Jennifer Sonntags Vorwort für Franziska Appels & Benjamin Schmidts „Fuck[dis]Ability“

Für den unlängst erschienenen Erzählband „Fuck[dis]Ability“ von Franziska Appel und Benjamin Schmidt, einem literarisch berührenden Augenöffner für die Welt der Begierde, Lust und Sexualität von Menschen mit Handicap, bedanken wir uns bei Jennifer Sonntag herzlich für ihr Vorwort:

Die Produktionsfirma hatte uns extra für den Dreh ein Ferienhaus mit Kamin und verheißungsvollem Tapetenrot gemietet. Themenschwerpunkt: Lebenslust, Sinnlichkeit, Kreativität. Na ok, das war die schöngeistige Variante. »Wie wir das mit dem Sex machen«, die ehrlichere. Da waren wir genau die passenden Figuren, bewegten wir uns in unserem Sein, Schaffen und Schreiben doch unverzagt in libidinösen Gestaltungsräumen. Auch wir Menschen mit Blessuren, mit Lebenslaufmaschen, wie ich sie liebevoll nenne, stehen in erotischer Hinsicht nicht im Dunkeln, wenn ich das als blinde Frau mal so sagen darf. Naja und das mit dem Stehen…: Benjamin sitzt ohnehin lieber. Generell sind wir aber nicht ›entweder-oder‹ sondern ›sowohl-als-auch‹.

Seit ich Benjamin Schmidts „Schon immer ein Krüppel“ erstmals gelesen hatte, stand dieser Autor als Interviewgast ganz oben auf meiner Wunschliste. Schließlich gewährte Benjamin innerhalb seiner Literatur aufwühlende Einblicke in das faszinierende Geschehen, was bei einem im Rollstuhl untenrum so abgeht und tat etwas gegen die ›Querschnittslähmungen‹, die viele von uns im Kopf haben.

Auch wenn wir privat inzwischen manch Umtrunk zusammen genommen, Absurditäten gefeiert und Abgründe seziert hatten, gemeinsam vor die Kamera hatte man uns noch nicht gelassen. Für öffentlich-rechtlich schwang nun deutlich Eros im Raum. Das lag nicht nur am Kaminfeuer, sondern auch an den expliziten Zeichnungen, die um uns herum inszeniert wurden, bereitgestellt von Franziska Appel, Benjamins Buchpartnerin, Illustratorin und Mitautorin des nun hier vorliegenden Werkes. Franziska ist als Lebenspartnerin eines sehbehinderten Mannes ziemlich erfahren mit allen Vorurteilen, die gesellschaftlich so aufgefahren werden, wenn Frau sich mit einem Gehandicapten paart. Auch noch ein besonderer Fall für die drei Fragezeichen: Ihr Partner ist Farbenblind und sie ist Malerin, aber ihre beiden Kinder sind nicht in schwarz/weiß geboren.

Apropos Farben. Passend zum Sendungsschwerpunkt hatte ich mir nicht nur meine roten ›Pornopuschel‹ an die Ohren gehängt, sondern auch ein ordentliches Spitzendekolleté gezaubert und mir High Heels mitgebracht, in die mich meine Maskenbildnerin hineinarbeiten musste. Als mich unser Tontechniker bat, noch einmal aufzustehen – beim besten Willen, diese Schuhe waren fürs Sitzen und Liegen gemacht – da dachte ich so im Stelzenstand: Meine Güte, ein übernächtigter Autor mit inkompletter Querschnittslähmung hält sich sicherer auf den Beinen, als eine Blinde auf High Heels.

Ich war zugegebenermaßen echt aufgeregt, hatte ich doch zwei mir ziemlich wichtige Menschen um mich drapiert: Benjamin Schmidt als Talkgast und Franziska Appel in Form ihrer Bilder, die zu uns und den Zuschauenden sprachen. Zudem erprobte ich ein neues Sendeformat. Vorher hatte ich zehn Jahre lang über achtzig prominente Gäste für mein Interviewfenster SonntagsFragen getroffen. Nun ging es um Menschen, die ›Mit anderen Augen‹ sehen und Freunde ins Fernsehen zu holen, das war mir nicht einerlei. Was wäre, wenn unsere Intension falsch verstanden würde, wir uns mit diesem Thema irgendwie peinlich abgebildet fühlten oder im Titel mal wieder der klassische Journalisten-Fettnäpfchen-Tapser »Sexualität trotz Behinderung« zu lesen war? Überraschung! Der war zu lesen. Aber der Beitrag schwang dann insgesamt doch sehr tiefsinnig und feinfühlig, was uns positiv erregte. Das mit dem ›Trotz‹ und das mit dem Sex mit uns darf man wohl noch ein bisschen üben. Franziska Appel und Benjamin Schmidt bieten mit „FuckDisAbility“ eine wunderbare ›Übungsanleitung‹, Berührungsängste, im wahrsten Wortsinn, zu durchbrechen und sich an ein Themenfeld heranzutasten, welches auf diese Weise literarisch und illustratorisch bislang ungesehen, ungelesen blieb.

Ich erlebe die künstlerische Annäherung der beiden an die Thematik als hoch relevant, denn sie ist auch für mich ermutigend. Durch die beiden erfahre ich wertvolle Impulse zur selbstbestimmten Körperbildwahrnehmung und Erotikgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderungen. Dabei betrachtete ich mich als alte Häsin auf diesem Gebiet. Seit nahezu zwanzig Jahren arbeite ich als selbst erblindete Sozialpädagogin mit blinden, sehbehinderten und ›anders‹ anderen Menschen. Ich fragte mich schon als Sehende, wie wohl insbesondere blinde Frauen Schönheit, Sinnlichkeit und Sexualität erleben würden. Ich kenne also auch die andere Seite der Medaille, die Bedenken der Sehenden in mir, vielleicht auch, weil ich vor meiner Erblindung Angst davor hatte, Reizvolles nicht mehr so umfänglich erleben zu können. Heute kann ich sagen, dass ich es viel, viel intensiver erlebe. Diese Erkenntnisaugen wollte ich auch meinen Mitmenschen öffnen und ich wollte andere erblindende Frauen in ihrer Weiblichkeit und ihrem Erotikempfinden bestärken. Natürlich sind das Entwicklungen, Phasen, die auch von Schmerz, Loslassen und Neuorientierung geprägt sind. Ich habe dann in meinen Büchern vom Suchen und Finden der blinden Weiblichkeit erzählt, wozu auch das Suchen und Finden der Liebe und Schönheit gehörten. Das war sehr authentisch als Frau geschrieben, da ich ja nun mal selbst eine Frau bin, aber es fühlten sich immer wieder auch Menschen mit Lebensrissen angesprochen, mit oder ohne Behinderungen, da jeder von uns Verarbeitungsprozesse durchläuft. In einer Anthologie ließ ich später andere blinde Frauen zu Wort kommen, immer mit lebensechtem, sozialpädagogischem Hintergrund.

Ich merkte schnell, dass dieses Thema, wurde ich zu erotisch im Anklang, für viele Fachzeitschriften noch ein Tabu war. So sollte ich bspw. in den Überschriften das Wort ›Erotik‹ durch ›Schönheit‹ ersetzen. Behinderung und eine eigene Vorstellung der Lust, das bekam man nicht zusammen. Hier dachte man sehr konservativ. Über Sexualität äußerten sich in Publikationen allenfalls Fachleute über uns, die selbst keine Behinderung hatten. Das ärgerte mich oft, da ich die Texte, die da über uns und unser Sexleben in der Fachliteratur kursierten, als Betroffene nicht lesen konnte. Es gab sie nicht als Lesefassung für blinde Menschen. Schön, dass man sich diese spartanischen Gedanken über uns ohne uns gemacht hatte. Wenn sie doch wenigstens leidenschaftlich gewesen wären, hier fehlte nun wirklich das sinnlich-lustbetonte Gedankengut. Das schwoll dann umso stärker, in allen Ausformungen, in und an uns behinderten Sexualteilnehmenden, ganz von selbst heran. Was Franziskas und Benjamins Herangehen ausmacht? Ich versuche es mit einem Vergleich. In meinen literarischen Texten bin ich eher nicht blind und sehe durch die Augen meiner ProtagonistInnen. Somit verlerne ich das Sehen nicht und kann ungeniert überall, ja wirklich überall hinschauen, wo mir meine blinden Augen im wahren Leben Grenzen setzen würden. In meiner Fantasie bin ich ohne Blindenstock unterwegs, dazu zwinge ich mich nicht, es ist keine Verleugnung, es ist einfach so. Das scheint ein unbewusster Kontrast zu meinen eher fachlichen Auseinandersetzungen zu sein, in denen die Behinderung ja immer tragendes Thema ist. Und hier komme ich zu meiner Faszination für „FuckDisAbility“ und zu dem, was dieses Buch vermag. Franziska Appel und Benjamin Schmidt statten ihre Protagonistinnen bewusst schriftstellerisch und zeichnerisch mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, nein, besser mit Markenzeichen aus. Als Makel erscheinen sie uns nicht. Interessant ist, für uns Betroffene ist es selbstverständlich, für die Umwelt noch nicht, dass beide im echten Leben inklusive Beziehungen führen. Franziska kennt innerhalb ihrer Partnerschaft den Blickwinkel der Nichtbehinderten, Benjamin in seinen Begegnungen und Beziehungen die andere Sichtachse. Dadurch entstehen auch innerhalb der künstlerischen Prozesse vielseitige Perspektiven, konventionelle Konstellationen werden erfrischend umgestaltet, ungeeignete Rollenmuster und Glaubenssätze über Bord geworfen.

„FuckDisAbility“ macht Einzigartiges und Eigenartiges spannungsvoll spür-, schmeck-, sicht-, erlausch- und erlebbar. Der Körper, der Geist, alles beginnt, sich neu zu verlieben, da ist diese Aufregung, etwas zu kosten, was sich jenseits abgedroschener Gewohnheiten entspinnt. Die Behinderung wird nicht als Einschränkung wahrgenommen sondern überhaupt erst als Möglichkeit betrachtet, einen Zugang zu echter erotischer Kreativität, tiefem Fallenlassen, wahrer Orgasmusfähigkeit zu schaffen. Viele vermeintlich freie Menschen erreichen das schwerlich, weil sie sich selbst nicht kennenlernen (müssen), keinen Weg der ehrlichen Kommunikation finden (müssen), keine echte Nähe aufbauen (müssen) und ihre inneren Lichtschalter nicht entdecken (müssen). Das Buch zeigt auf aufregende Art, was alles möglich ist und wer wir sein können, wenn der simple Weg mal nicht befahrbar ist. „Geht nicht“ gibt’s hier wirklich nicht.

Nach dem Lesen der Lektüre möchte ich fast fragen: »Wie ist denn erfüllender Sex ohne Behinderung überhaupt möglich?« Viel mehr aber verschwimmt dieses übliche Sortieren in Perfekt und Unperfekt in einem Schmelztiegel aus gegenseitigem Begehren und Bereichern.

Dieses Buch spricht Menschen an, die wachsen möchten, an sich, an ihrer Lust, an der Lust der/des anderen. Ich bin unendlich dankbar für das Sichtbarmachen wichtiger Rollenmodelle, ups, sorry Benjamin für das ›Rollenmodell‹, denn leider gibt es Menschen mit und ohne Behinderungen, die aus den verschiedensten Gründen ›noch‹ keine befriedigende Sexualität erleben. Folgt Franziska und Benjamin in ihre Geschichten und Bilder, werdet selbst erfinderisch, findet eure Liebeskunst, alles beginnt mit eurem persönlichen Blickwinkel, mit eigenen Gefühlen und Gedanken und dem, was ihr daraus entwickelt. Der Optimierungswahn ist eine Krankheit, die keine Krankheit zulässt. „FuckDisAbility“ lässt sie zu und veredelt jede Lage leidenschaftlich.

Das Buch kann in unserem Onlinestore bestellt werden. Herzlichen Dank!

Bildnachweis: Privat
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Edition Outbird beim WGT 2019: ein Überblick

Nachfolgend möchten wir Euch und Ihnen in Stichpunkten einen kleinen Überblick geben, welche unserer AutorInnen zum Wave- und Gothik-Treffen in Leipzig zu erleben sind.

18. 05. 2019

11.05 Uhr | Jennifer Sonntag & Dirk Rotzsch | Vorschau auf das WGT 2019 | MDR Fernsehen

08. 06. 2019

13.30 Uhr & 14.15 Uhr | Holger Much & Benjamin Schmidt | Lesung „Willkommen in der Anderswelt“ (siehe auch hier) | Beuteltier Art Galerie, Könneritzstraße 24, 04229 Leipzig

15.30 Uhr | Michael Schweßinger | Lesung aus „In Buxtehude ist noch Platz“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

19.30 Uhr | Benjamin Schmidt | Lesung aus „Seelenübertritt“ | Heilandskirche, Weißenfelser Str. 16, 04229 Leipzig

09. 06. 2019

16.00 Uhr | Susanne Agnes Fauser | Lesung „Willkommen in der Anderswelt“ | Beuteltier Art Galerie, Könneritzstraße 24, 04229 Leipzig

16.00 Uhr | M. Kruppe | Leseprogramm „Kraftausdrücke“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

19.00 Uhr | M. Kruppe & David Gray | Lesung „Sexy Monsters in Pickelhauben“ | Brandstube, Schletterstraße 1, 04107 Leipzig

19.30 Uhr | Klaus Märkert | Konzert & Lesung mit Klaus Märkert & Bianca Stückers „The Eerie Glam Girls“ | Heilandskirche, Weißenfelser Str. 16, 04229 Leipzig |

10. 06. 2019

13.30 Uhr | Franziska Appel & Jennifer Sonntag | Lesung über „Die Laufmaschen des Lebens“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

Wir freuen uns auf literaturhungrige Gäste, bis dahin und herzlich willkommen!
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Benjamin Schmidt im MDR-Interview

Am 10. 02. 2019 interviewte Jennifer Sonntag im Rahmen ihres MDR-Sendeformats „Selbstbestimmt“ unseren Autoren Benjamin Schmidt zum Thema sexueller Selbstbestimmtheit als Mensch mit körperlicher Beeinträchtigung sowie zu Berührungsängsten, erotischer Wahrnehmung und Unsicherheiten, aber auch zu seinen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und zu einem kommenden Buchprojekt mit der Künstlerin Franziska Appel. Zum Interview bitte hier entlang.

Bildnachweis: MDR
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Benjamin Schmidt wirkt am Musikprojekt „Kelpy“ mit

Wir freuen uns über die Mitwirkung unseres Autoren und Covergrafikers Benjamin Schmidt am Musikprojekt „Kelpy“ des Illustrators, Musikers und Multitalents Holger Much, das am 23. November in den Handel kommt:

„Tanz in den Tod“ heißt das neue Album von Kelpy, dem Musikprojekt des Illustrators und Musikers Holger Much, das Ende diesen Jahres aus den dunklen Wänden der nicht so heiteren Märchengefilde aufsteigen wird. Seit einigen Jahren nun schon vereint Holger Much mit „Kelpy“ Illustrationen, Lyrik und Klang. Auf seinem neuestes Werk aus Düsterfolk, magischer Elektronik und märchenhafter Flöte konnte er zahlreiche große Namen aus Deutschlands Gothicszene versammeln, wie Asp Spreng, Illuminate-Chef Johannes Berthold, Per-Anders Kurenbach, Roman Shamov, Violinenvirtuosin Ally Storch, Christian von Aster, KreuzVersuch und Benjamin Schmidt. Sie alle interpretieren die düstere, von Holger Much in zahlreichen Bildern verstörend und märchenhaft zugleich illustrierte Ballade vom Tanz in den Tod, dem Zaubermädchen und den Wesen des Waldes auf ihre ganz eigene, faszinierende Weise…. „Weil kaum etwas in diesen wilden, dunklen Zeiten so gut tut, wie sich von der wahren Magie und Schönheit unserer Welt ein wenig verzaubern zu lassen“, schreibt Luci van Org im Nachwort, möchte sie das Digibook jedem empfehlen, dessen Herz sich der Schönheit dunkler Wälder offenbaren kann – ihnen und jenen, die darin hausen…bis sie hervor kommen!“

Zusammen mit seinen Mitstreitern von „Digital 440“ hat Benjamin Schmidt seine ganz eigene Version von „Tanz in den Tod“ beigesteuert. Und nicht nur das – er hat darüber hinaus maßgeblich dazu beigesteuert, das Werk druckfertig zu machen. Das Album ist jede Entdeckung wert, hier kann man es vorbestellen. Wir wünschen Holger Much und seinen Musikerkollegen mit dem Projekt viel Erfolg.

Bildnachweis: Stef-Fotografie
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Resonanzen: Radio, Zeitung, Rezensionen

In den letzten Wochen haben sich die Resonanzen, Vorstellungen und Rezensionen um unsere Verlagsneuerscheinungen zeitweise fast überschlagen. Wir können an dieser Stelle nur eine Momentaufnahme aufzeigen und verweisen gern auf unseren Menüpunkt „Rezensionen + Buchvorstellungen“ in der linken Spalte, der in jeweiligen Unterpunkten alle bisherigen Resonanzen beinhaltet.

Darjeeling Pur“ von Tami Weissenberg erreichte zeitweise Rang 18 unter den „Biografien & Erinnerungen“ (Unterpunkt „Frauen“) bei Amazon. Das Buch wurde bislang in der Mitteldeutschen Zeitung, den Zeitungen der „Mediengruppe Thüringen“ sowie vom Radio des Mitteldeutschen Rundfunk und MDR Kultur vorgestellt bzw. besprochen. Weitere Besprechungen folgen.

Zitat: „Die Frau, mit der dieser Mann zusammenlebt, ist ein Ungeheuer. Eines, das den Mann zwingt, zuhause wie ein Sklave den Haushalt zu besorgen und zudem einen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, was dem Mann eine Zeit lang sogar gelingt. All das wird in diesem Buch haarklein geschildert, und natürlich bemitleidet der Leser den derart gedemütigten Mann und wünscht ihm nichts mehr, als dass er sich aus diesem Teufelskreis befreien könnte. Warum aber tut er es nicht? Warum erzählt er von dieser Hölle und macht doch keine Anstalten, ihr zu entfliehen?“ (MDR)

Michael Schweßingers „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ wurden beispielsweise in den Leipziger Stadtmagazinen „Kreuzer“ und „Ahoi“ sowie ebenfalls beim „MDR Radio Sachsen“ via Interview oder Besprechung vorgestellt.

Zitat: „Seine Storys bringen es insgesamt nur auf knapp über hundert Seiten, aber auf jeder einzelnen davon knirscht die Wahrheit unserer Zeit mit den Zähnen. Mit scharfem Blick und zunehmender Wut beobachtet Schweßinger die „Tourismus-Maschine“ aus nächster Nähe.

[…]

Vor allem schockierte Schweßinger die Selbstverständlichkeit, mit der die Angestellten sich ausnutzen ließen. Es habe keinen Widerspruch und erst recht keine Solidarität unter den Mitarbeitern gegeben, um sich gegen „die da oben“ zu wehren.

[…]

Auf die Frage, was er, wenn er könnte, in der Welt ändern würde, überlegt Michael Schweßinger lange, bevor er mit leiser, aber entschlossener Stimme antwortet: „Lass uns das Ganze auf Null setzen. Und nochmal neu versuchen, ob wir nicht doch ein bisschen menschlicher miteinander umgehen können“.“ (Kreuzer)

Unsere drei Hallenser AutorInnen Jennifer Sonntag, Axel Kores und Christoph Liedtke bekamen in einer halbstündigen Sendung von „Radio Corax“ Gelegenheit, sich, ihre Lebensentwürfe, künstlerischen Sichtweisen sowie ihre Bücher „Seroquälmärchen„, „Verschwendete Jugend“ und „Symmetrie der Risse“ vorzustellen (zum Radiomitschnitt bitte hier entlang). Die Mitteldeutsche Zeitung stellte Christoph Liedtke und seinen vorgenannten Lyrikband ebenfalls vor.

Zitat: „… Der Titel „Symmetrie der Risse“ klingt dabei wie eine Fortschreibung dessen, was ihn auch als Bildkünstler umtreibt: die Lebensspuren nämlich. Das er die fast schon weltweit auch bei Studienaufenthalten – etwa als Stipendiat in Istanbul und Tokio – gesucht und gefunden haben muss, ist teils seiner assoziativen, teils eher meditativen Lyrik zu entnehmen. Kostprobe: „Geh raus und nimm nichts mit. / Hinter den Gärten ziehe deine Kreise.“ Soll heißen, dass es auf der Spurensuche immer auch selbst Spuren zu legen gilt.

Idealerweise drücken die sich dann in beinahe aphoristischer Knappheit und Eindringlichkeit aus. …“

Ebenfalls „Radio Corax“ sendete ein eineinhalbstündiges Feature zu Christoph Liedtkes Japan-Aufenthalt, künstlerischem Schaffen und dem aus seinen Japaneinflüssen entsprungenen Hörstück. Zum Mitschnitt geht es hier entlang.

Und auch zu Benjamin Schmidts „Fick die Musen„, Tomas Jungbluths „Kammerflimmern„, M. Kruppes „Und in mir Weizenfelder“ und Michael Haas´ „50.  Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst.“ sind die ein oder andere Besprechung eingegangen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichen so positiven Feedbacks und freuen uns auch auf Ihre Meinung zu unseren Büchern.

Bildnachweis: Holger Ellgaard.
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Herzlich willkommen: Leo Rumerstorfer

Wir freuen uns, dass unser Autor Benjamin Schmidt für seine aktuelle Neuerscheinung „Fick die Musen„, einem berührenden und bisweilen verstörenden Lyrikband, den renommierten österreichischen Künstler Leo Rumerstorfer für die Covergestaltung gewinnen konnte, und heißen ihn herzlich willkommen!
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Vorankündigung April / Mai 2018: Benjamin Schmidt „Fick die Musen“

In Kürze wird das neue Buch des Autoren und Grafikers Benjamin Schmidt, „Fick die Musen„, bei uns erscheinen. Irrwitzig( berührend)e „Unter die Haut“-Lyrik zwischen Liebe, Verlust und Zerstörung, die da mit einem kongenialen Cover des Grafikers Leo Rumerstorfer, layoutet von Benjamin Schmidt selbst, gekrönt wird. Zitat Franziska Appel (ohne bereits zuviel zu verraten):

„Wir können nur zuschauen, wie sich Benjamin Schmidt seinen Musen hingibt, sich an ihren Busen legt, wie er kämpft, wie er leidet, alles zerstört und sich voll und ganz verschwendet und in Stücke teilt, um sich uns mittzuteilen.

Er fickt seine Musen und es entstehen Texte, die durch einen hindurch hämmern.“

Prosa und Lyrik als der für Schmidt bekannte Grenzgang also, rotzig, verletzlich, messerscharf, tränensatt, zerstörerisch und suchend. Benjamin, wir bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen, die fordernde und fruchtbare Zusammenarbeit und freuen uns auf Dein Buch!
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Herzlich willkommen: Jennifer Sonntag

Wir begrüßen mit großer Freude und – ob des entgegengebrachten Vertrauens – Dankbarkeit die Autorin, Fernsehmoderatorin und sehbehinderte Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag, die gemeinsam mit der Illustratorin Franziska Appel in unserem Verlag das Buch „Seroquälmärchen“ veröffentlichen wird.

Jennifer wurde bereits mit dem Mitteldeutschen Inklusionspreis „Mosaik“ ausgezeichnet, Ihr von Benjamin Schmidt gesetztes und grafisch abgerundetes Psychiatrie- und Erwachsenenmärchen „Seroquäl“ greift das Thema Depression auf und folgt der gestalterischen Tradition des Anfang Dezember 2017 von uns veröffentlichten Erwachsenenmärchens „Seelenübertritt„:

„Zu allen Zeiten wurden Märchen erzählt, nicht immer spielen sie im Wald, manchmal spielen sie auch in der Psychiatrie, in urbanen, von Menschen und für Menschen geschaffenen Räumen mit nüchternem Interieur. Es ist ein geschütztes Reich mit nach außen „fast“ undurchdringlichen Pforten, mit angeschrägten Fenster- und Türklinken und ohne andere gefährliche Dinge, die zum Eskapismus im entleibenden Sinne einladen. So bleibt scheinbar nur die Flucht in eine Traumwelt, in der sich Patientenzimmer zu wundersamen Feenbehausungen und Buntstifte zu Zauberstäben wandeln. Das Antidepressivum wird zum magischen Elixier, besitzt aber auch hier eine Ambivalenz, wie man sie aus althergebrachten Märchen kennt.“

Herzlich willkommen, wir sind gespannt auf das Buch und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Bildnachweise: malsehn.media
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Buchmesse-Mitschnitt zur „Outbird-Lesenacht 2017“ online

Wenngleich die Verarbeitung vergleichsweise lange gedauert hat, freuen wir uns riesig über den nunmehr online stehenden Zusammenschnitt der „Outbird-Lesenacht“ anlässlich der Leipziger Buchmesse 2017 im Beyerhaus zu Leipzig, die gleichzeitiger Tourabschluss der „Sex & Drugs & LiteraTOUR“ war. Unser großes Dankeschön gilt neben den beteiligten Autoren und Musikern sowie dem heimlichen Sponsor „Bulbash“-Wodka zuvorderst Marcel Schreiter, dem Herz und Kopf von „Kirschbaum-Pictures„. Aber lassen wir doch das Video selber sprechen.

In diesem Zusammenhang verweisen wir einmal mehr auf unseren YouTube-Kanal unter diesem Link. Wir wünschen viel Vergnügen!
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Vorankündigung: Michael Haas, Frau Kopf & Benjamin Schmidt / Mozart

Die Vorfreude ob unserer bevorstehenden Veröffentlichungen kann größer kaum sein. In Kürze erscheinen: Vom Stuttgarter Autoren Michael Haas und mit einem Vorwort des „Fliehende Stürme„-Sängers Andreas Löhr der messerscharfe, episodische Roman „50 – Licht und Schatten. Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst“, von der Berliner Autorin Frau Kopf mit „Brachialromantik“ eine Sammlung prosaischer Texte, die zwischen Salz in liebende Wunden und Operationen am offenen Leben changieren, und last but not least und als Sonderausgabe anlässlich des 25jährigen Bühnenjubiläums der Band „Umbra et Imago“ das gemeinschaftliche Märchen für Erwachsene „Seelenübertritt“ des Sängers Mozart („Umbra et Imago“) und des Berliner Autoren Benjamin Schmidt (hier geht es zu seinem Grafikerprofil). Selbstverständlich folgen mit dem jeweiligen Buch auch ausführliche Einzelankündigungen.

Es bleibt spannend!

Bildnachweis Scherenschnitt: Robert Bieber
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