„Sexualität ist so vielfältig und wandelbar wie die Menschen selbst.“ – Interview mit F. Appel & B. Schmidt zu „Fuck[dis]Ability“

Von Benjamin Schmidt und Franziska Appel erschien vor wenigen Tagen der illustrierte Erzählband „Fuck[dis]Ability„, der in vielen Facetten die Erlebenswelt behinderter Menschen bebildert, ihrer Lust, Begierde und Sexualität einen spannenden und – wie wir finden – bislang völlig unterbelichteten Resonanzraum gibt:

„… In euren Notizen zum Interview habt ihr beide Ursula Egglis „Herz im Korsett“. Seht ihr in diesem Themenfeld literarischer Aufarbeitung psychischer oder physischer Behinderung ein bisheriges Brachland?

Benjamin: Es kommt eben immer darauf an, wie. Aufarbeitungen gibt es ziemlich viele, aber wenig überzeugende. An Ursula Eggli gefiel mir die ungehemmte Ehrlichkeit, die so natürlich rüberkommt. Ihre Schreibe ist einfach so bescheiden offenherzig, das finde ich gut.

Franziska: Neben Literatur gibt es noch einige gute andere Formate wie Blogs, Podcasts etc. Es gibt da eine ganze Reihe an spannenden Menschen und Formaten, die in diesem Themenbereich sehr aktiv sind: Raul Krauthausen, Kübra Sekin, Ypsilon, 100percentme, PsychCast, sexabled, … Solche Formate bieten vor allem in Bezug auf Barrierefreiheit einige Vorteile gegenüber einem gedruckten Buch und sind so für Menschen mit den verschiedensten Behinderungen zugänglich. Sie sind aber auch Leuten zu empfehlen, die sich mit dieser Thematik bisher noch nicht intensiver auseinandergesetzt haben, da viele grundlegende Fragen aufgegriffen werden. …“

Buch im Verlagsshop: Bitte Cover anklicken.

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Franziska Appel, Edition Outbird
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Neu erschienen: Fanziska Appels & Benjamin Schmidts „Fuck[dis]Ability“

Das ein oder andere Bücherherz wird es schon vernommen haben, dass es in unserem Verlagsprogramm einen neuen, hinsichtlich der Thematik auf dem Büchermarkt bislang stiefmütterlich vernachlässigten Titel gibt. Franziska Appel und Benjamin Schmidt arbeiteten in den letzten Monaten mit viel Herzblut an dem Erzählband „Fuck[dis]Ability„, der sich der sexuellen Erlebenswelt von Menschen mit Handicaps widmet. Frei von Tabus und Scheuklappen wird man als LeserIn rasch in eine Welt hineingezogen, die die Grenzen sexueller Normen auflöst und ganz nebenbei, neben den fesselnden Erzählungen und sensiblen Illustrationen, ein Wort für die sexuelle Selbstbestimmung behinderter Menschen wie auch der vielzitierten Inklusion spricht.

Das Vorwort für „Fuck[dis]Ability“ verfasste die Inklusionsbotschafterin, Autorin und Fernsehmoderatorin Jennifer Sonntag, die selbst, nicht zuletzt aufgrund ihres fehlenden Sehvermögens, seit vielen Jahren sehr engagiert für die Rechte von Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen eintritt.

Zitat:

„Ich erlebe die künstlerische Annäherung der beiden an die Thematik als hoch relevant, denn sie ist auch für mich ermutigend. Durch die beiden erfahre ich wertvolle Impulse zur selbstbestimmten Körperbildwahrnehmung und Erotikgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderungen. Dabei betrachtete ich mich als alte Häsin auf diesem Gebiet. Seit nahezu zwanzig Jahren arbeite ich als selbst erblindete Sozialpädagogin mit blinden, sehbehinderten und ›anders‹ anderen Menschen.

[…]

„FuckDisAbility“ macht Einzigartiges und Eigenartiges spannungsvoll spür-, schmeck-, sicht-, erlausch- und erlebbar. Der Körper, der Geist, alles beginnt, sich neu zu verlieben, da ist diese Aufregung, etwas zu kosten, was sich jenseits abgedroschener Gewohnheiten entspinnt. Die Behinderung wird nicht als Einschränkung wahrgenommen sondern überhaupt erst als Möglichkeit betrachtet, einen Zugang zu echter erotischer Kreativität, tiefem Fallenlassen, wahrer Orgasmusfähigkeit zu schaffen. Viele vermeintlich freie Menschen erreichen das schwerlich, weil sie sich selbst nicht kennenlernen (müssen), keinen Weg der ehrlichen Kommunikation finden (müssen), keine echte Nähe aufbauen (müssen) und ihre inneren Lichtschalter nicht entdecken (müssen). Das Buch zeigt auf aufregende Art, was alles möglich ist und wer wir sein können, wenn der simple Weg mal nicht befahrbar ist. „Geht nicht“ gibt’s hier wirklich nicht.“

Jennifer Sonntags Vorwort finden Sie unter diesem Link, „Fuck[dis]Ability“ ist in unserem Verlagsshop erhältlich. Wir freuen uns über dieses neue, besondere Buch.
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„Staunen und die Neugier sind bei mir weitaus stärker als Ängste“ – Michael Schweßinger im Interview zu „In Buxtehude ist noch Platz“

In Kürze erscheint in der „Edition Outbird“ Michael Schweßingers neuer Erzählband „In Buxtehude ist noch Platz„. Grund genug, ihn im Interview um ein paar Antworten zum Schreiben, zum Reisen und zum Leben insbesondere zu bitten. Zitat:

„… Verlierst Du ob der vielen Reisen manchmal den Überblick über die Struktur der Welt und über Deine Bestimmung? Manchmal glaubt man, Du bist Globetrotter und Wissenssammler, meistens Bäcker, manchmal hilfst Du Menschen bei Behördenwegen und neben Deinen ethnologischen Wurzeln könnte man Dich für einen Sozialarbeiter halten.

Überblick über die Struktur der Welt und Bestimmung habe ich nicht, braucht es auch nicht. Das ist mir zu statisch und zu kompliziert. Da braucht es eine Menge Baugerüst im Hirn für. Ich liebe es da eher in Assoziationen zu denken, also wie alles aufeinander reagiert, ineinander überfließt, entsteht und vergeht. Die Tage bin ich zufällig auf den Mardalsfossen gestoßen, das ist ein Wasserfall, der stürzt 297 Meter tief ins Tal Eikesdalen und ist der vierthöchste Wasserfall der Welt. Ich fuhr einfach ein wenig durch die Fjorde und dann sieht man diese Urgewalt und denkt sich, da laufe ich jetzt mal hin, das ist ja irre schön, wie der seine eigenen Regenbögen erzeugt. Grundsätzlich mache ich auf meinen Reisen die Erfahrung, dass die wenigsten Menschen, denen ich begegne, mir negativ gesonnen sind. Also gehe ich einfach nach der Maxime: Ach da warst du noch nicht, da gehste jetzt mal hin. Es gibt ja überall was zu entdecken. Und mein Unwissen ist mir immer eine ausgezeichnete Motivation. Ich halt es da mit Paul Bowles: „Jede einzelne Stunde, die er mit offenen Augen verbracht hat, wird ihn ein Stückchen auf dem Weg zu einem Verständnis der Welt weitergebracht haben, und das ist schließlich der wahrhaftigste Gradmesser für Kultur, den wir bisher gefunden haben.“ …“

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Christian Haubold
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Und zwischendurch: ein paar Antworten

Der/m ein oder anderen BesucherIn, LeserIn oder KundIn unserer Verlags- & Agenturarbeit mag es möglicherweise bisher entgangen sein, dass für unsere Onlinemagazin „Outscapes“ in den vergangenen Monaten und Wochen wieder einige spannende Interviews entstanden sind. Ein kurzer Überblick für Sie sowie die Möglichkeit, via Mausklick mehr über unser(e) Künstler(netzwerk) und Verlagsprodukte erfahren zu können:

  • Unser am 24. 04. 2019 verstorbener Autor Andreas Hähle beantwortete im Februar 2019 sein letztes Interview, in dem er neben seinem Kulturschaffen auch Einblicke in seinen bei uns erschienen Roman „Wahnsignale“ sowie seine Krebserkrankung gibt.
  • Im März kam Corina Gutmann, Herausgeberin ihrer Gefängnis-Anthologie „Kopfkino„, auf ihr Schaffen nicht zuletzt in Schreibworkshops in der JVA Hohenleuben wie auch zur Entstehung dieses daraus hervorgegangenen Buches zu sprechen.
  • Frank Hildebrandt, dessen philosophische Textsammlung „Gedankenspiele“ im März 2019 bei uns erschien, gab im April-Interview seiner Sehnsucht nach mehr Tiefe Raum.
  • Romanautorin Mona Krassu gibt Anfang Juni Ihren LeserInnen Einblicke in ihren frisch erschienenen Roman „Freitagsfische„, in dem sie über eine Familie erzählt, die nach der Flucht aus Breslau nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrer neuen Heimat kaum Fuß zu fassen vermochte.
  • Ende Juni lässt uns Martin Plütsch wissen, wie seine musikalische Interpretation von Weltklasse-Whiskys mittels seines virtuosen Gitarrenspiels klingt.
  • Michael Haas steht am 10. Juli 2019 Rede und Antwort zu Inhalt, Entstehung und Beteiligten seiner im September bei uns erscheinenden Novelle „Die Augen meiner Tochter„.
  • Ganz aktuell nun gewährt uns der preisgekrönte Hörspielproduzent, Autor und Dramaturg Kai Grehn Einblicke in sein kreatives Universum.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und gern auch Ihre Weiterempfehlung und sagen herzlichen Dank!

Bildnachweise: Lutz Müller-Bohlen, Frank Gutmann, Adelheid Garschke und Thorsten Eichhorst.
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Vorankündigung September 2019: Michael Schweßinger „In Buxtehude ist noch Platz“

Wir freuen uns auf das neue Werk Michael Schweßingers, das in nicht mehr allzu ferner Zeit, voraussichtlich im September 2019 und einmal mehr in Benjamin Schmidts grafisches Handwerk gebunden, das Licht der Welt erblicken wird. Schweßinger liebt das Fremde in dieser entsetzlich schönen Welt – in seinem neuesten Buch „In Buxtehude ist noch Platz“ schreibt er darüber in seinem unvergleichlich fesselnden, leichten, philosophischen und zugleich verstiegen humorvollen Erzählsound, ohne sich auf ein einzelnes Land zu konzentrieren, der er seinen LeserInnen ein spannendes Panorama seiner Reisen, Begegnungen und Beobachtungen bietet.

Zur Buchbeschreibung und -vorbestellung folgen Sie bitte diesem Link.
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Wir begrüßen den SOKO Leipzig-Schauspieler Steffen Schröder zur Buchmesse

Wir freuen uns über die Zusage des „SOKO Leipzig“-Schauspielers Steffen Schröder, der zur Buchmesse-Lesung gemeinsam mit Herausgeberin Corina Gutmann und der mitwirkenden JVA-Sozialarbeiterin Anke Hartmann das in Kürze erscheinende Buch „Kopfkino“ vorstellen wird. „Kopfkino“ beinhaltet Erzählungen, Short Stories, Lyrik und Songtexte von Häftlingen der Ostthüringer Haftanstalt zu Hohenleuben, in der Corina Gutmann seit Jahren Workshops anbietet.

Zum Veranstaltungseintrag mit dieser Lesung wie auch unseren anderen Messeprogrammen folgen Sie bitte diesem Link.
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Bildnachweis: Corina Gutmann
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Vorankündigung Ende Februar: Corina Gutmann (Hrsg.) „Kopfkino“

Corina Gutmann arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich mit Ostthüringer Inhaftierten. Im Rahmen eines früheren Rap-Workshops und der daraus hervorgegangenen CD ging so in der JVA Hohenleuben gemeinsam mit der Freizeitbeamtin Anke Hartmann die Idee hervor, die Gedanken, Gefühle und kreativen Idee hinter Gittern auf Papier zu bringen, ja ein Buch zu veröffentlichen. Ein Schreibworkshop wurde über ein halbes Jahr durchgeführt, während viele der Häftlingstexte mit dem dort erworbenen Know How in der Stille der Nacht entstanden. Sie erzählen nicht vom Knastalltag, die ungewöhnlich offenen Texte zeigen zerstörte oder neu aufkeimende Hoffnungen, zwischenmenschliche Beziehungen wie auch die Nachdenklichkeit über falsch gegangene Wege.

Lyrik und Prosa, Short Stories und Erzählungen bilden hier mit einem Songtext und zahlreichen Fotografien aus der Workshoparbeit einen Spannungsbogen, der einerseits auf den schiefen Weg geratenen Menschen neues Selbstvertrauen geben und uns Menschen hier draußen ein Stück weit die Vorurteile nehmen kann. Wir freuen uns über dieses außergewöhnliche Projekt ebenso wie über die sehr herzliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Corina Gutmann.

„Kopfkino“ erscheint Ende Februar 2019, kann in unserem Onlinestore aber bereits jetzt für 11,90€ bestellt werden – ganz nebenbei unterstützen Sie mit dem Kauf die Resozialisierungsarbeit mit Häftlingen. Und wer Corina Gutmann und das Buch persönlich kennen lernen möchte, auf den freuen wir uns am 12. 03. 2019 in der Stadtbibliothek Greiz und / oder am 23. 03. 2019 auf der Leipziger Buchmesse.
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Vorankündigung 07. Februar 2019: Michaela Debastiani „Frauenherz“

Mitte Februar diesen Jahres veröffentlicht Michaela Debastiani mit ihrem Debüt „Frauenherz“ eine Sammlung aus Erzählungen, Kurzgeschichten, Lyrik und Songtexten, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem sensibelsten weiblichen Organ auseinandersetzen und einen weitreichenden Blick auf dessen Gefühlslagen werfen. Ihr gelingt es trotz der durch die einzelnen Stücke durchschimmernden Momente des Schmerzes, der Angst und der Zerrissenheit die Leichtigkeit der Zuversicht und die Kraft von Liebe und Zusammenhalt zu transportieren. Und scheinbar beiläufig greift Debastiani damit auch einen Blick auf so wichtige Themen wie Selbstliebe und Selbstbestimmtheit auf.

Wir freuen uns auf dieses Buch, das in unserem Shop unter diesem Link ab sofort für 17,50€ zzgl. Versandkosten vorbestellt werden kann und im Buchhandel am dem 07. 02. 2019 erhältlich sein wird.
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Ab sofort erhältlich: „Der Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“ von Klaus Märkert


Wir freuen uns auf unseren äußerst unterhaltsamen Neuzugang „Der Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“ von Klaus Märkert, einem schwarzhumorig-verstiegenen Band aus Erzählungen uns Short Stories, der ganz nebenbei festgefahrene Sichtweisen in unser aller Köpfen schmunzelnd-abrgündig aufs Korn nimmt. Zur Beschreibung und Bestellung des feinen Buches folgen Sie bitte diesem Link. Wir wünschen viel Vergnügen!
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Vorankündigung Juli 2018: Klaus Märkert „Der Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“

Auch für das undergroundliterarische Urgestein Klaus Märkert, wir hatten bereits im April sein herzliches Willkommen in unseren Verlagsgefilden angekündigt, rennt dieses außerordentlich schnelle Jahr unaufhaltsam auf sein neues Buch mit Namen „Der Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“ zu. Unsere Vorfreude ob dieses Neuarrangements höchst unterhaltsamer Dunkelliteratur teilen wir uns nicht nur mit Klaus, sie könnte zudem größer kaum sein. Die Covergestaltung übernahm einmal mehr unser beinahe schon Hausgrafiker Benjamin Schmidt.

Für 11.90€ kann das im Juli erscheinende Buch bereits jetzt unter diesem Shoplink bestellt werden.
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