Neu auf YouTube: Literatur im Gespräch mit Jan Off

In unserem neuen YouTube-Interview spricht Jan Off mit M. Kruppe darüber, warum er mit seinem neuen Roman „Cumulus 2161“ eine Dystopie veröffentlicht hat, welche Gesellschaftskonflikte ihn zum Buch inspiriert haben, welchen Zusammenhang es zwischen der Linken und Utopien gibt, wie eine Welt abtrainierter Agressionen aussehen würde und worin die Gefahr politischer Perfektion besteht. Aber natürlich auch darüber, wie Jan Off zur Edition Outbird gefunden hat.

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„Merleau – eine Mondbogengeschichte“ – Joachim Sohn im Interview

Und weiter geht es mit spannenden Interviews. Buchbloggerin Sabrina Siebert führte zu seinem neuen Roman „Merleau – eine Mondbogengeschichte“ ein Interview mit dem Oberhausener Autor Joachim Sohn:

Grüß Euch, Ihr Lieben, heute habe ich mal wieder Joachim Sohn zu Gast, denn zur Leipziger Buchmesse ist seine zweite Mondbogengeschichte in der Edition Outbird erschienen.

Swapnix: Lieber Joachim, es ist schön, Dich mal wieder hier zu haben, erzähl mir doch bitte mal, wie es dazu kam, dass es jetzt eine weitere Geschichte aus dem „Mondbogen-Universum“ gibt?

Joachim: Als ich erstmals die Idee zum Raben Jacques Schroeder hatte, der Menschen Botschaften aus der Mondbogenwelt bringt, um ihnen zu helfen, wusste ich, dass es weitere Geschichten geben muss. Ich wusste noch nicht mit wem, aber die „wahre Geschichte“ von dem Mädchen, das lebend begraben wurde, hat mich lange schon erschüttert, so dass mir klar war, wenn der Rabe noch eine Aufgabe hat, dann die, ein Mädchen aus solch einer Situation zu retten.

Worum geht es ganz grob dieses Mal?

Wir sind wieder in dem kleinen Städtchen Luneville in Lothringen in Frankreich. Diesmal ist es der etwas grantige Kommissar Merleau, dem diese Botschaften gebracht werden sollen. Im Gegensatz zu Irène aus dem ersten Buch kann er damit allerdings nichts anfangen. Es braucht also einen Sidekick in Form seiner forschen Kollegin Véronique, die ihn mit der Nase darauf stoßen muss, dass die Tiere der Mondbogenwelt – diesmal gibt es neben dem Raben noch weitere – den Kommissar auf eine heilende Reise schicken wollen.

Merleau ist ein Kommissar, wie kam es, dass die Geschichte eher ein Krimi wurde, auch wenn die Mystik des Mondbogens weiterhin eine wichtige Rolle spielt?

Das liegt schlicht an dem Fall, der mich zu der Geschichte bewegt hat. Konkret war es die Entführung von Ursula Herrmann, 1981. Der Fall hat die gesamte Republik damals aufgewühlt. Das Mädchen hat es aus ihrem Grab nicht herausgeschafft. Wenn es eine weitere Mondbogengeschichte gibt (hüstel), kann es sein, dass es dann mit einem Kriminalfall nichts zu tun hat. Es geht in den Mondbogengeschichten eher um geschichtliche Ereignisse unserer Gegenwart oder jüngsten Vergangenheit, in die die Charaktere verwickelt sind. Ungelöste Ereignisse aus ihrem Leben, die sie mit sich herumtragen und für die sie nach einer Erklärung suchen.

Wie hast Du für dieses Buch recherchiert? Denn auch hier ist das Buch mit vielen geschichtlichen Hintergründen gespickt. Warum fasziniert Dich das Thema so sehr?

Es macht mir schlicht Spaß, in der Zeitgeschichte herumzuspazieren. Google und Wikipedia sind da meine Freunde und Helfer. Wie schon im ersten Buch bin ich in die Vergangenheit gereist und habe mir angeschaut, was in der Zeit, in der die Geschichte spielt, passiert ist und wie es passiert ist. Um nichts vorwegzunehmen, nenne ich ein Beispiel aus dem ersten Buch. Dort gibt es den Fall, dass sich ein Luftschiff Anfang des 20. Jahrhunderts von Deutschland über die Vogesen nach Frankreich verirrt hat und notlanden musste. Ein historisches Ereignis also, das ich in meine Geschichte eingebettet habe, denn an diesem Tag sehen sich die junge Irène und der Wachsoldat Frederic zum ersten Mal.

Ich habe mich ja lange gefragt, in welchem Genre ich überhaupt schreibe, denn meine Geschichten gehören weder der klassischen High Fantasy an noch der Science Fiction, obwohl es ja von mir beispielsweise die Zeitagenten gibt und andere Science-Fiction-Bücher oder Fantasy-Romane. Der rote Faden, der meine Geschichten durchzieht, ist jedoch, dass ich unabhängig vom Genre historische Ereignisse mit fantastischen Elementen verbinde. Das nennt man dann wohl Historische Fantasy. Das finde ich am spannendsten. Denn das verleiht den fantastischen Elementen mehr Authentizität, wenn ich sie in wahre geschichtliche Ereignissee einbetten kann. Wer meine Mondbogengeschichten liest, soll das Gefühl bekommen, dass es die Mondbogenwelt tatsächlich gibt. Ich hoffe, das funktioniert 😉

Wichtig ist mir darin zum Beispiel die Darstellung der Tiere. Sie verhalten sich wie Tiere, sie haben nichts Anthropomorphes an sich, lachen nicht oder erzählen Witze, nein, Raben krächzen, kollern und flattern, Eichhörnchen putzen sich hektisch und laufen schreckhaft davon. Es gibt keine Kommunikation außer der, die mit ihrer Aufgabe zu tun hat, die ihnen die Mondbogenwelt auferlegt. Gut, Rabe Jacques scheint ein bisschen schlauer zu sein.

War für Dich gleich klar, wer Dein Cover und die Innenillustrationen gestallten sollte, und falls ja, warum?

Ja! Absolut. Es konnte niemand anderes machen. Nach dem, was Holger Much aus Irènes Abenteuer illustratorisch gemacht hat, musste er auch Merleau übernehmen. Obwohl er sich anfänglich nicht vorstellen konnte, ein Cover zu gestalten, auf dem im Gegensatz zu einer eher lieblichen Irène, die voller Tatendrang über die Brücke radelt, diesmal ein grimmig dreinschauender Kommissar vor einem blutroten Hintergrund steht. Da musste ich etwas Überredungsarbeit leisten. Aber wenn man die Geschichte liest, sieht man, dass es eine gute Entscheidung war. Und seine Illustrationen im Buch sind wieder so eindringlich und deep geworden, dass mir ein Schauer über den Rücken läuft, wenn ich sie sehe. Einfach fantastisch. Ich bin unendlich dankbar, dass wir uns für die Zusammenarbeit an den Mondbogenbüchern gefunden haben.

Ich mag ja Geschichte und Bilder sehr, zudem habe ich mich auch wieder über das Daumenkino gefreut! Ich kann nicht genug davon bekommen, die Raben fliegen zu lassen!

Abschließend würde ich gern noch von Dir hören, was Dich außer der Bücher noch mit dem Verlag und Tristan Rosenkranz verbindet. Er feiert ja dieses Jahr sein 10jähriges Jubiläum. Wie lange begleitest Du ihn bereits?

Ich bin seit 2022 dabei und ich hätte keinen besseren Verlag finden können, der die Abenteuer des Raben repräsentiert. Und ich bin sehr froh und glücklich, mit so vielen großartigen Autorenkolleginnen und -kollegen verbunden zu sein. Der Verlag ist für mich zu einer kleinen Familie geworden. Neben meinen eher heiteren und lustigen Büchern, die einen Teil von mir ausmachen, findet meine etwas dunklere Seite genau dort seinen Platz.

Lieber Joachim, ich danke Dir für dieses sehr spannende Interview und wünsche Dir sowie Deinem Buch viele begeisterte Lesende!

Wir bedanken uns ganz herzlich!

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„Rattenkönig“ – Sanjina Kashikar im Interview

Anlässlich von Sanjina Kashikars aktuell erschienenem Roman „Rattenkönig“ führte Buchbloggerin Manuela Hahn unlängst ein Interview mit der Aachener Autorin:

Liebe Sanjina, herzlich willkommen im Buecherhaus. Ich freue mich sehr, dass du Dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu beantworten.
Dein Buch „Rattenkönig“, das in der Edition Outbird erschienen ist, hat mich wirklich begeistert. Ich bin eigentlich kein typisches Fangirl, aber zu dieser Geschichte fallen mir tatsächlich nur Superlative ein. Für meine LeserInnen, die Dich noch nicht kennen, stell dich doch bitte kurz vor.

Hallo und vielen lieben Dank für die Einladung! Ich bin Sanjina Kashikar und schreibe am liebsten düster, surreal und experimentell. Ich lese auf Kultur- und Musikfestivals (z. B. auf dem Wave-Gotik-Treffen und dem Sternenklang Festival) und veröffentliche Prosa und Lyrik in Anthologien (z. B. in „Liber Vampirorum V“) und Literaturzeitschriften (z. B. in „Literarische Blätter“ und „Am Erker“). „Rattenkönig“ ist mein erster Roman.

Kommen wir zu den Fragen: Wenn Du nicht schreibst, wofür brennst Du noch?

Meine zweitgrößte Leidenschaft ist das Lektorieren. Meine drittgrößte ist meine Lesereihe AnArCHiEN, die ich zusammen mit Mirjam Kay Mashkour in Aachen kuratiere und moderiere. Davon abgesehen begeistere ich mich für verschiedene Kunstformen. Unter anderem zeichne und fotografiere ich. Im Moment arbeite ich an einem Song zu meinem Roman. Das macht mir unglaublich viel Spaß, und ich glaube, ich werde in Zukunft mehr Musik machen. An die Musik kann ich, anders als ans Schreiben, ohne Ehrgeiz herangehen, was ein ziemlich befreiendes Gefühl ist.
Außerdem finde ich Filmkunst, 2D-Animation (insbesondere Rotoskopie), Filmrestauration und das Thema Lost Media spannend.
Früher habe ich mich viel mit Aktivismus befasst, aber momentan habe ich dafür leider keine Zeit. Ich interessiere mich für 1000 Dinge, aber der Tag hat nur 24 Stunden.

Erinnerst Du dich an einen Moment oder eine Phase, in der Dir klar wurde, dass Du schreiben „musst“?

Sobald ich genug Buchstaben kannte, fing ich an, kleine Geschichten zu schreiben (in der ersten ging es um sprechende Schweine und ich musste meiner Oma beim Entziffern helfen). Ich hielt Schreiben für eine ganz selbstverständliche Beschäftigung – irgendwo mussten die ganzen Bücher ja herkommen. Ab der weiterführenden Schule arbeitete ich ständig im Unterricht an eigenen Texten (mal mehr, oft weniger heimlich). Es gab gefühlt nie eine Zeit, in der das Schreiben kein Teil meines Lebens war.

Deine Texte bewegen sich oft in dunklen, intensiven Gefühlsräumen. Was reizt dich daran, gerade diese Seiten auszuloten?

Mich hat schon immer das Abgründige, das Melancholische, das Kaputte und Widersprüchliche fasziniert. Da ich intensiv fühle, freue ich mich, diese Intensität in Texten wiederzufinden, die ich schreibe oder lese. Eskapismus funktioniert nur selten für mich.

Lesungen, Öffentlichkeit, Organisation und der Alltag verlangen viel Energie. Wie schaffst du es, Dir gleichzeitig Raum fürs Schreiben zu bewahren?

Ganz ehrlich: Oft schaffe ich das nicht. Ich bin keine Vielschreiberin. Ideen habe ich aber immer mehr als genug. Wenn eine Idee mich so sehr überzeugt, dass ich einen Text daraus machen will, nehme ich mir dafür bewusst Zeit.

Hat sich Dein Verhältnis zu deinem eigenen Text verändert, seit Du ihn vor Publikum präsentierst?

Ich bin leider eine Perfektionistin und deshalb nie mit meinen Texten zufrieden. Dass ich so viele positive Rückmeldungen zu meinem Roman bekommen habe, hat mir dabei geholfen, ihn wohlwollender zu betrachten. Manchmal, wenn ich bestimmte Passagen vorlese, denke ich mir inzwischen: Verdammt, das ist wirklich gut.

Die Beziehung zwischen Noel und Aliéna wirkt zugleich roh und fragil. Wie hat sich diese Dynamik während des Schreibens entwickelt? War sie von Anfang an so geplant?

Das war von Anfang an so geplant, und ich habe die Figuren und ihre Beziehung dementsprechend geschrieben. Zum Glück entwickeln meine Figuren nur in seltensten Fällen ein Eigenleben – was praktisch ist, da ich so nicht mit ihnen verhandeln muss, wie ihre Geschichte verläuft. (Die einzige Figur, die sich anders entwickelt und mehr Raum im Roman eingenommen hat als geplant, war Malte.)

Ich gebe zu, vor dem Lesen und auch noch eine ganze Weile während der Lektüre hat mich der Titel „Rattenkönig“ etwas ratlos gemacht. Erst nach und nach habe ich meine eigene Interpretation entwickelt. Magst Du uns die Bedeutung näher erläutern? Vielleicht liege ich ja auch völlig daneben.

Als Rattenkönig werden mehrere an den Schwänzen zusammengewachsene Ratten bezeichnet. In Aliénas verquerer Gedankenwelt stellt das die ultimative Form der Symbiose dar. Diese Denkweise führt – neben anderen Faktoren – zu der Co-Abhängigkeit, in die sie und Noel im Laufe der Handlung geraten. Aliéna möchte sich von Lea lösen, überträgt die ungesunde Dynamik aber auf Noel, ohne sie zu hinterfragen. In der Natur leiden die einzelnen Ratten, die Teil eines Rattenkönigs sind. Dass Aliéna dieses Leid nicht bedenkt, ändert nichts daran, dass es existiert.

Wünschst Du Dir eine bestimmte Reaktion bei LeserInnen oder ist Dir gerade die Offenheit der Interpretation wichtig?

Ich wünsche mir keine bestimmte Reaktion. Ich freue mich immer, wenn LeserInnen mein Roman gefällt, oder wenn sie beim Lesen etwas gefühlt haben. Bei Lesungen habe ich im Publikum verschiedene Reaktionen beobachten können: gespannt, bewegt, bei manchen Passagen amüsiert, aber bei heftigeren Szenen auch abgestoßen. Jede dieser Reaktionen halte ich für valide. Ich habe auch kein Problem damit, wenn Leser:innen sagen: Das war nicht meins.

Im Roman spielt der Verlust von Realität eine zentrale Rolle. Gab es einen gedanklichen oder emotionalen Ausgangspunkt, von dem aus sich dieses Thema entwickelt hat?

Zumindest keinen, an den ich mich erinnere. Das klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich antiklimatisch, oder? Ich glaube, das Thema hat sich aus meinem Interesse am Surrealen ergeben.

Wenn Du an zukünftige Projekte denkst, bleibst Du thematisch in ähnlichen Gefühlswelten oder reizt Dich auch etwas völlig anderes?

Mich faszinieren komplexe, ambivalente Figuren, deren Leben nicht glatt läuft. Deshalb werde ich in nächster Zeit vermutlich nicht über Leute schreiben, die einfach nur glücklich und erfolgreich sind. Ich kann aber verraten, dass mein nächster Roman trotzdem ganz anders wird als „Rattenkönig“.

Vielen lieben Dank für Deinen Besuch. Ich habe mich sehr darüber gefreut und bin gespannt auf alles, was noch von Dir kommen wird.

Ich danke dir für deine interessanten Fragen, deine lieben Worte und deine Zeit!

Wir bedanken uns ganz herzlich!

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Interview mit Jan Off in den „Andromeda Nachrichten“

Für die Andromeda Nachrichten, die umfangreichste und seit 1970 im Science Fiction Club erscheinende Publikation zum Thema im deutschsprachigen Raum, interviewte Volly Tanner Jan Off anlässlich seiner Dystopie „Cumulus 2161“. Zitat:

„… Das Gefühl des Glücklichseins der Massen ist die Erklärung für die Handlungsweisen des Komitees, die Überwachung, die Fremdbestimmung. Nun sind wir beide alte Freunde der Machtkritik und haben schon früher stundenlang über die Rechte des Einzelindividuums in einem Kollektiv philosophiert. Was wiegt mehr? Das Recht des Einzelnen auf Entwicklung (auch in die Irre) oder das Recht der Vielen auf Ruhe?

Das ist in der Tat eine spannende Frage. Lässt man den Einzelnen gewähren, wie er will, droht der nackte Barbarismus, werden ihm zu viele Regeln auferlegt, wird er alsbald zum Sklaven. Hier das rechte Maß zu finden, wird zweifelsohne die größte Aufgabe für kommende Weltregierungen darstellen. Dafür schon jetzt Glück und Erfolg.

Heißt das, dass Du eine Weltregierung für wirklich sinnvoll hältst? Wir wissen, dass die Fehlerquote, sei sie auch noch so kleinprozentig, automatisch, wenn die Systeme immer größer werden, rein zahlenmäßig auch immer größer wird. Heißt: In großen Systemen werden die systemimmanenten destruktiven Strukturen immer stärker und wirksamer. Oder müssen die Systemgrößen, Menschen eben, begrenzt werden? Welche Gedanken treiben Dich da um? In Deinem Buch gibt es diese Begrenzung ja.

Keine Frage, würde es, wie in meinem Roman beschrieben, gelingen, die Erdbevölkerung auf dreißig Millionen zu reduzieren (Hallo, Wasserwerke!), könnten wir wohl gepflegt zum Stammessystem zurückkehren. Da das aber natürlich eher unwahrscheinlich ist, scheint mir bei all den Problemen, denen sich die Menschheit gegenübersieht, die Möglichkeit einer Weltregierung nicht gänzlich ausgeschlossen. …“

Das komplette Interview ist unter diesem Link abrufbar. Wir bedanken uns herzlich bei Redaktion und Volly Tanner für das Interview!

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„Ursprung allen Übels ist eine defekte Behindertentoilette“ – Benjamin Schmidt im Interview

Volly Tanner war so freundlich, anlässlich unseres Literarischen Jubiläumssalons in der Leipziger Heilandskirche am 21. 3. 2026 unseren Autoren, Grafiker und Verlagsfreund Benjamin Schmidt zu interviewen. Zitat:

„… Ahoi: Der Verlag gründet, wenn mich mein Gefühl nicht trügt, auf jahrelangen Freundschaften. Das ist im „Literaturgeschäft“ eher selten, weit öfter wird gehauen und gestochen. Wie umgeht Ihr die Ego-Bombardements, die doch so oft verbrannte Erde hinterlassen?

Benjamin Schmidt: Wieder eine Frage für Tristan Rosenkranz. Wenn ich für mich selbst spreche, arbeite ich nur mit Menschen, die mir sympathisch sind. Ich kann es mir aussuchen. Wenn ich im Rahmen meiner künstlerischen Tätigkeit auf aufgeblasene Egos treffe, entwickelt sich einfach kein engerer Kontakt. Übergroßes Egos interessieren mich nicht besonders, noch weniger übergroße Egos, die sich hinter gespielter Bescheidenheit und Gönnerhaftigkeit verbergen. Aber innerhalb der Edition Outbird gibt es in der Tat viele Freundschaften, die auf gegenseitigem Interesse, Anerkennung und Gefühlen der Zuneigung beruhen. Ein großes Glück und schön zu erleben. Ich bin sehr dankbar für alle, die ich in diesem Rahmen, unter diesem Dach kennenlernen oder wieder antreffen durfte. …“

Zum kompletten Interview geht es hier entlang. Wir sagen herzlich Dankeschön!

Bildnachweis: Frank Kurczyk
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Verlagsspecial im aktuellen „Orkus“-Magazin

Das „Orkus“-Magazin veröffentlichte anlässlich des zehnjährigen Verlagsjubiläums und mit Fokus auf die Autorinnen des Verlages ein Verlagsspecial, basierend auf einem Interview mit unserem Verleger Tristan Rosenkranz. Ein sehr schönes Geschenk, zu finden in der aktuell erscheinenden Ausgabe. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Herausgeber Claus Müller und Redakteurin Claudia Zinn-Zinnenburg. Das Interview in voller Länge:

Orkus: Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum von Edition Outbird! Was war denn damals überhaupt zu dem Wunsch oder Bedürfnis, einen Verlag zu gründen?

Vielen lieben Dank! Ich hab schon in frühen Schuljahren auf die Frage nach meinem Berufswunsch mit „Schriftsteller“ geantwortet. Ich hatte schon frühzeitig ein Herz fürs Schreiben von Lyrik und Prosa und wurde maßgeblich durch meine belesenen Eltern und meines Vaters ausgeprägtes Kunstinteresse beeinflusst. Kunst und Literatur sind ja enge Verwandte. Nach etlichen eigenen Buchveröffentlichungen habe ich mich dann dem Verlagsaufbau und -geschäft gewidmet.

O: Gerade in Zeiten, in denen vieles papierlos läuft und auch in Anbetracht der Pandemiejahre in dieser Zeitspanne sicher auch ein großes Wagnis, oder? Ich hoffe, es gab keine ernsthaften Momente des Zweifelns?

Es ist definitiv ein Wagnis, wenn man die eigenen Aufs und Abs und seit Jahren vonstatten gehenden Schließungen und Insolvenzen inhabergeführter Buchhandlungen und Verlage vor Augen hat. Insofern tauchen immer wieder mal auch Tage auf, an denen ich kurzzeitig mit Resignation und Zweifeln liebäugele.

O: Falls doch: Was hat dich dann doch immer wieder motiviert, weiterzumachen? Was ist dein Antrieb?

Die Liebe zu dem, was ich tue, die wunderbaren Stoffe, aus denen Bücher geboren werden, die ausgeprägte Neigung zu ästhetischer Covergestaltung, das herzliche und offene Miteinander mit den AutorInnen, KollegInnen und freien MitarbeiterInnen, der viele Zuspruch und die zahlreiche Unterstützung aus Freundeskreis, Familie und Verlagsfamilie.

O: Mittlerweile finden sich in deinem Katalog zahlreiche etablierte Autoren und Künstler – und auch zusehends mehr Autorinnen und Künstlerinnen, habe ich das Gefühl. Täuscht mich das oder kannst du das auch bestätigen, dass du in den letzten Jahren mehr Frauen publizierst?

Nein, das täuscht durchaus nicht.

O: Ist das Zufall im Sinne von: die sind einfach gut und du machst keinen Unterschied beim Geschlecht oder steckt da auch Bewusstsein dahinter? Also nicht, dass du freiwillig eine Art Frauenquote einführst, aber dass du schon auch mehr für Chancengleichheit einstehen willst? Vielleicht auch unbewusst, falls man das überhaupt so beantworten kann?

Es war und ist eine Entwicklung, die sich nicht quotieren lässt, zumal Quote nach Zwang zulasten kreativer Freiheit klingt. Im künstlerischen Umfeld sind zahlreiche Autorinnen tätig, man wird aufeinander aufmerksam, begegnet sich auf derselben Wellenlänge und stellt fest: Wir müssen unbedingt zusammen ein Buch machen. Chancengleichheit ist also nie ein Problem gewesen, die Begegnungen, die künstlerische Annäherung und die Lust auf Zusammenarbeit waren ein Wachstumsprozess. Zumal ich ein Freund von Ausgewogenheit bin. Nicht zuletzt werden durch die wachsende Bekanntheit und das spezielle Image der Edition Outbird auch mehr Autorinnen auf den Verlag aufmerksam.

O: Wenn du Manuskripte liest, ist dir dann das Geschlecht des Autors bewusst? Ich ertappe mich manchmal, dass ich auf den Autornamen lieber gar nicht erst schaue und beim Lesen dann rätsle, ob ich finde, dass es eher ein Frau oder ein Mann geschrieben hat, und bin manchmal dann auch überrascht.

Nicht, wenn ich es nicht vorher wüsste. Eine gute Frage eigentlich, ob ich das herauslesen könnte. Ich lass mich ja von Stoffen anfixen, nicht in erster Linie von den dahinterstehenden AutorInnen. Und ja, natürlich ist mir auch das persönliche, familiäre Miteinander wichtig. Ohne das geht es nicht.

O: Womit kann man dich als Verleger überzeugen?

AutorInnen, die selbst schon auf Veröffentlichungen zurückblicken, gut vernetzt und aktiv sind, sich in derselben Szene und/oder ästhetischen Welt bewegen und nicht intoleranten Trugbildern hingeben, haben eine gute Chance. Allerdings herrscht ohnehin Aufnahmestopp, weil die Verlagsplanung mittlerweile schon bei zwei Jahren Vorplanung liegt, wir also mehr oder weniger ausgebucht sind.

O: Wie sieht das Programm für 2026 aus, gibt es besondere Schmankerl, vielleicht auch gerade von Autorinnen?

Ich freue mich auf überaus spannende Neuerscheinungen von Isa Theobald und Sanjina Kashikar (beide zum ersten Mal in der Edition Outbird) sowie Pia Lüddecke und Luci van Org, aber auch von Christian von Aster, M. Kruppe, Volly Tanner oder Joachim Sohn.

O: Danke!

Ich danke Dir!“

Neu auf YouTube: Literatur im Gespräch mit Benjamin Schmidt

In unserem neuen YouTube-Interview spricht Benjamin Schmidt mit M.Kruppe über das Experiment, als das sein neuer Roman „Das geht nicht gut aus“ zu verstehen ist, über großstädtische Bubbles und deren Lebensentwürfe, über Polyamorie und Queerness, Liebe und Eifersucht, aber auch über das Predigen der einen und das Leben der anderen Wahrheit als verbreitetes Phänomen unserer Zeit. Eine weitere Hörempfehlung an Euch und ganz herzliches Dankeschön an M. Kruppe für Interview und Videobearbeitung.

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Neu auf YouTube: Literatur im Gespräch mit Florentine Joop

In unserem neuen YouTube-Interviewspricht Florentine Joop mit M.Kruppe über ihre Motive, „Sommer im Heckenrosental“ zu schreiben, über ihre Kindheit in Brandenburg und Hamburg, aber auch über tiefe Freundschaft, zwei Heimaten und deren zum Teil frappierenden Unterschiede sowie die durch die Familie gehende Mauer und die beständigen Grenzkontrollen. Hörempfehlung an Euch und ganz herzliches Dankeschön an M. Kruppe für Interview und Videobearbeitung und Sebastian Fleiter für Kamera und Technik.

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Eine kleine Zeitreise | Jahresrückblick 2025 und Vorschau 2026

M. Kruppe begibt sich pünktlich zum neunjährigen Jubiläum unseres YouTube-Kanals mit unserem Verleger Tristan Rosenkranz auf traditionelle Zeitreise – zurück in das vergangene Verlagsjahr 2025 und mit Blick auf das kommende Jahr 2026 als zugleich zehnjähriges Verlagsjubiläum. Welche Bücher sind 2025 erschienen? Was wird an Neuerscheinungen im Jahr 2026 zu erwarten sein? Welche Neuzugänge bereichern Verlagsfamilie und -programm mit welchen Titeln? Was waren die Highlights des Jahres? Was hat inbesondere eines unserer Jahreshighlights mit der Endlichkeit des Lebens und sozialer Verantwortung zu tun?

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„Phantastisch!“-Magazin – Holger Much im Interview

In einem sehr ausführlichen Interview mit dem „Phantastisch!“-Magazin spricht Holger Much über sein Schaffen, seine künstlerischen Einflussgeber, Ambitionen und Kollaborationen, über die Dinge, die er in seine Musik, Bilder und Texte einwebt, und seine Verbundenheit mit Asp Spreng und Florentine Joop. Und natürlich auch über jene Werke, die Holger eng mit unserem Verlag und Verleger verbinden. Um nicht zuletzt einen Blick auf die Unterschiede zwischen Gedichten und Lyrik und Phantastik und Fantasy zu werfen und Antworten darauf zu suchen, inwieweit unser Verlag Mit-Initiator einer Gothic-Renaissance ist.

Zum spannenden Interview geht es hier entlang.
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