Festival „Endlichkeitsdialoge“ – ein Rückblick

Das Benefiz-Festival „Endlichkeitsdialoge“ im Leipziger Werk 2 am vergangenen Totensonntag, dem 23. 11. 2025,  ist Geschichte. Knapp einhundertsechzig zahlende Gäste, ein großartiges Teamwork zwischen Werk 2, Institut Perimortal, dem Haus Leben e. V., der Sargbar von Death Positiv aus Linz und unserem Verlag, ein Feuerwerk unter die Haut gehender Auftritte und Vorträge der KünstlerInnen und Fachleute, eine unfassbare Summe von ersteigerten 1275,00 € und unzählige positive Feedbacks aus Publikum und beteiligten Teams heraus.

Dem Haus Leben e. V. gehen in Kürze 2625,00 € als Spende zu; darüber hinaus wurden Direktspenden in Höhe 1063,50 € sowie Gagenspenden in Höhe von 470,00 € geleistet, Kunstwerke für die Versteigerung gestiftet, Ticketgebühren erlassen, Werbemittel und deren Verteilung gesponsert und seitens des Werk 2 ein Entgegenkommen geleistet, so dass alles in allem weit über 4000,00 € für die Realisierung des Festivalziels – der Unterstützung der Leipziger Krebsberatungsstelle Haus Leben e. V. – gespendet wurden.

Unser ganz herzliches Dankeschön gilt neben dem wunderbaren Publikum allen KünstlerInnen und Fachleuten, die die „Endlichkeitsdialoge“ mit ihren Lesungen, Konzerten, Vorträgen bereicherten oder Kunstwerke und Bücher für die Versteigerung stifteten, den Teams vom Haus Leben e. V., dem Institut Perimortal und Death Positiv, den Medienleuten, die einen Blick darauf warfen, M. Kruppe und Kathrin Schreier für Bühnen-Orga und Moderation, Verena Brunnbauer von Death Positiv und Christian von Aster für den Vollbluteinsatz bei der Versteigerung, den unzähligen BuchkäuferInnen und positiven Feedbacks, der Gangart GmbH für die Werbemittelverteilung, Tixforgigs für die erlassenen Ticketgebühren, meinen Eltern für ihr Werbemittelsponsoring, Tilly Domian für die fotografische Dokumentation des Festivals, Claudia Lasslop für Pressearbeit und Backstagebetreuung, David Gray für Pressearbeit sowie Silke, Marcel und Claudia für die Unterstützung vor Ort und am Einlass. Und allen, die hier sträflicherweise eventuell vergessen wurden.

Unser persönliches Dankeschön gilt Maria Förster, Leiterin des Instituts Perimortal, für die unkomplizierte, freundschaftliche und professionelle Zusammenarbeit – direkt und im Team mit M. Kruppe und Kathrin Schreier.
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Medienresonanzen zu Ulrike Serowy & Pia Lüddecke

Gleich zwei reichweitenstarke Medienresonanzen gab es in den vergangenen Tagen zu vermelden, und zwar seitens des WDR sowie des Podcasts „Eine Geschichte der Stadt Köln“:

In der „Homestory“ der WDR Lokalzeit Dortmund gaben Pia Lüddecke und Ernest Einblicke in das Leben in den achthundert Jahre alten, geheimnisumwobenen Mauern von Schloss Bladenhorst. Mauern, in denen Pia Lüddecke gemeinsam mit Ernest unweigerlich die wildesten Ideen für ihre Romanplots und Livehörspiele kommen.

Im Podcast „Eine Geschichte der Stadt Köln“ wurde vor wenigen Tagen Ulrike Serowys „sehr eindrucksvolle“ Novelle „Im Schutzraum“ mit einem „bedrückenden und zugleich fesselnden Stoytelling“ vorgestellt. Die Buchbesprechung ist gleich am Anfang des Podcasts zu finden.

Wir sagen Dankeschön!

Bildnachweise: Eberhard Kamm, Diana Lim, Sandra Tilmans
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„Im Schutzraum“ – Ulrike Serowy im Interview

Anlässlich von Ulrike Serowys aktuell erschienener Novelle „Im Schutzraum“ führte Sabrina Siebert unlängst für ihren Literaturblog „Swapnix Bücherschatztruhe“ ein Interview mit der Kölner Autorin:

Sabrina: Liebe Ulrike, nach dem du 2022 mit „Wölfe vor der Stadt“ eine sehr ruhige, düstere, aber eingängige Geschichte veröffentlichtest, weisen „Highway to Hel“ und „Im Schutzraum“ ganz andere stilistische Elemente auf. Was würdest Du sagen, hat zu dieser Entwicklung geführt?

Ulrike: Du hast Recht, die Geschichten sind sehr unterschiedlich, sowohl was die Form als auch was den Inhalt angeht. Und du hast Recht, natürlich entwickelt sich mein Schreiben, aber es entwickelt sich nicht fortlaufend in eine bestimmte Richtung; im Grunde schreibe ich immer so, wie es die jeweilige Geschichte verlangt. Das kann man skurril-gruselig sein, romantisch-verträumt oder auch dystopisch-finster, so wie bei „Im Schutzraum“. Mir kommen Ideen zu ganz unterschiedlichen Geschichten, und es ist gut möglich, dass mein nächstes Buch im Ton wieder ganz anders ist – oder sich vielleicht auch an einem seiner Vorgänger orientiert; eben je nachdem, was mir für die Geschichte, die erzählt werden will, am passendsten erscheint.

Sabrina: Du hast ja zwischenzeitlich auch bei anderen Verlagen veröffentlicht, wie sind diese Bücher stilistisch einzuordnen?

Ulrike: Beim House of Inkantation sind unter anderem meine Erzählung „Heimkehr“ und mein Lyrikband „Träume und Gespenster“ erschienen. Wie genau man „Heimkehr“ einordnen würde, kann ich gar nicht genau sagen – vielleicht als neoromantische, vielleicht auch als neosymbolistische Novelle. „Im Schutzraum“ dagegen ist zwar ebenfalls eine Novelle, aber hier passt vermutlich die Bezeichnung „postmodern-dystopisch“ besser. Aber wie du siehst, bin ich keine Expertin darin, diese Dinge eindeutig zu benennen.

Sabrina: Manche hast du nicht allein geschrieben, wie kam es zu den Zusammenarbeiten und wie unterscheiden sich diese Bücher von denen, die du allein veröffentlichtest?

Ulrike: Geschrieben habe ich die Bücher schon alleine, aber es gab Kollaborationen auf anderen Ebenen. So hatte mich die Kölner Black-Metal-Band Beltez gefragt, ob ich eine Geschichte zu ihrem Album schreiben wollte. Daraus ist eine wunderbare Kooperation entstanden, aus der meine Geschichte „Black Banners“ bzw. auf Deutsch „Die Festung“ und das Album „A Grey Chill and a Whisper“ hervorgegangen sind. Eine weitere Kooperation war die EP „Fensterverse und Nachtgespinste“, auf der Mosaic aus Thüringen einiger meiner Gedichte auf sehr eigenwillige, eindringliche Art vertont haben.

Sabrina: Was ist für dich das Besondere an lyrischen Texten?

Ulrike: Dass sie Sprache ganz anders verwenden als Prosatexte. Lyrik ist das Ausdrucksmittel der Wahl, wenn man eine Emotion, einen Eindruck oder auch eine Aussage mit großer Eindrücklichkeit vermitteln will, mit weniger, aber besonders sorgfältig gewählten Worten. In Lyrik ist Sprache in höchstem Maß verdichtet, zuweilen auch gebunden (wobei reim- und versgebundene Dichtung noch immer eher einen schweren Stand hat, soweit ich das überblicken kann).

Sabrina: Auch die Musik begleitet dich nun schon seit geraumer Zeit, würdest du sagen, dass sich Musik und Schreiben gegenseitig beeinflusst, und falls ja, wie?

Ulrike: Musik inspiriert und sie kann helfen, eine Stimmung zu erzeugen oder zu vertiefen. Auch kann das Schreiben Musik um die Worte ergänzen, die sie nicht hat, es kann den ungesagten Sehnsüchten, Schmerzen und Rätseln der Musik einen konkreten Ausdruck geben. Deswegen liebe ich Kooperationen mit Bands und Musikern so und bin immer offen für Projekte, die Musik und Literatur miteinander verbinden.

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Sabrina: Mit der Novelle „Im Schutzraum“ hast du etwas ganz Neues geschaffen. Was hat dich dazu inspiriert, und wie ging es dir beim Schreiben?

Ulrike: Die Inspiration zu „Im Schutzraum“ kam von dem Ort, an dem sie spielt – dem Zivilschutzraum in Köln, in der U-Bahn-Haltestelle Kalk-Post, der im Kalten Krieg eingerichtet wurde. Dieser Schutzraum wird auch „Atombunker“ genannt, obwohl es kein richtiger Bunker ist, also nicht vor einer Atombombenexplosion selbst schützen könnte, sondern nur vor deren Folgen. Die Idee hinter diesen Raum war, dass im Falle eines Angriffs die Passanten von der Straße in den Schutzraum fliehen und dort Schutz vor der atomaren Kontamination finden sollten. Ich habe diesen Schutzraum im Zuge mehrerer Führungen besichtigt und war erschüttert davon, wie bürokratisch-durchreguliert und doch vollkommen dysfunktional dieser Ort ist. Am Ende der Führungen waren wir Besucher uns ziemlich einig, dass wir im Fall des Falles doch lieber draußen wären als drinnen…
Was diesen Ort so beklemmend macht, habe ich in der Geschichte verarbeitet, und ich habe die Idee weitergesponnen, wie es wohl wäre, wenn wirklich auf einen Schlag mehrere hundert einander fremde Menschen in einem unterirdischen Komplex eingeschlossen würden. „Im Schutzraum“ ist dabei keine Horrorstory, in der gemetzelt und zerfleischt wird, denn es ging mir eher um die Mechanismen von Gehorsam und Kooperation, und um die Frage, wie weit sich verordnete Notwendigkeiten und eigenes Unrechtsbewusstsein miteinander vereinen lassen. Um den Leser mit dieser Frage zu konfrontieren, habe ich für „Im Schutzraum“ die Du-Perspektive gewählt, so dass man sich mitten in der Geschichte wiederfindet und immer wieder mit dieser Frage konfrontiert sieht: „Was würdest du tun?“

Sabrina: Kannst du uns etwas über zukünftige Projekte verraten, schriftstellerische sowie musikalische?

Ulrike: Gerne – es wird, vermutlich nächstes Jahr, eine Neuauflage der Novelle „Heimkehr“ geben, dieses Mal mit eigens dafür komponierter Musik. Außerdem sammle ich Ideen für und schreibe an verschiedenen Projekten, zum Beispiel einer Fortsetzung von „Highway to Hel“!

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Sabrina: Abschließend wüsste ich gerne noch, bei welchen Events wir dich lesen hören und treffen können.

Ulrike: Als nächstes werde ich neben anderen AutorInnen der Edition Outbird auf dem Gothic Literature Festival im wunderschönen Bacharach sein; danach steht am 08. November die Premierenlesung von „Im Schutzraum“ im Buchladen Kalker Hauptstraße in Köln an. Am 23. November bin ich dann im Werk 2 in Leipzig beim Festival „Endlichkeitsdialoge“ dabei, wo ich aus „Highway to Hel“ lese, und am letzten Novemberwochenende findet in Köln der Dark Daze Market statt, wo ich mit meinen Büchern sein und auch aus „Im Schutzraum“ lesen werde. Und im nächsten Jahr geht es dann natürlich weiter.

Sabrina: Liebe Ulrike, ich bedanke mich herzlich für dieses Interview und die spannenden Hintergründe zu deinem Schaffen!

Ich danke dir für die Gelegenheit!

Das Interview erscheint unter anderem auch auf Blackmetal.at. Wir bedanken uns ganz herzlich!
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Festivals unter Freunden #2: „Gothic Literature Festival“ vom 30. 10 – 02. 11. 2025 in Bacharach

 

Nummer Zwei der bevorstehenden Festivals, die befreundete PartnerInnen der Edition Outbird organisieren und veranstalten, ist das „Gothic Literature Festival“ im wunderschönen Bacharach am Rhein, welches zum nunmehr dritten Mal stattfinden wird. Zwischen Burgruinen, Weinbergen und dem Rhein entfaltet sich in Bacharach die Welt der Schwarzen Romantik. Das Gothic Literature Festival widmet sich sowohl der Schwarzen Romantik und ihrer literarischen Tradition als auch zeitgenössischer Gothic Literatur und lädt dazu ein, in Lesungen, Vorträgen und künstlerischen Inszenierungen den Zauber und die Schattenseiten dieser Epoche zu erleben. Hier verschmelzen Literatur, Musik und Geschichte mit der einzigartigen Atmosphäre der Rheinromantik – ein Festival, das gleichermaßen zum Staunen, Nachdenken und Träumen einlädt.

Wir freuen uns, in die Programmplanung involviert gewesen zu sein. Unter anderem werden zu erleben sein: Pia Lüddecke & Ernest mit ihrem Livehörspiel „In Dreams“, Klaus Märkert mit „All das wurde wahr, was eigentlich gar nicht wahr war“, Florentine Joop mit Auszügen ihrer beiden mit Holger Much veröffentlichten Märchen „Und wenn wir nicht gestorben sind…“ und „So weit die Flügel tragen…“ sowie Ulrike Serowy mit ihrem in der Edition Adebar erschienenen Lyrikband „Träume und Gespenster“.

Zahlreiche Lesungen finden in der beeindruckenden Peterskirche Bacharach statt. Programminfos und Tickets sind auf der Veranstalterwebsite erhältlich. Es wird vor Ort einen Büchertisch mit einer schönen Titelauswahl aus unserem Verlag geben.
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Festivals unter Freunden #1: „Endlichkeitsdialoge“ am 23. 11. 2025 in Leipzig

Für die kommenden Monate gibt es vier Festivals zu vermelden, die entweder befreundete PartnerInnen der Edition Outbird mit einigen AutorInnen aus auch unserem Verlag veranstalten oder an deren Planung wir direkt beteiligt sind. Auftakt einer kurzen Vorstellung gibt das Benefiz-Festival „Endlichkeitsdialoge“, welches am 23. 11. 2025, dem diesjährigen Totensonntag, im Leipziger Werk 2 stattfindet. Für die „Endlichkeitsdialoge“ begrüßen wir Sarah Lesch, Christian von Aster, Luci van Org, Dr. Marcus Schwarz sowie Benjamin Schmidt und Ulrike Serowy auf der Bühne. Zur Realisierung des Festivals sind wir in ein wunderbares Teamwork mit dem Institut Perimortal, dem Haus Leben e. V., dem Werk 2 sowie der freien Trauerrednerin Kathrin Schreier und dem Leipziger Autoren, Veranstalter und Rezitator M. Kruppe eingebunden.

Ziel des Festivals ist es zum Einen, für den Erhalt des Haus Leben e. V. als Beratungseinrichtung für Krebsbetroffene und deren Angehörige einzutreten, zum Anderen, eine Brücke zwischen bester Unterhaltung und dem Ausloten dessen zu schlagen, was den Tod mit all seinen Facetten überhaupt ausmacht. Wir wollen Literatur und Musik in Dialog mit diesem Themenkomplex treten lassen, die ein oder andere humoristische Seite dafür beleuchten und auch Licht, Hoffnung und Lebendigkeit zum Gegenstand der Endlichkeitsdialoge machen. Zu Line-Up, Rahmenprogramm und Tickets geht es hier entlang.

Alle Gewinne der Veranstaltung kommen dem Haus Leben e. V. zugute. Unser Dankeschön gilt den Teams von Tixforgigs, das einen gebührenfreien Ticketerwerb ermöglicht, sowie Gangart, die eine weiträumige Werbemittelverteilung in Leipzig sponsert.
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Unsere Herbstneuheit #1: „Im Schutzraum“ von Ulrike Serowy

Ulrike Serowy läutet mit ihrer Novelle „Im Schutzraum“ den Auftakt unserer Herbstneuheiten ein: „Atomkrieg. Ab in den Schutzraum! In die U-Bahnstation, die bis eben noch ganz gewöhnlich wirkte, wo du nun aber Zuflucht suchst. Jetzt bist du in einer geheimen Anlage unter dem Asphalt – nüchtern, zweckmäßig, von beklemmender Enge. Wie ist es mit über zweitausend Menschen auf engstem Raum, wo schäbige Charaktere ihre Macht missbrauchen, wo Zwang und Überwachung jede Hoffnung ersticken?“ Knapp zwei Jahre nach „Highway to Hel“ entführt Ulrike Serowy mit ihrer packenden Novelle einmal mehr in literarische Unterwelten.

Das Buch ist ab sofort unter diesem Link vorbestellbar und ab 15. 10. 2025 erhältlich.
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Ulrike Serowy im Interview

Über nordische Mythologie, polytheistische Religionen, Black Metal, die Bedeutung von Tod und Jenseits und natürlich ihren literarischen Herzschlag spricht Ulrike Serowy mit Laura vom YouTube-Kanal „The Gothic Bookshelf“ im unlängst veröffentlichten, spannenden Interview. Lauschen Sie mal rein.
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Novitäten & Vorschau


NEUERSCHEINUNGEN / HERBST 2025

Zum Blättern bitte Cover anklicken. Unsere Herbstvorschau 2025 / Backlist können Sie auch unter diesem Link herunterladen. Nachfolgend finden Sie Kurzvorstellungen unserer frisch erschienenen und erscheinenden Titel.


BEREITS ERSCHIENEN

Mit einem Überblick unserer Neuerscheinungen und einer Vorschau auf geplante Titel dürfen wir an dieser Stelle hinaus spannende Stoffe mit Ihnen teilen, an denen wir mit viel Herzblut arbeiten. Im Frühjahr frisch erschienen:

BEREITS ERSCHIENEN

1. Halbjahr 2025

Klaus Märkert und Myk Jung „All das wurde wahr, was eigentlich gar nicht wahr war“ (hier bestellen): Lediglich fünf kurze Jahre sind vergangen seit der Veröffentlichung des zweiten literarischen Opus(ses) der Herren Schriftmagier Myk Jung und Klaus Märkert. Und schon folgt das dritte gemeinsame Zauberwerk an außergewöhnlicher Fabulierkunst. Jung und Märkert, Meister der verstiegenen Erzählkunst, haben eine neue Komposition erlesener Erzählungen zusammengetragen – achtzehn Stück an der Zahl -, die sich ausgelassen zwischen schwarzem Humor, obskuren Figuren und der ein oder anderen hart zündenden Pointe tummeln. Kapitelnamen wie „Das Ding hat Augen“, „Verschollene Mumie“ oder „Das verhinderte Gespräch über einen Spruch tiefster Wahrheit“ lassen die wilde Fantasie der beiden Herren erahnen. LeserInnen werden eindringlich vor Zwerchfellbeeinträchtigungen gewarnt.

Christian von Aster „Das Schlachthaus der Träume“ (hier bestellen): Mit schier anarchischer Sprachfreude lädt Christian von Aster in dieser Sammlung zwischen Un- und Hintersinn zu einem wilden verswärtigen Ritt ein, thematisiert Depression und Gentrifizierung ebenso wie den Wummerlump, die Liebe und das große Vielleicht. In einer Mischung aus Romantik, Dadaismus und Betroffenheitslyrik scheut er, die Untiefen des menschlichen Seins auslotend, weder vor Poesie noch Pathos zurück, um Fragen zu stellen, Antworten zu geben und so dem Schlachthaus der Träume eine Ahnung Hoffnung abzugewinnen.

David Gray „Umarmung der Barbaren“ (hier bestellen): In seinen Erzählungen lockt David Gray die Leser in die düsteren Winkel der Welt und lässt ungeheure Begebenheiten auf intime Schrecken des Alltags folgen. Er entführt uns in den Wilden Westen zu einer Stadt, die auf keiner Karte auftauchen will, erzählt von Fabelwesen, berichtet von einer Serienkillerin, die tötet um den Tod grüßen zu können, lässt eine kolumbianische Kartell-Killerin verzweifeln, fordert den Marquis de Sade bei einem üppigen Abendmahl dazu auf, einen mysteriösen Mordfall zu lösen oder schildert wie ein abgeklärter Clubmanager ein letztes Mal alte Träume abstaubt und dabei eine Überraschung erlebt…

„Drei Uhr morgens. Draußen fuhren Wirte nach Hause. Bauern liefen fürs Schlachten zu ihren Ställen. Ich arbeitete an einer Geschichte über eine Frau, die lernte, sich vor der Pracht der Schafotte zu fürchten.“

Holger Much „Mondlieder und Mottentänze“ (hier bestellen): „Mondlieder und Mottentänze“ heißt der zweite Erzähl- und Gedichtband von Holger Much, der mit dem mittlerweile vergriffenen „Das Licht im Dunkeln“ 2021 sein lyrisches Debut in der Edition Outbird gab. Dieses Buch fasst sehr persönliche, stille Momente der Introspektive und Erzählungen verwunschen wirkender Erinnerungen zu einer oft dunklen, teils von schwarzem Humor geprägten Sammlung märchenhafter Texte und Lyrik zwischen Wachen und Träumen zusammen. Es nimmt die Leserin, den Leser mit in verwunschene Wälder, zwielichtige Gassen, (un-)heimliche Kritzelkammern, die nebelumwobenen Hügel Irlands und in manche mondbeschienene Echokammer der Seele…

Roland Spranger „Die Kunst der Bauchlandung“ (hier bestellen): Mit humoristisch ausgefeilter Wut und launig entgleisender Verzweiflung taucht Roland Spranger in das Leben zweier Schauspieler ein. Thorsten Danner, Theaterschauspieler, weiß, dass Applaus keine Rechnungen zahlt. Genervt von Regie-Ideen aus der Geisterbahn und dem Chili in der Theaterkantine schreitet er zur Selbstverteidigung gegen die künstlerische Selbstausbeutung in einer BWL-Welt. Andreas Leopold Schadt, Ex-Tatort-Kommissar, hinterfragt deutsche Krimis und das Trauma einer B-Promi-Karriere – von schlechten Frisuren bis zur Erfahrung, als Leiche im Wald zu liegen.
Zwei, die auf dem Bauch landen und trotzdem weitermachen – ein scharfer Blick auf Theater, Film, Fernsehen und die schwierigste Kunst: das Leben. Der Autor Spranger diskutiert währenddessen mit einer KI über das Scheitern als das künstlerische Format unserer Zeit.

Michael Schweßinger und Marcel Schreiter „This Is Not Paradise“ (hier bestellen): Zeitz – kein Ort zum Leben, kein Ort zum Bleiben. So oder so ähnlich mögen die Eindrücke Michael Schweßingers gewesen sein, als der große Hype des KünstlerInnen-Zuzugs in einer grauen, verlebten, hoffnungslosen Landung verebbte. Schweßinger lebte mit seiner Familie einige Zeit in Zeitz und organisierte mit den Autorenfreunden M. Kruppe, Marcel Schreiter und David Gray die Veranstaltungsreihe „Wort & Klang“. Es bleibt ein Geheimnis, wie er aus den bedrückend-intensiven Eindrücken der Stadt und mit dem fotografischen Tiefenlot Marcel Schreiters einen zutiefst fesselnden Trip durch den Zeitzer Alltag zu Papier bringen konnte.

VORSCHAU

2. Halbjahr 2025

Ulrike Serowy „Im Schutzraum“ (hier bestellen): Stell dir vor, es ist Atomkrieg und die Bombe fällt. Was tun? Wohin? Mancherorts gibt es darauf eine Antwort: Sofort in den Schutzraum! Runter in die U-Bahnstation, die bis eben noch ganz gewöhnlich wirkte, wo du nun aber Zuflucht suchen sollst. Hinein in den Untergrund, bevor es zu spät ist! Die Stahltüren schließen sich hinter dir, langsam, aber unerbittlich, und wer nicht schnell genug ist, wer nicht mehr hineingelassen wird, muss draußen bleiben, in der brennenden, strahlenden Stadt. Jetzt bist du im Schutzraum, einer geheimen Anlage unter dem Asphalt – nüchtern, zweckmäßig, von beklemmender Enge, und genau für diesen Fall erbaut. Hier unten erreicht dich kein Feuer, kein Fallout, hier sagt man dir genau, was du zu tun hast. Hier bist du in Sicherheit – oder?

Christian von Aster „Neudeutsch 2.0“ (hier bestellen): Von einem handverlesenen Team versierter Germanistikstudienabbrecher entwickelt, finden sich in diesem Nachschlagewerk irgendwo zwischen Satire und Subversion 500 bis dato irrtümlich noch nicht gebräuchliche und zur Stimulierung von Wortschatz, Allgemeinbildung und Humor angetane Begriffe. Unter anderem überfällige Vokabeln wie etwa Altersanmut, Berichtbestattung, Empörkömmling, Hassturbation und Spätialist, deren klare Definition gleichsam eine wissenschaftliche Auseinandersetzung wie eine praktische Anwendung Alltag ermöglicht. Authentische Wortschatzerweiterung für den gehobenen Besserwisser. Neue Worte für eine neue Zeit.

Jan Off „Cumulus 2161“ (hier bestellen): Wir schreiben das Jahr 2161. Die ganze Welt ist zum Safe Space geworden. Und so führt auch Tristan Weiss ein Dasein, in dem Aggressionen nur noch in einem streng kontrollierten Rahmen erlaubt sind. Dann allerdings kommt es zu einer Kette von Ereignissen, in deren Folge sich Tristan unvermittelt mit einer wahren Gewaltlawine konfrontiert sieht. Sich wehren zu können, wäre jetzt hilfreich. Aber genau diese Reflexe sind ihm fatalerweise abtrainiert worden.

Benjamin Schmidt „Das geht nicht gut aus“ (hier bestellen): Die Person wartet, ohne zu wissen, auf was. Eigentlich ist das jetzt das Alter, in dem Karriere, Beziehung und alles auf eine neue, bedeutsamere Ebene gehoben und Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden sollten. Stattdessen bricht alles zusammen und es ändert sich nichts. Nur die Leute im Club werden jünger und erlauben sich, verunsichert zu hoffen. Den Leuten in der Oper dagegen ist das Scheitern zu vertraut. Zu viele Abende, die mit dem Tod der Hauptfigur enden. Danach wird applaudiert und alle finden sich wieder ein in ihrer eigenen Tragödie. Wenn Menschen die Wahl haben, entscheiden sie sich für das Falsche. Die Person weiß das. Aber dass es immer so bleiben soll, ist fast nicht zu ertragen. Woher dieser verzehrende Hunger nach der Liebe, wenn doch von Anfang an klar ist: Das geht nicht gut aus?

Florentine Joop „Sommer im Heckenrosental“ (hier vorbestellen): Heißer Brandenburger Sommer, düstere Teiche, auftauchende Erinnerungen, die nach warmem Sand, Linden und geschmolzenem Teer duften. Zwei Heimaten, Florentine Joop erzählt von der Begegnung mit ihrer Lausemädel-Freundin hinter einem grünen Hoftor, gemeinsam erleben sie Abenteuer, aus denen eine wilde Kindheit gestrickt wird. Zwischen ihnen liegt nur ein Jahr, eine Band, die ABBA heißt, eine Kopflänge und eine innerdeutsche Grenze. Florentine Joop nimmt ihre LeserInnen mit in Ihre Vergangenheit und erzählt darüber, wie es war, zwei Heimaten zu haben, und über die Angst, beide zu verlieren. Einer jener Romane aus den Tagen vor, während und nach der Wende, von denen es immer noch zu wenige gibt.

Weitere Infos in Kürze.

Bis zur letztendlichen Veröffentlichung eines Buches sind immer noch Änderungen in Inhalt, Titel und Erscheinungsdatum möglich. Wir bitten Sie, dies zu berücksichtigen, gern an unserer Arbeit dranzubleiben und wünschen Ihnen fesselnde Lesemomente.
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Lesefestival „Die dunkle Seite“ in Hof und Umgebung

Zum dritten Mal in Folge findet im kommenden November unter Federführung unseres Autoren, des Theaterregisseurs und Veranstalters Roland Spranger, das jährliche Lesefestival „Die dunkle Seite“ in Hof in Umgebung statt. Und damit ein Festival, das im Kern stets aufs Neue unter Beweis stellt, wie aufregend und mitreißend nonkonforme Literatur, Kunst und Musik unabhängiger Verlage und Labels sein kann.

Unsere Freude kann größer nicht sein, dass wir auch 2024 wieder mit einer feinen Auswahl von AutorInnen sowie – erstmals – unserer internationalen Whiskybar vertreten sein werden. Die Übersicht der Veranstaltungen, zu denen auch AutorInnen der Edition Outbird oder unsere Whiskyauswahl zu erleben sein werden:

14. 11. 2024 | 18.30 Uhr | Stadtbücherei Hof | Alexander Pfeiffer & Ulrike Anna Bleier – „Terrorballaden & Spukhafte Fernwirkungen“

15. 11. 2024 | 19.30 Uhr | Altes Rathaus Rehau | Lesung und Whiskybar – „Mord, Meer, Whisky“

16. 11. 2024 | 20.30 Uhr | Galeriehaus Hof | Ulrike Serowy, Christian von Aster & Monika Geier – „Highway to Hell“

Die Vorankündigung zum Lesefest entnehmen Sie bitte diesem Link. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste, berührende Veranstaltungen und gute Gespräche mit FreundInnen gepflegter, unabhängiger Literatur.
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Neue eBook-Veröffentlichungen in der Edition Outbird

In den letzten Wochen wurden drei neue eBooks aus unserer Verlagsschmiede in die lesehungrige Welt entlassen. So sind ab sofort Ulrike Serowys turbulent-schwarzhumorige Reise in die nordische Unterwelt „Highway to Hel“, Alexander Pfeiffers Krimi „Terrorballade“ um die letzten Generation der RAF sowie Florentine Joops und Holger Muchs Briefmärchen „So weit die Flügel tragen… (Rabenschwester)“, vereint mit ihrem ersten Buch „Und wenn wir nicht gestorben sind… (Bruderherz)“ und versehen mit einem ausschließlich im eBook-Format erhältlichen Bonusbriefwechsel, im handlichen Digitalformat zu lesen. Hier geht es zu unseren eBooks – wir wünschen gute Lektüre!
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