlich ihres fünfjährigen Jubiläums mit einem handverlesenen literarischen sowie musikalischen Programm präsentieren, das zugleich Releaseparty für die erste Outbird-Compilation „Fenster zur Nacht“ (dazu in Kürze ausführliche Informationen) sein wird. Die Eintrittsgelder zum Salon sowie die Gewinne aus dem Verkauf der Compilation werden der Stiftung Deutsche Krebshilfe gespendet.


Unsere Salonprogramm:

Literarischer Salon im „Noels Ballroom“ / Kurt-Eisner-Straße 43 / 04275 Leipzig:

19.00 Uhr:

Ulrike Serowy liest aus „Wölfe vor der Stadt“

Eine halbverlassene Stadt, die nach und nach im Nebel versinkt. Helena, eine junge Künstlerin, führt darin ein zurückgezogenes Leben. Da machen Gerüchte die Runde: Die Wölfe sollen zurückgekehrt sein und um die Stadt streichen. Helena selbst wird von bösen Ahnungen geplagt und von Träumen heimgesucht, die nicht ihre eigenen sind. Sie lernt Johannes kennen, der so verloren scheint wie sie. Aber Johannes trägt ein Geheimnis in sich, das sie beide an den Rand des Daseins bringen wird. – Ulrike Serowy wird die Spannung, die der Plot dieses im Frühjahr 2022 erscheinenden Romans bis zum Zerreißen aufbaut, ins Publikum tragen.

19.30 Uhr:

Akustikset mit Ana Bogner

Ana Bogner ist Musikerin und Klangkünstlerin. Ihre künstlerischen Inhalte kreisen um das Thema des imaginären Raums: poetische Realitäten als Zustand des menschlichen Bewusstseins. Sie arbeitet sowohl kompositorisch als auch installativ – architektonisch. Sie schichtet Sphären, träumt von utopisch-urbanem Ambiente, gebaut auf ätherischer Unbeschwertheit, in der Geschichten schweben. – Ana Bogner ist mit ihrem Stück „Oh my friend“ auf der Outbird-Compilation vertreten.

20.00 Uhr:

Roland Spranger liest aus „A Kind Of Blue

Lakonische Verlierer, die es mit dem Gesetz und der Realität nicht so genau nehmen. Pizza-Lieferanten, die den Glauben an Pizza verloren haben. Typen, die vom Leben zermatscht wurden, und nichts wollen als ein bisschen Würde – oder noch besser: Rache. Die schrägen Charaktere in Roland Sprangers Short Stories könnten unsere merkwürdigen Nachbarn sein, wie sie absurde Saufgespräche führen, schwer verkatert ins Stockholm-Syndrom reinschliddern, auf Crystal durchdrehen oder dagegen ankämpfen, verloren zu gehen. Der ein oder andere Mord ist nur konsequent. Und können Baukräne eigentlich Sex haben? – Mit trockenem, fränkischem Schalk wird Roland Spranger den Begriff „schwarzen Humor“ neu ausloten.

20.45 Uhr:

Hörspiel „Geister“ mit Pia Lüddecke und Ernest

Im Schauerroman ›Geister‹ geht es um den jungen Horrorfilmfan Tom, der 1999 ins Ruhrgebiet zieht und hier den geheimnisvollen Juri kennenlernt. Wer sind die unheimlichen ›alten Herrschaften‹, mit denen Juri in einer verfallenen Villa haust? Und was hat es mit der sagenhaften blauen Blume auf sich, die ihrem Finder unermesslichen Reichtum bescheren soll? An düsteren Schauplätzen entspinnt sich ein schwarzromantisches und skurriles Abenteuer. Autorin Pia Lüddecke und Musiker Ernest lesen aus dem Schauerroman Geister. Dazu sorgt Ernest mit Instrumentalstücken und Soundeffekten für Atmosphäre. – Ein Auszug des Hörspiels ist auf der Outbird-Compilation vertreten.

21.15 Uhr:

Ingo Munz liest aus „An der Guillotine“

Klaus Märkert schreibt über diesen im Oktober erscheinenden Erzählband: „Wollte man mithilfe eines Songs die Grundstimmung beschreiben, welche den nachfolgenden neun Erzählungen des Essener Autors Ingo Munz eigen ist, so würde ich ohne Zögern „who will light the fire“ des 2003 verstorbenen amerikanischen Folk- und Countrysängers Johnny Cash auswählen, wo es im Refrain heißt: „Who will light the fire that will carry you away into the darkness where you gonna stay.““ – Mit intelligenten Winkelzügen und einem feinen Händchen für erzählerische Perlen über des Lebens Patina folgt Ingo Munz dem Grundprinzip „Liberté, Égalité, Fraternité“ dieses Buches.

21.45 Uhr:

Liveset mit den „Gruftschlampen“

Wer ein bisschen Wahnsinn und Extravaganz schätzt und ein musikalisch schwarzes Herz sein Eigen nennt, wird das Liveset der Berliner „Gruftschlampen“ genießen. Die skurrilen Klangwelten und die unheimlichen Klagelieder der Gruftschlampen sprechen für sich und beweisen ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit und Spielfreude. – Die „Gruftschlampen“ werden den Literarischen Salon beschließen und sind mit ihrem Stück „Allerseelen“ auf der Outbird-Compilation vertreten.
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Moderieren wird den Abend M.Kruppe. Zum Salon wird es einen Verkaufstisch mit Büchern, der Compilation und weiteren schönen Dingen geben.
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Corona-Info:

Wir bitten um Verständnis, dass nur Getestete, Genesene und Geimpfte teilnehmen können (Nachweis am Einlass bitte vorlegen) und eine medizinische Maske mitzubringen ist.

Sollte die physische Veranstaltung wider Erwarten ausfallen, wird es einen virtuellen Live-Salon auf unserem YouTube-Kanal geben. Für den Fall kannst Du die Erstattung des Tickets verlangen oder den bezahlten Preis als Spende für die Stiftung Deutsche Krebshilfe bereitstellen.
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Tickets:

Zu den Tickets bitte hier entlang.
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Neu auf YouTube: Lesespot mit Benjamin Schmidt – „Schon immer ein Krüppel“

„… Ich spüre, wie sich mein Aggregatzustand verändert, wie ich mich im Getriebe der Menschheit nach und nach auflöse, wie ich zum Funktionsträger werde …“ Schonungslos und direkt führt Benjamin Schmidt seine HörerInnen auf unserem neuen YouTube-Video ins Innere seines Romans „Schon immer ein Krüppel“.

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Aktuelle Buchbesprechungen

Wir freuen uns über neue Buchbesprechungen, von denen wir Ihnen gern eine Auswahl anzitieren, und bedanken uns bei den VerfasserInnen ganz herzlich:

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Benjamin Schmidts „Schon immer ein Krüppel“

Das Geraer „07Stadtmagazin“ schreibt:

„… Mit feiner Ironie und schwarzem Humor, teils drastischer, zumeist lakonischer Sprache und überaus bildhaft zeichnet er als Ich-Erzähler das Bild eines Jugendlichen, der nach einem Unfall als Spät-Teenager querschnittsgelähmt im Rollstuhl landet und sich trotz vieler Rückschläge wieder ins Leben zurückkämpft. Schmidt schreibt schonungslos offen und lebensnah von Verhältnissen in der Psychiatrie, von Vorurteilen und Denkbarrieren, vom Umgang mit „gesunden“ Menschen, von Sex im Rollstuhl, von Liebe und tiefer Freundschaft – und darüber, welche Rolle Dichtkunst und Musik auf dem Weg zurück spielen. Ein Bestseller ist das von Franziska Appel illustrierte Buch (noch) nicht, aber es fesselt – vom ersten bis zum letzten Wort.“

Hier geht es zu den kompletten Rezensionen.

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Mona Krassu „Falsch erzogen“

Peter Wawerzinek schreibt:

„… Das gesamte Buch durchweht ein erfrischender Wind von Widerstand. Es fällt mir keine besseres Wort als der Begriff „gänsehautnah“ ein, um Denken und Fühlen als so nahegehend wie in diesem Buch zu benennen. Wir erleben den inneren Aufruhr vor dem fälligen Ausbruch. Die letzte heftige Grundstimmung lässt uns gern erahnen, mit welcher großen Gelassenheit dann zur Tat geschritten werden wird. Man ist im besten Sinne von der Berichterstattung mitgefangen genommen. Was für das Buch spricht, ist die Tatsache, dass man mit dem Beginn der Lektüre aus seiner eitlen Leserposition heraus ins Geschehen hinein katapultiert, sofort ein Familienmitglied ist. Ich wechselte als ihr Leser gern und bereitwillig mit Mona Krassu in alle von ihr aufgezeigten Handlungsverläufe hinüber. Ich hielt mich so gern in diesem Roman auf, der mit dem Fall der Mauer plötzlich, aber gar nicht unerwartet aufhört. Mir war nach dem Lesen, als befände sich die gesamte Literaturwissenschaft auf dem Hohlweg, wenn sie weiter wie bisher eifrig nur immer nach dem Nachwenderoman fahndet …“

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M. Kruppes „Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung“

Leserin „Lottchen“ schreibt:

„Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut und diese Woche lag es endlich im Briefkasten. Es ist nicht wirklich groß, nur 110 Seiten, liegt dafür aber sehr gut in der Hand. Das Cover gefällt mir und passt zu den Texten. Man sieht M. Kruppe mit einer Zigarette in der Hand und wie die Geschichten förmlich aus seinem Kopf herausschießen. Die Farben sind eher schlicht gehalten, was die Atmosphäre, in der die meisten Texte spielen, gut darstellt. Es handelt sich nämlich nicht um bunte, phantastische Geschichten, aber um die reine Realität, um gescheiterte Existenzen und die Schonungslosigkeit des Lebens.

Das Buch besteht aus einer Mischung von kurzen Prosatexten und Lyrik. Einige sind nur eine Seite lang, trotzdem hinterlassen auch sie einen tiefen Eindruck. Das hat sehr viel mit Kruppes Schreibstil zu tun. Er weiß, welche Wörter er benutzen soll, um die Leser zu berühren, um eine Situation so darzustellen, dass man das Gefühl bekommt, dass man mittendrin ist, dass man spüren kann, wie die Protagonisten sich fühlen. Die treffenden Illustrationen von Holger Much verstärken das Ganze.

[…]

‚Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung‘ hat auf mich einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Texte haben mich sehr berührt und werden mich noch eine Weile beschäftigen. Es ist großartig, wie Kruppe es schafft, aus Alltagssituationen kleine literarische Meisterwerke zu machen. Ein Buch, das man sich wirklich nicht entgehen lassen darf!“

Tilly Domian schreibt:

„Gestern bekommen, heute rein gelesen und direkt angefixt. Ehrlich, ohne Schnörkel, klar. Kruppe eben. Vermutlich hab ich es noch heute durch, aber es wird eines der Bücher sein, die man immer wieder liest… Chapeau Ronny Müller! Und das zauberhafte Vorwort und die Illustrationen von Hol Ger runden das Bild hervorragend ab. ❤️“

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Arne Ulbricht „Schilksee 1990“

Die „Kieler Nachrichten“ schreiben:

„… So entfaltet sich auf 259 Seiten „Schilksee 1990“ ein grundgesunder Generationenkonflikt: „Die Diskussionen verschärften sich und erreichten einen neuerlichen Tiefpunkt, dem weitere Tiefpunkte folgten.“ In einer Szene hingegen meldet sich nachts die Polizei am Telefon, weil die Tochter in sehr betrunkenem Zustand erwischt wurde, nachdem sie die Reifen eines nach ihrer Meinung viel zu dicken Autos zerstochen hat. Es folgt große elterliche Aufregung, aber auch das insgeheime Eingeständnis, dass man sich früher auch solche Sachen geleistet hat. Überhaupt vermittelt das Buch eine je nach Betrachtungsweise ernüchternde oder beruhigende Botschaft: Die Jugendlichen von heute und von 1990 befinden sich „in völlig anderen Welten“, sagt Ulbricht, „aber was sie erleben, ist im Grunde doch sehr ähnlich“. …“

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Klaus Märkert & Myk Jung „Tot bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist.“

Der „Sonic Seducer“ schreibt:

„… Dass Märkert einen sehr feinen, trockenen Humor hat und Jung ein Schwelger in prallsten Sprachbildern ist, bekommt man hier gerade exemplarisch vor Augen geführt. Man erfährt in einer halb autobiographischen, halb fiktiven Geschichte, wie Jung seinen Job als Sexsymbol und Stil-Ikone vom Arbeitsamt vermittelt bekam – weil es für eine Karriere als Modezar nicht reichte. Und Märkert erzählt von einer merkwürdigen Ehe mit einer noch merkwürdigeren Mary, die dem spießigen Versicherungskaufmann Müller erst die prächtigsten Aussichten beschert, ihn dann aber doch nur um Geld und seinen Ferrari prellt. So findet sich eine Fortsetzung des Leseklassikers „Der Tote mit dem Tic Tac in der Nase“ unter den Geschichten, ebenso wie das Original und die Fortsetzung von „Paint It Black“. Wenn die beiden nicht von selbst wieder zusammengefunden hätten, man müsste sie gemeinsam einsperren, damit sie mehr solcher Geschichten schreiben.“

Hier geht es zu den kompletten Rezensionen.

Vielen herzlichen Dank!
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„Inklusiv bedeutet ja nur, die Vielfalt und Heterogenität unserer Gesellschaft als grundlegend wahrzunehmen.“ – Benjamin Schmidt im Interview zu „Schon immer ein Krüppel“

„Unlängst erschien in der „Edition Outbird“ mit Buch #33 Benjamin Schmidts neuaufgelegter, aktualisierter Roman „Schon immer ein Krüppel“ (aktuell im Verlagsshop mit gratis Postkartenset erhältlich). Wie der Titel erahnen lässt, handelt es sich um Benjamins ureigene Auseinandersetzung mit dem Tag Null, ab dem er vor der Herausforderung stand, sich als nunmehr Querschnittsgelähmter in dieser Welt zurecht zu finden. In einer Welt, in der plötzlich jede Menge – innere wie äußere – Barrieren auftauchten, von der man als gesunder Mensch oftmals nichts mitbekommt. Möglicherweise, weil man sie ausblendet.

Benjamin, was war damals der Grund, überhaupt dieses Buch zu schreiben? Ein Ventil? Sensibilisierung?

Während meiner Rehabilitation hatte ich das Gefühl, dass Selbstbetrug für viele eine anerkannte Methode zur Verarbeitung einer Behinderung darstellt. Ich schreibe, wenn ich eine Geschichte habe, und Geschichten hatte ich damals viele. Zu erleben, was ich während dieser Zeit erlebt habe, hat ja nun nicht gerade jeder das Vergnügen. Außerdem war ich oft einsam, hatte viel Zeit zum Nachdenken … besondere Lebensumstände, Einsamkeit und Raum für die eigene Gedankenwelt, wann wäre der Zeitpunkt besser, ein Buch zu schreiben? Warum es gerade dieses Buch werden sollte? Meine Methode, diese besonderen Umstände zu verarbeiten war Selbstreflexion. Ich habe meine Gedanken dazu in dieser Geschichte ein Stück weit offengelegt und nachvollziehbar gemacht. Ich wollte nichts mehr schönreden, dabei aber die Schönheit nicht außer Acht lassen. …“

Buch im Verlagsshop: Bitte Bild anklicken.

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Emily Schmidt, Edition Outbird
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Neu erschienen: Benjamin Schmidts „Schon immer ein Krüppel“


Vor wenigen Tagen ging Benjamin Schmidts grundlegend überarbeiteter, um exklusive Szenen ergänzter und mit Illustrationen von Franziska Appel verfeinerter Roman „Schon immer ein Krüppel“ aus der Druckerei bei uns ein. „Schon immer ein Krüppel“ ist schonungslos, bisweilen verstörend offen und zeigt seinen LeserInnen auf, wie schnell das eigene Leben ganz anders aussehen kann und wieviel Kraft, Zuversicht und Arbeit es mit sich bringt, sich als nunmehr körperlich behinderter Mensch mit all den hinzukommenden neuen Herausforderungen zu arrangieren. Ganz nebenbei zeigt Benjamin Schmidt Einblicke in seine Jugend, seine Szene und sein verletzliches Wesen auf.

Die ersten BestellerInnen erhalten zum Roman kostenlos ein Kunstpostkartenset dazu; das Buch ist hier in unserem Verlagsshop zu finden. Wir wünschen berührende Lesemomente!
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Zum Aktionstag Behinderung: Unsere Inklusionstitel

Anlässlich des heutigen „Europäischen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ – kurz: „Aktionstag Behinderung“ – dürfen wir auf unsere Verlagstitel hinweisen, die sich dem Themenkomplex der Inklusion, und damit über gleichberechtigte Teilhabe und Selbstbestimmung körperlich beeinträchtiger Menschen hinaus, widmen. Belletristik, die sich vielfältig und spannend Erlebenswelten und Stoffen um Blindheit, Depression und Psychiatrie (Jennifer SonntagSeroquälmärchen„), häusliche Gewalt gegen einen Mann (Tami WeissenbergDarjeeling Pur„), Inhaftierte (Corina GutmannKopfkino„), Sexualität und Behinderung (Franziska Appel & Benjamin SchmidtFuck[dis]Ability“ oder inkomplette Querschnittslähmung (Benjamin Schmidt „Schon immer ein Krüppel„) widmet.

Neben diesen bereits erschienenen Titeln sind für dieses Jahr zwei weitere in Vorbereitung: „Geschichten aus einer anderen Welt“ von Herausgeberin Lisa Swietek mit Texten Inhaftierter aus der Sicherheitsverwahrung sowie „Grenzverluste“ von Manuela Staschke-Sautter, einer Kurzgeschichten- bzw. Stilllebensammlung psychischer Erkrankungen und Konfliktherde. Die Kurzbeschreibung beider Bücher können Sie diesem Link entnehmen.

Mit dem Kauf und der Lektüre dieser Bücher bekommen Sie nicht nur fesselnde Einblicke in Romanstoffe, Prosa und Lyrik, die nach wie vor eine gesellschaftlich vernachlässigte Wahrnehmung erfahren, Sie unterstützen damit auch direkt deren AutorInnen. Unter diesem Link gewinnen Sie eine Übersicht über unsere Inklusionstitel im Verlagsshop – wir freuen uns, Sie als neue LeserInnen begrüßen zu können!
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