„Im Endeffekt liefen während des Schreibens zwei Themen aufeinander zu oder konkurrierten miteinander.“ – Klaus Märkert im Interview zu „Das Besondere kommt noch“

Von Klaus Märkert erscheint in Kürze sein neuer Roman „Das Besondere kommt noch“ bei Edition Outbird. Wir stellten ihm ein paar Fragen. Zitat:

„… Als markantesten Wendepunkt in Deinem Leben gibst Du einen mit 34 ungewöhnlich frühen Herzinfarkt mit nachfolgendem Posttraumatischen Belastungssyndrom an. Wie kam es dazu und was hat sich damit in Dir und Deinem Leben verändert bzw. verändern müssen?

Die Herzkrankheit war/ist in erster Linie genetisch bedingt. Die Verwandtschaft mütterlicherseits hatte ausnahmslos dieses Leiden. Allerdings war ich mit meinen 34 Jahren das jüngste Infarkt-Opfer. Mein Zugeständnis an die Zeit danach, keine Zigaretten mehr und – etwas später – den Job als Steetworker/Sozialarbeiter schmeißen. Das Positivste: Es hat mich dem Schreiben/Autorendasein nähergebracht. Die Krankheit – insbesondere die psychische Komponente – entfernte mich zunächst auch von der Diskotheken-Szenerie und konfrontierte mich mit einer Welt des (inneren) Schreckens, der Unberechenbarkeit und Verletzbarkeit (posttraumatische Belastungsstörung), die sich wohl auch in meinen Short Storys spiegelt, wo den Protagonisten häufig und ganz unvermittelt furchtbare Dinge widerfahren. Mit dem Verfassen erster Storys begann ich automatisch meine Umgebung intensiver wahrzunehmen, gerade auch scheinbar unbedeutenden Kleinigkeiten Aufmerksamkeit zu schenken. Oft sind es diese Kleinigkeiten, die ins Notizbuch notiert und später in die Storys eingefügt dem Erzählten – und erscheine es noch so abstrus – eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen. …“

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Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Privat
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„Ich habe eine Schwäche für düstere, gespaltene Charaktere.“ – Pia Lüddecke im Interview zu „Geister“

Von Pia Lüddecke ist jüngst der dunkelromantische Schauerroman „Geister“ bei Edition Outbird erschienen. Wir stellten ihr ein paar Fragen. Zitat:

„… Was begeistert Dich an der Schauerromantik?

Ich habe eine Schwäche für düstere, gespaltene Charaktere. Und ich liebe es, wenn die Atmosphäre dir einen kalten Schauer über den Rücken jagt, obwohl auf der Handlungsebene noch gar nicht viel passiert ist: Alte Herrenhäuser und neblige Wälder, bei denen man nicht weiß, was sich in ihnen verbirgt, das Knarren einer Tür oder der Flügelschlag einer Krähe … In solche Welten einzutauchen, ist besser als jeder Drogenrausch.
Das ist übrigens auch ein Running Gag, der sich durch mein neues Buch „Geister“ zieht: Die beiden Protagonisten Tom und Juri werden von ihrem Umfeld ständig verdächtigt, dass sie in ihrer Freizeit heimlich Alkohol trinken und Drogen nehmen, während sie sich in Wirklichkeit Schauergeschichten erzählen und in einem von Bergbauschäden durchlöcherten Waldgebiet (in dem echt unheimliche Dinge vor sich gehen) nach einem mysteriösen Schatz suchen (man kann darüber streiten, welche Freizeitbeschäftigung risikobehafteter ist …). …“

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Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Eberhard Kamm
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„Es sind jene, die in den Schatten hausen, die mich schon immer faszinieren“ – Holger Much im Interview

Holger Much, als Grafiker und Illustrator für einige der zauberhaftesten Buchcover verantwortlich, gestaltete unter anderem den Buchumschlag zu Pia Lüddeckes in Kürze erscheinendem Schauerroman „Geister„. Wir stellten ihm ein paar Fragen. Zitat:

„… Wesentliches Merkmal Deiner Arbeit sind magische, fantastische, dunkle Spielarten, Du gestaltest Cover für Edition Roter Drache, Periplaneta und Edition Outbird und bist mittlerweile eine feste Größe auf dem jährlichen WGT. Immer wieder auch begegnet Deine Arbeit den Werken von Magiern wie Kenneth Grant als Schüler Aleister Crowleys oder der Schamanin Susanne Agnes Fauser. Man kommt um die Vermutung nicht drumherum, dass Magie ein wesentliches Element Deines Wesens ist – ist dem so?

Hm. Da ich aktuell am Cover eines weiteren magischen Buches arbeite – hihi – und das Wort Magie bereits mehrfach fiel, ohne dass ich wusste, dass Du diese Frage stellen würdest, kann ich es schlecht verneinen. Wobei ich nicht zu jenen Menschen gehöre, die nachts an Feuern magische Rituale vollziehen. Zudem könnte man natürlich Bücher darüber füllen, was „Magie“ denn bitteschön ist. Wie bereits vorher gesagt: die Dinge hinter den Dingen. Für mich spielt sie eine mittlerweile immer größere Rolle im Leben, aber eher in dem Sinn, dass ich versuche, einen Zustand zu erreichen, in dem man auf den Wogen von … etwas … treibt, das einen trägt und lenkt – und das durchaus in eine Richtung, die man ansteuert. Ein Flow, den ich auch beim Zeichnen erreiche … vielleicht ist Zeichnen eines meiner Rituale, um jene Mächte oder Götter zu beschwören, die mich beflügeln… (und ja, Kaffee ist die einzige „Droge“, die mich hierbei unterstützt…) …“

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Frank Luger
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„Staunen und die Neugier sind bei mir weitaus stärker als Ängste“ – Michael Schweßinger im Interview zu „In Buxtehude ist noch Platz“

In Kürze erscheint in der „Edition Outbird“ Michael Schweßingers neuer Erzählband „In Buxtehude ist noch Platz„. Grund genug, ihn im Interview um ein paar Antworten zum Schreiben, zum Reisen und zum Leben insbesondere zu bitten. Zitat:

„… Verlierst Du ob der vielen Reisen manchmal den Überblick über die Struktur der Welt und über Deine Bestimmung? Manchmal glaubt man, Du bist Globetrotter und Wissenssammler, meistens Bäcker, manchmal hilfst Du Menschen bei Behördenwegen und neben Deinen ethnologischen Wurzeln könnte man Dich für einen Sozialarbeiter halten.

Überblick über die Struktur der Welt und Bestimmung habe ich nicht, braucht es auch nicht. Das ist mir zu statisch und zu kompliziert. Da braucht es eine Menge Baugerüst im Hirn für. Ich liebe es da eher in Assoziationen zu denken, also wie alles aufeinander reagiert, ineinander überfließt, entsteht und vergeht. Die Tage bin ich zufällig auf den Mardalsfossen gestoßen, das ist ein Wasserfall, der stürzt 297 Meter tief ins Tal Eikesdalen und ist der vierthöchste Wasserfall der Welt. Ich fuhr einfach ein wenig durch die Fjorde und dann sieht man diese Urgewalt und denkt sich, da laufe ich jetzt mal hin, das ist ja irre schön, wie der seine eigenen Regenbögen erzeugt. Grundsätzlich mache ich auf meinen Reisen die Erfahrung, dass die wenigsten Menschen, denen ich begegne, mir negativ gesonnen sind. Also gehe ich einfach nach der Maxime: Ach da warst du noch nicht, da gehste jetzt mal hin. Es gibt ja überall was zu entdecken. Und mein Unwissen ist mir immer eine ausgezeichnete Motivation. Ich halt es da mit Paul Bowles: „Jede einzelne Stunde, die er mit offenen Augen verbracht hat, wird ihn ein Stückchen auf dem Weg zu einem Verständnis der Welt weitergebracht haben, und das ist schließlich der wahrhaftigste Gradmesser für Kultur, den wir bisher gefunden haben.“ …“

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Christian Haubold
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Neue Rezensionen: „Freitagsfische“, „Lilian“ & „Kammerflimmern“

Wir freuen uns über neue Buchbesprechungen und bedanken uns bei den VerfasserInnen ganz herzlich:

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Mona KrassusFreitagsfische

Christina Meyer-Zeschner schreibt im „Orkus“-Magazin:

„Mona Krassu erzählt mit „Freitagsfische“ eine besonders einfühlsame Geschichte, die sehr nahegeht. Erzählt wird das Leben von Irma Geipel, die gemeinsam mit ihren vier Kindern nach dem zweiten Weltkrieg aus Breslau flüchten muss. Ob Vater Herbert zurückkommen wird, ist ungewiss, denn dieser ist in russischer Kriegsgefangenschaft. Ihre Heimat ist nicht mehr sicher, sie packen die Koffer und kommen notgedrungen in einer kleinen Stadt in der Sowjetischen Besatzungszone unter. Doch in ihrem Zuhause erwarten sie Misstrauen und Feindseligkeit. […] Auf rund 330 Seiten breitet die 1969 geborene Autorin, die sich immer schon sehr für Literatur und Geschichte interessiert hat, eine mehr als gelungene Erzählung aus. Besonders überzeugend ist der geradlinige und flüssige Erzählstil von Krassu, der aus dem Roman ein wahres Lesevergnügen macht. Beeindruckend, bedrückend und mehr als nur gelungen!“

Das „07 Gera“-Stadtmagazin schreibt:

„Irma setzt bis zur Selbstaufgabe alles daran, ihren Kindern ein gutes Zuhause zu bieten. Dietmar, ihr Ältester, hat mit dem Sozialismus nichts am Hut, flieht in den Westen. Damit beginnen Repressalien – und die „Schattenänner“ sind plötzlich überall. Die eigentliche zentrale Figur dieses von Seite zu Seite spannender werdenden Buches jedoch ist die jüngste Tochter Siegi, Hansdampf in allen Gassen, bei dem sich der Wille Gutes zu erreichen oft ins Gegenteil kehrt. Doch sie ist klug, mutig und schon als Kind fest entschlossen, ihren Traum vom eigenen Frisörsalon zu verwirklichen. Mona Krassu zeichnet beispielhaft ein Bild von den Schwierigkeiten, mit denen Flüchtlinge – bis heute – zu kämpfen haben. Ihr Buch besticht durch die Liebe, mit der sie ihre Figuren zeichnet, und durch die detaillierte und gefühlvolle Schilderung eines Stückes Zeitgeschichte.“

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Susanne-Agnes FauserLilian„:

Die „Buchstabenfängerin“ schreibt:

„Die sprachliche Schönheit dieses Romans ist absolut atemberaubend. Der Autorin, die unter anderem als Psychotherapeutin und schamanische Heilerin tätig ist, gelingt es spielend, Bilder in den kraftvollsten Farben im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Für zusätzliche Dramatik und Melancholie sorgen Gedichte von William Blake und Rainer Maria Rilke.“

„Captain Books“ schreibt:

„Ein Stück Melancholie und Mysteriöses umgibt den Thriller von Susanne und genau das spiegelt sich in ihrem Schreibstil wieder. Die Stimmung ist am Anfang zwar etwas gedrückt und wenig lebhaft, aber mit jeder gelesen Seite taucht man tiefer in eine Welt ein, die dich mit Spannung und Magie verzaubert. Die Autorin weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um dir die einzigartige Liebe zweier Personen zu zeigen.“

Eine „Amazon“-Kundin gibt folgendes Feedback:

„Geplant war es als Bettlektüre, um sanft unterhalten zu entschlummern. Daraus wurde nichts, anders als geplant schlief ich nicht beim Lesen ein. Der Sog der dialog-starken, sanft gruseligen Story war so stark, daß ich „Lilian“ in einer Nacht durchlas – und übermüdet bedauerte, das es schon zu Ende war.“

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Tomas JungbluthKammerflimmern„:

Roman-Autorin Pia Lüddecke urteilt:

„Unbehandelt führt Kammerflimmern zum Tod. Ist das Buch die Therapie? Ein qualvoller aber letztlich heilsamer Eingriff am offenen Herzen? Oder haben wir es hier mit einem literarischen Selbstmordkommando zu tun, dem letzten verzweifelten Aufbegehren des Individuums vor dem endgültigen Untergang?

Der Text lässt sich in keine Schublade stecken, schwankt zwischen gender-wissenschaftlicher Studie und ungeschönter Selbstanalyse, schonungsloser Abrechnung und hoffnungslos romantischer Liebeserklärung. Alles andere als leichte Kost. Wer jedoch bereit ist, sich voll und ganz auf die ungewöhnliche Erzählform und ihre geballte emotionale Kraft einzulassen, wird mit einer außergewöhnlichen Erfahrung belohnt.“

Eine weitere Leserin gibt bei „Amazon“ folgendes Feedback:

„Ihr Buch wurde mir von vielen Seiten empfohlen und so konnte ich nicht widerstehen, mich selbst davon zu überzeugen, wie ein männliches Wesen sein Innerstes nach Außen kehrt. Ich kenne in der Tat nicht viele Männer, denen es gelingt, ihre Gefühlswelt in Worte zu fassen. Daher sind Sie eine unglaubliche Inspiration für mich. Und sie fassen nicht einfach in Worte, nein Sie komponieren eine Symphonie aus lauten und leisen Tönen, Soli und gewaltigem Orchesterklang, aus Höhen und Tiefen und mit unglaublichen Spannungsbögen. Wie Musik klingt Ihr Werk noch lange nach Verstummen des letzten Tones in mir nach.“

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Vielen herzlichen Dank!
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Weiteres „Wir bleiben hier“-Interview (mit Michael Schweßinger) und neue Buchbesprechungen

Ein weiteres starkes Interview der „Wir bleiben hier„-Initiative ist unlängst erschienen, diesmal mit Michael Schweßinger:

„… wbh: Was verbindest du mit: „Wir sind mehr!“?

Gar nichts, weder sagt mir dieses „Wir“ was, noch glaube ich gerade an das „mehr“. Und selbst, wenn es so wäre, würde es etwas ändern? Es geht doch hier nicht um einfache Mehrheiten, sondern darum, dass auch eine Minderheit dieses Land mit Hass überschütten und das Klima vergiften kann oder den Diskurs bestimmen. Es ist ein Erbauungssatz, vielleicht hilft er, einigen Mut zu machen und sich selbst zu vergewissern. Meine humanistischen Werte und Ideale sind aber so hoch, dass sie immer eine Minderheit darstellen. Mihai Sebastian, ein rumänischer Schriftsteller der Zwischenkriegszeit hat mal den Ausspruch geprägt: „Ich bin kein Anhänger irgendeiner Idee oder irgendeines Anführers, ich bin immer Dissident. Vertrauen habe ich nur in das jeweilige Individuum, aber in dieses habe ich ein großes Maß an Vertrauen.“ Dem würde ich zustimmen. …“

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Auch über neue Buchbesprechungen dürfen wir uns freuen:

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Über Andreas HählesWahnsignale“ schreibt Dagmar Möbius posthum:

„… In 24 Kapiteln wechseln die Erzählebenen. Was ist Wahrheit, wo beginnt Paranoia? Der Ich-Erzähler legt seinen Protagonisten sprachlich Brillantes in den Mund. Kernig, direkt, ironisch, humorvoll, gelegentlich düster, verzweifelt. Das ist mitunter anstrengend – wie es der Umgang mit vom Wahn Befallenen mit sich bringt. Andreas Hähle reist mit uns durch das Seelenleben eines feinfühligen Menschen. Einen, den (s)eine zerstörte, zerrissene Gesellschaft umtreibt. In psychiatrischen Klinikberichten liest man heute in solchen Fällen von schlecht oder gar nicht akzeptierten „biografischen Gewordenheiten“, denen am besten mit Pharma-Querelen beizukommen ist.

Der Autor glaubt an die Kraft der Liebe. Und er verschafft denen Gehör, die sich eine andere, eine menschlichere, Gesellschaft wünschen. Das sollte Pflichtlektüre für alle sein, die ostsozialisierte Menschen verstehen wollen. Denn: „Zerrissen wird man nur dann, wenn man gar nichts tut.“

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Über Mona KrassusFreitagsfische“ schreibt Angelika Bohn in der „Ostthüringer Zeitung“:

„… Auch „Freitagsfische“ ist kein „Schlüsselroman“ über das Schweigen der eigenen Familie. Vielmehr begibt sich die Autorin auf die Suche nach exemplarischen Strukturen, wenn sie den weißen Flecken in den Erzählungen der Eltern- und Großelterngeneration nachspürt. Wie war das, auf engstem Raum zusammengepfercht ein fast normales Leben zu führen? Argwöhnisch beäugt von den um ihren Besitzstand fürchtenden Nachbarn, und selbst voll Misstrauen gegen die neue Obrigkeit und deren Schutzmacht, die Russen? Wie war das für die Kinder, vor allem für ein wildes, nach Freiheit strebendes kleines Mädchen und seine große Lust, sich die Welt zu erobern? Ein Kind, dem das Herz der Erzählerin gehört, und das in den Nachkriegsjahren so gar nicht in das ja bis in die Siebzigerjahre gepflegte Schema, folgsam, sittsam und arbeitsam, passen will. …“

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Über Klaus MärkertsDer Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“ schreibt Georg Howahl im „Sonic Seducer“:

„… Märkert zeigt Sinn fürs Absurde. Was sich auch in den fünf neuen Geschichten des Bandes niederschlägt: Von der wohl größten erotischen Enttäuschung im Leben einer allzu normalen Frau etwa erzählt „Shades of Black“, fast surreal bis zur Auflösung erscheint „Cold Turkey“. Und „S.I.S.“ überrascht mit einer Fernbedienung zum Ausknipsen unliebsamer Menschen – wenn, ja, wenn das Ding nicht nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren würde. Jede dieser 20 Kurzgeschichten brilliert durch manchmal feinen, manchmal galligen Humor…“

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Im „Drecksack“-Magazin schreibt Franziska Appel über Michael SchweßingersRobinsonaden vom 40. Breitengrad„:

„… Das gesamte Buch ist ein geballtes Konglomerat an intensiven Erfahrungen und Gefühlen, wobei der Schreibstil eher sachlich anmutet. Doch gerade diese fast nüchterne Darstellung unterstreicht die Ignoranz des Massentourismus gegenüber der Ausbeutung der Angestellten. Sicher, von solchen Machenschaften wurde schon mehrfach berichtet, und auch mir war schon vorher irgendwie klar, dass der schöne Schein in den Werbeprospekten der Reiseanbieter sicher nicht ungetrübt ist. Aber es ist etwas anderes, wenn diese Trübung plötzlich Konturen annimmt, Namen trägt, zu Personen und Erlebnissen wird. Solche Umstände müssen durch Geschichten erst sprachlich verdeutlich werden, um tatsächlich ins Bewusstsein zu rutschen. Eben diese anderen Geschichten, die Schweßinger erzählt, um die Welt nicht denen zu überlassen, die sie ausbeuten. …“

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Wir bedanken uns herzlich!
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„Wir bleiben hier“: Interviews mit Jennifer Sonntag, Dirk Rotzsch & David Gray

Nachfolgend verweisen wir auf die unlängst erschienenen Interviews der „Wir bleiben hier„-Initiative von Comiczeichner Schwarwel und Sandra Strauß, in denen auch unsere Autorin Jennifer Sonntag sowie die eng mit AutorInnen unseres Verlags befreundeten Schriftsteller David Gray und Dirk Rotzsch zu Kernthemen wie Demokratie, Rechtsruck, Einwanderung und ziviler Courage zu Wort kommen. Die Interviews sind in Gänze absolut lesenswert:

Jennifer Sonntag:

„… wbh: Was wünschst du dir für ein besseres menschliches Miteinander?

Keine Sprachlosigkeit, zu welchem Thema auch immer. Ich sehe allzu häufig, wozu Sprachlosigkeit, erlernte Hilflosigkeit und die erlernte Opferrolle über mehrere Generationen hinweg führen können. Wir brauchen das Gefühl, Konflikte aufmachen und überstehen zu können, wirksam zu sein und nicht den Umständen ausgeliefert. Das klingt abgedroschen und ist doch so schwer: Wir müssen miteinander in Kontakt kommen, die Klappe aufmachen, Ängste überwinden, Reibung auch mal aushalten, das können wir nur, wenn wir die Dinge bei Lichte betrachten und nicht im dunklen Keller verbergen. Die Lauten können das sicher besser als die Leisen. Aber die Lauten verstecken ja auch oft nur eine allzu menschliche Angst. Hier müssen wir gegenseitig ein bisschen besser aufeinander achten und jeder aber auch auf sich selbst, jeder muss für ein besseres Miteinander auch an sich arbeiten. Ich dachte immer Sozialkompetenz hätte ich ja nun genug, bis bei einem Test herauskam, dass Sozialkompetenz nicht Harmoniesucht ist. …“

Hier geht es zum kompletten Interview.

David Gray:

„… wbh: Warum haben deines Erachtens Menschen Angst vor „dem bösen schwarzen Mann“, vor MigrantInnen und Muslimen?

Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Einer davon ist zweifellos der: Zuwanderer werden von den Ureinwohnern als unwillkommene Boten aus einer für viele von ihnen zunehmend unübersichtlicher und damit bedrohlich gewordenen Restwelt wahrgenommen, die für sie zudem auch noch voller Gewalt und Konflikte zu sein scheint. Aber man nimmt die Fremden zugleich auch als ökonomische Bedrohung wahr. Denn eines der Paradoxe der Entwicklung in Ostdeutschland besteht ja auch darin, dass man hier viel härter auf die Anforderungen des Überlebens im Turbokapitalismus vorbereitet wurde als in den alten Bundesländern, wo noch man lange nach dem Übergang von der Bonner zur Berliner Republik einen Rest an sozialer Nestwärme bewahrte, der von Betrieben, Vereinen und Kollegenkreisen garantiert wurde. Im Osten hingegen wurden die Identifikationsmittelpunkte der Betriebe innerhalb von kürzester Zeit abgewickelt und man verordnete allüberall das Credo: Ab jetzt ist sich jeder erst mal selbst der nächste.
Das Ergebnis dieses Experiments in oft sträflich planlosem Plattmachen sehen wir heute im Umgang mit den Zuwanderern. …“

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Dirk Rotzsch:

„… wbh: Wie kann man Menschen, die sich benachteiligt und abgehängt fühlen, bspw. Menschen, die nach dem Mauerfall viel verloren haben, Angst um ihre Existenz und vor Überfremdung haben, erreichen und in die Gesellschaft zurückholen?

Mit Mathematik. Wie kann mensch in einem Landstrich, wie zum Beispiel der Altmark, Angst vor Überfremdung haben – wahrscheinlich ein Ausländeranteil von 1 Prozent. Oder Brandenburg. Oder wieviele Migranten leben im Vogtland? Da lacht der Ruhrpottler oder der Hamburger und schüttelt sein Ayran. Die Angst, in der Wüste zu ertrinken, ist eine eher abstrakte. In Görlitz und der Niederlausitz hat mensch eher Probleme mit EU-Bürgern aus Polen, aber die PIS Partei und die AfD sind ja gute Kumpels, da könnte man es ja auf dem kurzen Dienstweg klären … Die Ängste werden geschürt um abzulenken und es klappt ja immer prima. Der teuerste Wirtschaftsflüchtling ist immer noch der, der sein Liarjet mit der Nase gen Panama geparkt hat. …“

Hier geht es zum kompletten Interview.
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Erste Rezensionen zu Michaela Debastianis „Frauenherz“: Welt am Sonntag, Weserkurier u. a.

In diesen Tagen kommen die ersten Besprechungen zu Michaela Debastianis Debüt „Frauenherz“ bei uns rein, für die wir uns herzlich bedanken. Die „Welt am Sonntag kompakt“ etwa schreibt:

„… Es entzieht sich jeder Kategorie, das erstaunliche Debüt von Michaela Debastiani. In lichten Gedichten, persönlichen Geschichten, wirbelnden Assoziationen, essayistischem Suchen und im Dialog mit dem Maler Dim Sampaio umkreist die österreichische Autorin das Gefühl, aus dem so viel entsteht, das so viel zusammenhält – und manches zerstört: die Liebe. …“

Der „Weserkurier“ befindet:

„… Debastiani, die ihrer Anthologie „Frauenherz“ auch Lyrik und sogar ein Miniaturdrama („Verglühende Liebe“) eingespeist hat, folgt den Fährnissen emotionaler Fixierung bis in vermeintlich randständige Gefilde. Bildmächtig und gewitzt erzählt sie von der Liebe zu Farben, vom Brennen für die Schrift, von der Zuneigung unter Geschwistern, von vergifteten Gefühlen – und von menschlichen Verbindungen, die den Tod überdauern.“

Zur Übersicht der Rezensionen zu „Frauenherz“ folgen Sie bitte diesem Link.
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Andreas Hähle im „Outscapes“-Interview

Unser Autor Andreas Hähle stand uns für das Onlineformat unseres „Outscapes“-Magazins Rede und Antwort zu seinem Schaffen, den Hintergründen seines Ende vergangenen Jahres erschienenen Romans „Wahnsignale“ und zu seiner Krebserkrankung. Zum Interview folgen Sie bitte diesem Link.

Bildnachweis: Volly Tanner
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Benjamin Schmidt im MDR-Interview

Am 10. 02. 2019 interviewte Jennifer Sonntag im Rahmen ihres MDR-Sendeformats „Selbstbestimmt“ unseren Autoren Benjamin Schmidt zum Thema sexueller Selbstbestimmtheit als Mensch mit körperlicher Beeinträchtigung sowie zu Berührungsängsten, erotischer Wahrnehmung und Unsicherheiten, aber auch zu seinen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und zu einem kommenden Buchprojekt mit der Künstlerin Franziska Appel. Zum Interview bitte hier entlang.

Bildnachweis: MDR
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