Weiteres „Wir bleiben hier“-Interview (mit Michael Schweßinger) und neue Buchbesprechungen

Ein weiteres starkes Interview der „Wir bleiben hier„-Initiative ist unlängst erschienen, diesmal mit Michael Schweßinger:

„… wbh: Was verbindest du mit: „Wir sind mehr!“?

Gar nichts, weder sagt mir dieses „Wir“ was, noch glaube ich gerade an das „mehr“. Und selbst, wenn es so wäre, würde es etwas ändern? Es geht doch hier nicht um einfache Mehrheiten, sondern darum, dass auch eine Minderheit dieses Land mit Hass überschütten und das Klima vergiften kann oder den Diskurs bestimmen. Es ist ein Erbauungssatz, vielleicht hilft er, einigen Mut zu machen und sich selbst zu vergewissern. Meine humanistischen Werte und Ideale sind aber so hoch, dass sie immer eine Minderheit darstellen. Mihai Sebastian, ein rumänischer Schriftsteller der Zwischenkriegszeit hat mal den Ausspruch geprägt: „Ich bin kein Anhänger irgendeiner Idee oder irgendeines Anführers, ich bin immer Dissident. Vertrauen habe ich nur in das jeweilige Individuum, aber in dieses habe ich ein großes Maß an Vertrauen.“ Dem würde ich zustimmen. …“

Hier geht es zum kompletten Interview.

Auch über neue Buchbesprechungen dürfen wir uns freuen:

Über Andreas HählesWahnsignale“ schreibt Dagmar Möbius posthum:

„… In 24 Kapiteln wechseln die Erzählebenen. Was ist Wahrheit, wo beginnt Paranoia? Der Ich-Erzähler legt seinen Protagonisten sprachlich Brillantes in den Mund. Kernig, direkt, ironisch, humorvoll, gelegentlich düster, verzweifelt. Das ist mitunter anstrengend – wie es der Umgang mit vom Wahn Befallenen mit sich bringt. Andreas Hähle reist mit uns durch das Seelenleben eines feinfühligen Menschen. Einen, den (s)eine zerstörte, zerrissene Gesellschaft umtreibt. In psychiatrischen Klinikberichten liest man heute in solchen Fällen von schlecht oder gar nicht akzeptierten „biografischen Gewordenheiten“, denen am besten mit Pharma-Querelen beizukommen ist.

Der Autor glaubt an die Kraft der Liebe. Und er verschafft denen Gehör, die sich eine andere, eine menschlichere, Gesellschaft wünschen. Das sollte Pflichtlektüre für alle sein, die ostsozialisierte Menschen verstehen wollen. Denn: „Zerrissen wird man nur dann, wenn man gar nichts tut.“

Hier geht es zur kompletten Rezension.

Über Mona KrassusFreitagsfische“ schreibt Angelika Bohn in der „Ostthüringer Zeitung“:

„… Auch „Freitagsfische“ ist kein „Schlüsselroman“ über das Schweigen der eigenen Familie. Vielmehr begibt sich die Autorin auf die Suche nach exemplarischen Strukturen, wenn sie den weißen Flecken in den Erzählungen der Eltern- und Großelterngeneration nachspürt. Wie war das, auf engstem Raum zusammengepfercht ein fast normales Leben zu führen? Argwöhnisch beäugt von den um ihren Besitzstand fürchtenden Nachbarn, und selbst voll Misstrauen gegen die neue Obrigkeit und deren Schutzmacht, die Russen? Wie war das für die Kinder, vor allem für ein wildes, nach Freiheit strebendes kleines Mädchen und seine große Lust, sich die Welt zu erobern? Ein Kind, dem das Herz der Erzählerin gehört, und das in den Nachkriegsjahren so gar nicht in das ja bis in die Siebzigerjahre gepflegte Schema, folgsam, sittsam und arbeitsam, passen will. …“

Hier geht es zur kompletten Rezension.

Über Klaus MärkertsDer Tag braucht das Licht, ich nicht 3.0“ schreibt Georg Howahl im „Sonic Seducer“:

„… Märkert zeigt Sinn fürs Absurde. Was sich auch in den fünf neuen Geschichten des Bandes niederschlägt: Von der wohl größten erotischen Enttäuschung im Leben einer allzu normalen Frau etwa erzählt „Shades of Black“, fast surreal bis zur Auflösung erscheint „Cold Turkey“. Und „S.I.S.“ überrascht mit einer Fernbedienung zum Ausknipsen unliebsamer Menschen – wenn, ja, wenn das Ding nicht nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren würde. Jede dieser 20 Kurzgeschichten brilliert durch manchmal feinen, manchmal galligen Humor…“

Hier geht es zur kompletten Rezension.

Im „Drecksack“-Magazin schreibt Franziska Appel über Michael SchweßingersRobinsonaden vom 40. Breitengrad„:

„… Das gesamte Buch ist ein geballtes Konglomerat an intensiven Erfahrungen und Gefühlen, wobei der Schreibstil eher sachlich anmutet. Doch gerade diese fast nüchterne Darstellung unterstreicht die Ignoranz des Massentourismus gegenüber der Ausbeutung der Angestellten. Sicher, von solchen Machenschaften wurde schon mehrfach berichtet, und auch mir war schon vorher irgendwie klar, dass der schöne Schein in den Werbeprospekten der Reiseanbieter sicher nicht ungetrübt ist. Aber es ist etwas anderes, wenn diese Trübung plötzlich Konturen annimmt, Namen trägt, zu Personen und Erlebnissen wird. Solche Umstände müssen durch Geschichten erst sprachlich verdeutlich werden, um tatsächlich ins Bewusstsein zu rutschen. Eben diese anderen Geschichten, die Schweßinger erzählt, um die Welt nicht denen zu überlassen, die sie ausbeuten. …“

Hier geht es zur kompletten Rezension.

Wir bedanken uns herzlich!
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Vorankündigung September 2019: Michael Schweßinger „In Buxtehude ist noch Platz“

Wir freuen uns auf das neue Werk Michael Schweßingers, das in nicht mehr allzu ferner Zeit, voraussichtlich im September 2019 und einmal mehr in Benjamin Schmidts grafisches Handwerk gebunden, das Licht der Welt erblicken wird. Schweßinger liebt das Fremde in dieser entsetzlich schönen Welt – in seinem neuesten Buch „In Buxtehude ist noch Platz“ schreibt er darüber in seinem unvergleichlich fesselnden, leichten, philosophischen und zugleich verstiegen humorvollen Erzählsound, ohne sich auf ein einzelnes Land zu konzentrieren, der er seinen LeserInnen ein spannendes Panorama seiner Reisen, Begegnungen und Beobachtungen bietet.

Zur Buchbeschreibung und -vorbestellung folgen Sie bitte diesem Link.
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Edition Outbird beim WGT 2019: ein Überblick

Nachfolgend möchten wir Euch und Ihnen in Stichpunkten einen kleinen Überblick geben, welche unserer AutorInnen zum Wave- und Gothik-Treffen in Leipzig zu erleben sind.

18. 05. 2019

11.05 Uhr | Jennifer Sonntag & Dirk Rotzsch | Vorschau auf das WGT 2019 | MDR Fernsehen

08. 06. 2019

13.30 Uhr & 14.15 Uhr | Holger Much & Benjamin Schmidt | Lesung „Willkommen in der Anderswelt“ (siehe auch hier) | Beuteltier Art Galerie, Könneritzstraße 24, 04229 Leipzig

15.30 Uhr | Michael Schweßinger | Lesung aus „In Buxtehude ist noch Platz“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

19.30 Uhr | Benjamin Schmidt | Lesung aus „Seelenübertritt“ | Heilandskirche, Weißenfelser Str. 16, 04229 Leipzig

09. 06. 2019

16.00 Uhr | Susanne Agnes Fauser | Lesung „Willkommen in der Anderswelt“ | Beuteltier Art Galerie, Könneritzstraße 24, 04229 Leipzig

16.00 Uhr | M. Kruppe | Leseprogramm „Kraftausdrücke“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

19.00 Uhr | M. Kruppe & David Gray | Lesung „Sexy Monsters in Pickelhauben“ | Brandstube, Schletterstraße 1, 04107 Leipzig

19.30 Uhr | Klaus Märkert | Konzert & Lesung mit Klaus Märkert & Bianca Stückers „The Eerie Glam Girls“ | Heilandskirche, Weißenfelser Str. 16, 04229 Leipzig |

10. 06. 2019

13.30 Uhr | Franziska Appel & Jennifer Sonntag | Lesung über „Die Laufmaschen des Lebens“ (im Rahmen der „Der siebte Blick“-Veranstaltungsreihe des VEID e. V.) | VEID e. V., Rossplatz 8a, 04103 Leipzig

Wir freuen uns auf literaturhungrige Gäste, bis dahin und herzlich willkommen!
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Resonanzen: Radio, Zeitung, Rezensionen

In den letzten Wochen haben sich die Resonanzen, Vorstellungen und Rezensionen um unsere Verlagsneuerscheinungen zeitweise fast überschlagen. Wir können an dieser Stelle nur eine Momentaufnahme aufzeigen und verweisen gern auf unseren Menüpunkt „Rezensionen + Buchvorstellungen“ in der linken Spalte, der in jeweiligen Unterpunkten alle bisherigen Resonanzen beinhaltet.

Darjeeling Pur“ von Tami Weissenberg erreichte zeitweise Rang 18 unter den „Biografien & Erinnerungen“ (Unterpunkt „Frauen“) bei Amazon. Das Buch wurde bislang in der Mitteldeutschen Zeitung, den Zeitungen der „Mediengruppe Thüringen“ sowie vom Radio des Mitteldeutschen Rundfunk und MDR Kultur vorgestellt bzw. besprochen. Weitere Besprechungen folgen.

Zitat: „Die Frau, mit der dieser Mann zusammenlebt, ist ein Ungeheuer. Eines, das den Mann zwingt, zuhause wie ein Sklave den Haushalt zu besorgen und zudem einen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, was dem Mann eine Zeit lang sogar gelingt. All das wird in diesem Buch haarklein geschildert, und natürlich bemitleidet der Leser den derart gedemütigten Mann und wünscht ihm nichts mehr, als dass er sich aus diesem Teufelskreis befreien könnte. Warum aber tut er es nicht? Warum erzählt er von dieser Hölle und macht doch keine Anstalten, ihr zu entfliehen?“ (MDR)

Michael Schweßingers „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ wurden beispielsweise in den Leipziger Stadtmagazinen „Kreuzer“ und „Ahoi“ sowie ebenfalls beim „MDR Radio Sachsen“ via Interview oder Besprechung vorgestellt.

Zitat: „Seine Storys bringen es insgesamt nur auf knapp über hundert Seiten, aber auf jeder einzelnen davon knirscht die Wahrheit unserer Zeit mit den Zähnen. Mit scharfem Blick und zunehmender Wut beobachtet Schweßinger die „Tourismus-Maschine“ aus nächster Nähe.

[…]

Vor allem schockierte Schweßinger die Selbstverständlichkeit, mit der die Angestellten sich ausnutzen ließen. Es habe keinen Widerspruch und erst recht keine Solidarität unter den Mitarbeitern gegeben, um sich gegen „die da oben“ zu wehren.

[…]

Auf die Frage, was er, wenn er könnte, in der Welt ändern würde, überlegt Michael Schweßinger lange, bevor er mit leiser, aber entschlossener Stimme antwortet: „Lass uns das Ganze auf Null setzen. Und nochmal neu versuchen, ob wir nicht doch ein bisschen menschlicher miteinander umgehen können“.“ (Kreuzer)

Unsere drei Hallenser AutorInnen Jennifer Sonntag, Axel Kores und Christoph Liedtke bekamen in einer halbstündigen Sendung von „Radio Corax“ Gelegenheit, sich, ihre Lebensentwürfe, künstlerischen Sichtweisen sowie ihre Bücher „Seroquälmärchen„, „Verschwendete Jugend“ und „Symmetrie der Risse“ vorzustellen (zum Radiomitschnitt bitte hier entlang). Die Mitteldeutsche Zeitung stellte Christoph Liedtke und seinen vorgenannten Lyrikband ebenfalls vor.

Zitat: „… Der Titel „Symmetrie der Risse“ klingt dabei wie eine Fortschreibung dessen, was ihn auch als Bildkünstler umtreibt: die Lebensspuren nämlich. Das er die fast schon weltweit auch bei Studienaufenthalten – etwa als Stipendiat in Istanbul und Tokio – gesucht und gefunden haben muss, ist teils seiner assoziativen, teils eher meditativen Lyrik zu entnehmen. Kostprobe: „Geh raus und nimm nichts mit. / Hinter den Gärten ziehe deine Kreise.“ Soll heißen, dass es auf der Spurensuche immer auch selbst Spuren zu legen gilt.

Idealerweise drücken die sich dann in beinahe aphoristischer Knappheit und Eindringlichkeit aus. …“

Ebenfalls „Radio Corax“ sendete ein eineinhalbstündiges Feature zu Christoph Liedtkes Japan-Aufenthalt, künstlerischem Schaffen und dem aus seinen Japaneinflüssen entsprungenen Hörstück. Zum Mitschnitt geht es hier entlang.

Und auch zu Benjamin Schmidts „Fick die Musen„, Tomas Jungbluths „Kammerflimmern„, M. Kruppes „Und in mir Weizenfelder“ und Michael Haas´ „50.  Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst.“ sind die ein oder andere Besprechung eingegangen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichen so positiven Feedbacks und freuen uns auch auf Ihre Meinung zu unseren Büchern.

Bildnachweis: Holger Ellgaard.
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Vorankündigung März 2018: Michael Schweßinger „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“

Wie Anfang des Jahres bereits kurz angerissen, wird in Kürze nunmehr auch Michael Schweßinger mit „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ seinen neuen Erzählband bei uns veröffentlichen. Italienstories aus seinem Saisonjob 2017 in einer Ferienanlage, die samt ihrer zahlungskräftigen Gästeschar nicht nur alle Klischees bedient, sondern auch durch prekäre Arbeitsverhältnisse ihrer Mitarbeiter aufwartet.

Schweßingers Erzählsog ist ungebrochen, auch dieses Buch will man nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen, obschon oder eben gerade weil es neben den beschriebenen Begegnungen, menschlichen Profilskizzen und bisweilen skurrilen Situationen auch sehr kritische Betrachtungen zum arbeitsrechtlich vermeintlich fortschrittlichen Europa des 21. Jahrhunderts aufzeigt. Besondere Merkmale des Buches sind neben Schweßingers fesselnden Erzählbildern seine Zwischenkapitel als den Erzählfluss kurzzeitig einfrierende Bruchstellen wie auch seine Gabe, weitgehend unemotional zugleich aus dem Geschehen heraus wie auch aus dem Draufblick zu erzählen.

Wir freuen uns auf sein Anfang März erscheinendes Buch und bedanken uns bei Ralf Schönfelder für das wunderbar umsichtige Lektorat und bei Benjamin Schmidt für dessen ebenso einfühlsames wie vortreffliches, unter fotografischer Vorlage Oliver Baglieris gestaltetes, Cover.

Michael Schweßinger erleben Sie auf der Leipziger Buchmesse im Rahmen unseres Abendprogramms (Informationen entnehmen Sie bitte diesem Veranstaltungseintrag).

Unser Dank gilt für die Coverfotografie Oliver Baglieri, für die Covergestaltung Benjamin Schmidt und für das Lektorat Ralf Schönfelder.
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Leipziger Buchmesse 2018: Wir heißen Sie herzlich willkommen!

Mit dem heutigen Tag ist nicht nur unser Standort zur kommenden Leipziger Buchmesse bekannt – Halle 5, Stand G 417 in Kooperation mit dem Telescope Verlag – sondern auch unser (vorläufiges) Veranstaltungsprogramm am Rande derselben, konzipiert (Änderungen vorbehalten). An unserem Stand können Sie nicht nur uns und unser Verlagsprogramm kennenlernen, vielmehr können Sie sich am 16. 03. 2018 um 14 Uhr von Frau Kopf, am 17. 03. 2018 von M. Kruppe Kopf ihre aktuellen Bücher „Brachialromantik“ und „Und in mir Weizenfelder“ signieren lassen und diese beiden AutorInnen begrüßen.

Auch freuen wir uns auf Sie im Rahmen unseres mitreißenden Abendprogramms, dass in der Leipziger Kunstgalerie Raum 16 am 16. 03. 2018 von den neuen Werken der Künstlerin Daniela Floss und der beiden Autoren Axel Kores und Michael Haas getragen wird, am 17. 03. 2018 von Frau Kopf und M. Kruppe, im 2. Teil von Hauke von Grimm, Michael Schweßinger und Klaus Märkert, ebenfalls mit feiner neuer Literaturkost mit Leben erfüllt wird.

Bitte entnehmen Sie die Details unserer Veranstaltungsankündigung.

Selbstverständlich werden Sie zu den Abendveranstaltungen mit edlen Spirituosen und kleinen Häppchen verköstigt; wir heißen Sie herzlich willkommen und freuen uns auf Sie!
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Verlagsvorschau 1. Quartal 2018: Schweßinger, Kruppe & Kores

Wir dürfen dank einer wachsenden Riege hochmotivierter Autoren und Autorinnen frohgemut auf die für dieses Quartal geplanten drei* Neuveröffentlichungen unseres Verlages hinweisen:

Der Leipziger / Weltbewohner Michael Schweßinger wird mit „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ seine neueste Sammlung Stories veröffentlichen, Eindrücke eines Weltenwanderers, die seine Italienerfahrungen des vergangenen Jahres in ein Spannungsfeld aus zeitverlorener Leichtigkeit und gewohnt tiefgründigen Erzählungen stellt. Die Covergestaltung wird Benjamin Schmidt anfertigen.

M. Kruppe aus Pößneck wird in seinem Gedichtband „Und in mir Weizenfelder“ und nunmehr 2. Buch in der „Edition Outbird“ einmal mehr schonungslos offen Menschen am Rande der Gesellschaft porträtieren, sich selbst und die Verlierer hinter dem großen Spiel in starke lyrische / prosaische Sprachbilder zeichnen, andererseits aber auch metaphorisch surrealen Gedankenflügen wie -abgründen folgen. Für seine Covergrafik ist der Berliner Grafiker Bias Schniese im Gespräch.

Axel Kores aus Halle an der Saale wird in unverschämtem Tempo und hochunterhaltsamem Sprachwitz im Roman „Verschwendete Jugend“ vom eskapistischen Lebenshunger, der Subkultur und dem Zwiespalt des Lebens erzählen, was aus einer ehemaligen Hausbesetzergruppe zwanzigjäriger Punks im Jetzt geworden ist. Seine Covergestaltung wird der preisgekrönte Hallenser Künstler Tobias Gellscheid übernehmen.

Einzelheiten zu all den vorgenannten Büchern erscheinen wie gehabt zeitnah; Michael, M. und Axel – wir freuen uns auf Eure Lektüre!

*Änderungen vorbehalten
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Herzlich willkommen: Michael Schweßinger

Wir freuen uns, im voraussichtlich ersten Quartal 2018 Michael Schweßingers Manuskript mit seinen Italienstories „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ in unserem Verlag veröffentlichen zu können. Schweßingers Lektüre ist uns schon seit Langem ans Herz gewachsen, zeitlos schön wie zeitverloren, bisweilen tief philosophisch und gleichzeitig oft von einer durchsonnten Leichtigkeit geprägt, ist der Weltreisende Schweßinger einer der großen Erzählkünstler, Skeptiker und nicht zuletzt Mahner dieser Zeit.

Michael Schweßingers Willkommen in unserem Verlag ist uns nicht zuletzt aus dem Grund eine Freude, da seine Anfänge wie unsere im längst verblichenen Leipziger Independentverlag „Edition PaperONE“ lagen.

Herzlich willkommen!
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Michael Schweßingers Vorwort zu Hauke von Grimms „WortLand“

Wir bedanken uns herzlich bei Michael Schweßinger für sein Vorwort für Hauke von Grimms jüngst erschienenen Buch „WortLand„:

„Der große Filmemacher Edgar Reitz sagte einmal in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:
„Die zweite Heimat“. Das ist das, was wir im Erwachsenenleben sozusagen durch Wahlverwandtschaften, durch eigene Entscheidungen, durch unser persönliches Wachstum auch in die Gesellschaft hinein neu begründen, für uns als Lebensraum schaffen.
Hauke von Grimms WortLand hat mich bei der Lektüre oft an diese Schaffung von Lebensraum erinnert. Wenn Hauke von Grimm gleich zu Beginn schreibt „meine Sprache ist der Ort, in dem ich Heimat erkenne“, dann sind wir mitten in dieser Suche angekommen. Manch einer mag beim Worte Heimat schon mit der Stirn runzeln und darauf verweisen, dass dieses Wort mit seiner breiten Oberfläche problematisch sei und offen für Interpretation bis hin ins abgestandene Brackwasser geistiger Borniertheit. Wenn ich während meiner Zeit in Rumänien die Menschen nach Heimat fragte, versuchte dieses Wort zu erklären, dann war die Antwort meistens, dass ich damit wohl nur die Familie meinen könnte. Ich meinte nicht die Familie, sondern diesen Sehnsuchtsort, jenseits von genealogischen Abstammungslinien.
Nun ist der Künstler immer im Zwist zwischen erster Heimat und zweiter Heimat. „Es ist nicht einfach dahin zurückzukehren, wo einen die Ursprünge auf den Weg des Lebens geworfen haben.“, schreibt Hauke von Grimm an anderer Stelle und verweist damit auf diese manchmal schmerzhaften Erinnerungen an die erste Heimat, die niemals mit unseren Wahlverwandtschaften deckungsgleich sind, und aus diesen Reibungen der Welten, zwischen Geworfenheit und Erschaffung, erscheint Sprache als Axt in der eigenen Wildnis. Schreiben als Urbarmachung von Wortland, in dem Heimat kein geografischer Ort mehr ist.

Michael Schweßinger“

Das Buch kann bereits jetzt in unserem Onlinestore vorbestellt werden. Herzlichen Dank!

Bildnachweis: Susanne Stoll
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