„A Kind Of Blue“

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Rezension vom „07 Stadtmagazin“
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Was hat das legendäre Album „Kind of Blue“ des US-amerikanischen Jazz-Trompeters Miles Davis mit dem gleichnamigen Buch von Roland Spranger zu tun? Wenig, sieht man davon ab, dass diverse Musik in den Geschichten wie scheinbar auch im Leben des Autors eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Oder dass die beiden bierseeligen Typen in der Titelgeschichte nicht so enden wollen wie Clint Eastwood als alternder Bodyguard in dem Film „The Line Of Fire“, der sich nach getaner Arbeit eben jene Platte reinzieht. Spranger – mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller und Theaterregisseur – mag augenscheinlich bizarre Typen, und zwar beiderlei Geschlechts. Das zumindest suggerieren die 14 durchweg spannenden, zumeist von knappen Dialogen lebenden, dichten Kurzgeschichten seines jüngsten Buches. Da gibt es Verlierer, die es mit dem Gesetz und der Realität nicht so genau nehmen, Pizza-Lieferanten, die den Glauben an Pizza verloren haben, Typen, die vom Leben „zermatscht“ wurden und nichts wollen als ein bisschen Würde – oder noch besser: Rache.

Schräger Humor, verstiegene Charaktere sowie der eine oder andere Mord sind unterhaltsam, doch lassen teils skurrile Plots den Leser da und dort verstört zurück.
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Rezension von Aischa
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Der Titel dieser Kurzgeschichtensammlung – eine Reminiszenz an das gleichnamige Album des Jazztrompeters Miles Davis – lässt es bereits erahnen: Die hier auftretenden Protagonisten sind „blue“, also traurig, depressiv, ziemlich schlecht drauf.

Das war es aber auch schon an Gemeinsamkeiten. Autor Roland Spranger präsentiert – trotz der miesen Grundstimmung – ein erfreulich vielfältiges, buntes Panoptikum. Da gibt es etwa den frustrierten Pizzaboten, der jede Pizza Hawaii (in seinen Augen eine kulinarische Todsünde) grundsätzlich kalt ausliefert, quasi als pädagogische Maßnahme. Wir begleiten den völlig abgedrehten Anhänger von Verschwörungserzählungen, der sich aus Angst vor Chem-Trails nur im Ganzkörperschutzanzug auf seinen Aufsitzrasenmäher wagt. Es wird gemetzelt und gemordet, über Leben und Tod philosophiert. Und zwar intelligent und unterhaltsam, tiefgründig und skurril.

Besonders angetan hat es mir Sprangers Sprache. Bei ihm ist ein nächtlicher Park nicht einfach nur bedrohlich, nein: „Auf der anderen Seite der Gleise macht der Park auf dicke Hose. Still, starr, dunkel. Als wäre er soeben für eine Fortsetzung von Herr der Ringe gecastet worden.“

Das ist Gegenwartsliteratur ganz nach meinem Geschmack, bitte mehr von diesen Momentaufnahmen der menschlichen Psyche!
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Rezension von Angelsammy
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Short Stories, die hohe Kunst, in verdichteten Worten treffend wenig, aber doch viel, durch Mark und Bein gehendes zu formulieren, ist Roland Spranger mit diesem Buch äußerst hervorragend gelungen.

14 Short Stories, mit oft überraschendem Ende, sezierend scharfsinnig, galgenhumorig, melancholisch. Manche Geschichten scheinen wie tief unter Wasser geschrieben. Beim Lesen vollführt man Apnoetauchen und so manche Kurzgeschichte macht einen im positiven Sinne atemlos. Jede dieser Geschichten reflektiert projizierend auch als Tapete das Allerinnerste seiner jeweiligen Protagonisten. Hintersinnig verbergen sich hinter den Satzgebilden so manche wortene Schnappfalle, die sich deinen Geist greift und einen Aaaha- Effekt auslöst.

Wer gerne sinniert, wird durch dieses Buch neuronal optimal stimuliert, aber du mußt dich darauf einlassen können, dir Zeit dafür nehmen, das Buch kann man nicht einfach so in einem Zug im Zug sitzend durchlesen.
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Rezension von Annette126
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Ein Pizzafahrer ist mit seinem Auto unterwegs und soll eine schöne, bestellte Pizzen ausliefern. Er freut sich auch schon darauf, nur am Ankunftsort erwartet ihn eine Überraschung….

Welche ist es??

Dies ist ein kleiner Einblick in eine der Kurzgeschichten im Buch. Ich finde sie sehr schön und sie hat mich dabei auch durchaus sehr nachdenklich gemacht. Den Pizzafahrer fand ich hierbei auch sehr nett und die virtuelle Pizza darin hat mir auch durchaus geschmeckt.

Daher kann ich Jedem von Euch auch diese herrlichen Geschichten sehr weiterempfehlen, weil sie auch sehr kernig sind.????
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Rezension von Dandy
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Bei „ A Kind Of Blue“ von Roland Spranger handelt es sich um ein Buch mit Short Stories. An Short Stories gefällt mir, wie schon der Name sagt, dass sie recht kurz sind. Ich eine Geschichte lesen kann, wenn ich nicht viel Zeit habe, oder auf Jemanden warten muss. Vorallem gefallen mir die meist unerwarteten Enden. Diese Geschichten hat der Autor ganz nach meinem Geschmack abgeschlossen. Die Geschichten sind alle sehr unterschiedlich. Teils humorvoll, abgefahren, melancholisch, tiefgründig uvm. Den Protagonisten hat der Autor „ihre“ Geschichte wie auf den Leib geschrieben. Hier passt alles. Der Schreibstil hat mir ebenfalls gefallen. Der Autor kommt schnell auf den Punkt, sodass sich die Geschichten schnell entwickeln. Ich habe diese Geschichten mit Begeisterung gelesen und empfehle sie weiter.
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Rezension von Ech
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Mit dieser sehr abwechslungsreichen Storysammlung gibt der Autor Roland Spranger einen guten Überblick über die große Bandbreite an Geschichten, die er erzählen kann. So lässt sich dieses Buch auch in kein bestimmtes Genre pressen, sondern bedient unterschiedlichste Aspekte der Literatur. Was die Geschichten aber verbindet, ist die Liebe zu leicht schrägen Protagonisten, die durchgehend gut gezeichnet und vielschichtig angelegt sind, und zu skurrilen Situationen, in die der Autor seine Figuren mit Wonne stürzt.

Mit vielen bildhaften Beschreibungen kurbelt er das Kopfkino dabei ordentlich an und bietet so nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern oftmals auch reichlich Stoff zum Nachdenken, der noch über das Ende der Geschichte hinauswirkt.

Wie in solchen Anthologien üblich, kann nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack treffen. Dennoch sollte hier jeder Fan von Kurzgeschichten den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

Mein persönliches Highlight war dabei die Geschichte „Im Feuerring“, in der sich der Protagonist auf einen abgedrehten Rachetrip begibt, der eng an den Klassiker „Ring of Fire“ von Johnny Cash angelegt ist.

Insgesamt konnten mich die Geschichten aber nicht nur gut unterhalten, sondern auch auf die weiteren Werke des Autoren neugierig machen.
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Rezension von FrMliest
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An diesen wunderbaren und vielfältigen Kurzgeschichten hat mich ganz besonders bewegt, dass es dem Autor gelungen ist, wirklich tiefgründige und inhaltlich bedeutsame Themen so in Kurzgeschichten zu verpacken, dass es ihnen an nichts fehlt und auch ihre Tiefe nicht verloren geht.

Kurzgeschichten per se sind für mich eine große Kunst, da man es im Bestfall schafft, kein Wort und keine Seite zu viel zu nutzen. Wenn man es trotz dieser Herausforderung schafft, den Leser zu tangieren und von der Geschichte zu überzeugen, ohne oberflächlich zu bleiben, dann hat man wahres Talent zum Geschichtenschreiben! Dies ist hier absolut gelungen und die Pluralität der Themen ist ein weiterer Beweis für das Talent des Autors.

Absolute Leseempfehlung für Leser, die bereit sind, sich über den Tellerand der leichten Kost zu wagen.
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Rezension der „Frankenpost“
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„Spannungsvolle Geschichten zu erzählen ist für Roland Spranger keine Frage der Größe, sondern der Dichte. „Salsa“ ist so ein Kunstwerk aus wenigen Worten, das mit beengtem Raum auskommt und schnell gelesen ist, aber lange nachhallt. Eine Kurzgeschichte, eine Short Story, punktgenau erzählt und im richtigen Moment freigelassen für die Gedankenwelt des Lesers.

[…]

Die Inspiration für seine Geschichten holt er sich nicht nur aus dem Leben, sondern auch aus seinen eigenen Arbeiten. „Pizza Hawaii“ sei ein Weiterdreh, nachdem ein Pizzabote in einem von Sprangers Theaterstücken vorkam. „C“, die Schlussgeschichte in seinem aktuellen Buch, sei eigentlich der Kern seines Romans Tiefenscharf, der es 2018 auf die Krimi-Bestenliste von Deutschlandfunk und FAZ schaffte und viel gelobt wurde von den Kritikern.

[…]

Kurz und schmerzvoll sind die Kurzgeschichten, die der 57-Jährige zusammengestellt hat, „hart und ehrlich“, sagt er. „Die Leute wollen Weltflucht und direkte Worte.“ Wann, wenn nicht jetzt? Die Protagonisten könnten „unsere „merkwürdigen Nachbarn sein“, heißt es im Klappentext. Saufend. Durchdrehend. Vom Leben zermatscht.

Eine Geschichte in seinem neuen Buch basiert auf einem realen Gespräch im Außenbecken des Hofer Hallenbades. „Einer der schönsten Orte der ganzen Stadt“, sagt Spranger und wird melancholisch. Die kleine Wasserwelt mit Blick auf die Saale ist längst Geschichte. Zu kaputt. Da geht’s dem Schwimmbecken
wie den Leuten in Sprangers Geschichten. …“

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Rezension der „Hammett Krimibuchhandlung“
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Insgesamt fand ich die ganz kurzen Storys tendenziell eher schwächer, die mittellangen eher besser, da langt der Autor richtig hin, legt einige preisverdächtige Kurzkrimis hin. Mit der extra langen 38-seitigen Geschichte um einen Mann, der glaubt zu erblinden, kam ich beim ersten schnellen Lesen nicht so ganz klar, aber so war sie eben auch gemeint: irritierend.

[…]

So verschieden wie in der Länge sind die Storys auch in Stil und Stimmung, Atmosphäre, Humor. Mal skurril, surreal, „schräg“ (Einbandtext), mal knallharter kleiner Action-Krimi. Fingerübungen eines Schriftstellers? Jedenfalls eine abwechslungsreiche Sammlung von wahrscheinlich verschiedenenorts Erstveröffentlichtem oder zu verschiedenen Anlässen Vorgetragenem…

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Rezension im „Hochfranken-Feuilleton“
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„Intensive Erzählungen, druckvolle Miniaturen: In einem spannenden Band versammelt Roland Spranger vierzehn noch junge und schon ältere Prosa. Darin verwickelt der arrivierte Hofer Autor Alltagsmenschen in Situationen, die nie ganz wirklich sind.

Von Michael Thumser

Von der erzählenden Prosa kommt Roland Spranger, und vom Theater. Manche seiner Sätze aber tun so, als käme der Autor vom amerikanischen Kino und als hätte er sie sich für Drehbücher ausgedacht. „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“: Dieser Satz, aus der Erzählung „Zermatscht“, stammt denn auch nicht von ihm, sondern aus „Das A-Team“, einem US-Actionreißer. „Die Vergangenheit existiert nicht wirklich. Sie ist nur in unserem Kopf“: Behauptet das nicht einer in „Matrix“? Nein, das ist echter Spranger. „Nichts ist für einen Menschen so gefährlich wie sein eigener Kopf.“ Gut gesagt, von wem auch immer.

So knapp, abgebrüht und überlegen kommen derlei Aphorismen daher, dass auch ein Studioschreiber aus Hollywood sich dazu gratulieren dürfte. Spranger, der arrivierte Hofer Dramatiker und (Krimi-)Autor, hat ihn drauf, den Sound, der immer ein bisschen nach Raymond Chandler und dessen Schnüffler Philip Marlowe klingt: die oft sarkastisch witzige, gelegentlich wehmütige Tonart der harten Hunde und der verlorenen Seelen, der Scheiternden, die aufrecht sterben (wollen), der stoischen Trinker und der Sieger von jener Art, die auf den Kinoleinwänden und Bildschirmen gemessenen Schritts und gelassenen Blicks von dannen ziehen, während hinter ihnen eine Ölraffinerie oder ein Sprengstofflager flammenspeiend explodiert.

Einmal heißt es in seinem Buch: „Wenn man gerade aus dem Kino kommt, sieht alles andere nicht echt aus.“ Als Spranger an den – teils älteren, teils ganz frischen – Erzählungen der Sammlung „A Kind of Blue“ werkelte, scheint er oft ins Kino gegangen zu sein. Denn die Welt der Prosastücke, in denen er sich oft kurz fasst und die er seltener, dann aber kunstvoll novellistisch ausbreitet, sie will nie ganz wirklich sein, nicht realistisch, schon gar nicht regelgerecht. Nie stimmt alles, irgendwas geht schief – da mit schwärzestem Humor, wie das Eheleben des Rasentraktor-fahrenden Aluhuts in „Nacktschnecken und Kondensstreifen“, dort so tragisch, dass es an Herz und Nieren rührt. Nirgends ist es für ausgedachte Menschen gefährlicher als in Sprangers „eigenem Kopf“.

Gemetzel-Träume à la Tarantino

Wie den Titel des Buchs hat er viele Komponenten seines Erzählens amerikanisiert: Die Männer rufen ihre Partnerinnen mit „Kleines“ oder „Hey Baby“; trifft die Abrissbirne eine Wand, machts „BOOOOOOM“; manche Gewaltfantasie reicht an die Gemetzel-Träume Quentin Tarantinos heran. Überhaupt empfiehlt es sich, in Filmen, Serien, Songs (auch älteren) aus Übersee wenigstens oberflächlich bewandert zu sein. Wie bei Chandler und Marlowe klammern sich einige Figuren unbeirrt an ihre ramponierte Wahrheitsliebe, andere bindet der gelehrige Autor hämisch an „Austragungsorten des Lebens“ fest, an denen sie gefangen zappeln wie ein Käfer im Weinglas.

Flott pflegt Spranger einen flapsigen Soziolekt, der von Gegenwartsnähe vibriert und bisweilen großspurig vor Coolness knattert. Zu dunklen, dennoch schillernden Bildern gedeiht die Lässigkeit des Stils, zu Sprachbildern auch, die zu Stilblüten reifen würden, funkelten sie nicht so brillant: „Auf der anderen Seite der Gleise macht der Park auf dicke Hose. Still, starr, dunkel.“ Klingenscharf und pfeilspitz weiß Spranger seinen Jargon zu schleifen, sodass er auch in psychologische Tiefen vorstößt: „Kleinkinder schließen die Augen, damit sie niemand sieht. Mit dem Erwachsenwerden verlieren sich alle Zufluchtsorte.“ In solchen Momenten verlieren sich Blockbuster-Optik und -Geräusch. Dann wundert sich der einheimische Leser, die Leserin auch nicht, wenn in Sprangers settings unversehens der Hofer Kugelbrunnen, der Bismarckturm auftauchen.

Sogar beim Schlappentag kehrt man lesend ein. „Filmriss“ heißt die Erzählung, was sich keinem Malheur im Projektorraum eines Lichtspielhauses verdankt, sondern mehreren Maßen auf Hofs traditionsreichem Starkbierfest. Das böse Erwachen des Trinkers mündet in einen Vaterschaftstest unter Entführungsbedingungen. Lebhaft belegt diese Geschichte, wie es dem Autor gelingt, in seinen stilisierten, vorsätzlich nie ganz „echten“ Fiktionen Normalzustände, -vorkommnisse, -empfindungen der Alltagswirklichkeit unterzubringen. Am eindrücklichsten gelingt ihm dies in den letzten Texten des Buchs, aus denen – statt amerikanischer – deutsche Regisseure wie Christian Petzold oder Andreas Kleinert gute Filme machen könnten: In „Blind“ versucht einer auf ein Leben vorauszuschauen, in dem er nichts mehr wird sehen können; in „Tot sein“ ringen zwei erwachsene Männer und ein kleines Kind darum, das Sterben zu begreifen; …

… in „C“ missrät ein Drogentransport blutig zum Schlamassel. Beispielhaft bündig gehorcht diese Miniatur einer tödlichen Konsequenz. Elf Seiten unter erst untergründigem, dann eskalierendem Hochdruck: Als er sich entlädt, kommt niemand gelassenen Blickes und Schrittes davon.“
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Buchvorstellung im Rahmen des „Kunstverächter“-Podcasts
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Rezension vom „Leporello“-Magazin
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„…Schräg und bizarr kommen seine darin agierenden Protagonisten daher. Zugleich sind seine Stories aber ausgesprochen unterhaltsam und lassen des Leser sinnierend über das Geschehene zurück. …“

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Rezension in „Lesenswertes aus dem Bücherhaus“
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„… Für seine Kurzgeschichte „C“ wurde der Autor in der Kategorie „Bester Kurzkrimi“ im Jahr 2016 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Meiner Meinung nach völlig zu Recht, kurz, knackig und auf den Punkt gebracht, ist „C“ eine meiner Lieblinge im Buch.

Die Storys in A Kind of Blue, haben mir wirklich gefallen, bei der einen oder anderen hat es allerdings einen Moment gedauert bis es klick gemacht hat. Es ist faszinierend wie viel sich in einer Kurzgeschichte verstecken kann, man erkennt es nicht immer auf den ersten Blick und gerade die ganz kurzen offenbaren sich oft erst später. Die Titelgebende Story ist so eine, keine zwei Seiten, ich musste sie zweimal lesen und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich weiß, was der Autor mir mit dieser Geschichte sagen will. Und doch hat auch sie mich gut unterhalten, wie jede hat auch sie ihren eigenen Reiz.

A Kind of Blue bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, allerdings sind sie anspruchsvoller als 08/15 Kriminalgeschichten man muss sich als Leser Zeit nehmen und ihnen seine komplette Aufmerksamkeit schenken, sie sind keine leichte Kost für zwischendurch. Mich hat das Buch zufrieden zurückgelassen.“

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Rezension von M. Kruppe
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„„Als Erstklässler mit einer orangenen Schirmmütze und Schwierigkeiten beim Buchstabieren wollte ich Cowboy werden. Oder Kranführer“, schreibt Roland Spranger zu Anfang einer seiner Storys. Nur gut, dass er sich das nochmal überlegt hat und stattdessen – wenn auch nur im Nebenberuf – Schriftsteller geworden ist. Sonst wären uns einige Theaterstücke und Bücher entgangen, die in ihrer lakonischen Rasanz zu jenen Werken gehören, die sich getrost dem Genre Hard Boiled zählen lassen.

„A Kind Of Blue“ ist das neueste Buch des in Hof lebenden Autors. Das von Benjamin Schmidt gestaltete Cover ist eine Tür in eine, man muss es wirklich so sagen, andere Welt. Eine Welt voll enttäuschter, verletzter, zuweilen auch schräger Randfiguren.

Der will den Freitod seines Freundes rächen, scheitert jedoch auf halber Strecke. Der andere, ein Pizzafahrer, macht eine schreckliche Entdeckung, die ihm auf dem Gewissen liegt.

Gewissen … überhaupt eine Sache, die sich wie ein dünner roter Faden durch das Buch zieht. Meist sind‘s irgendwelche Verlierer, die Spranger hier karikiert, Menschen, die zuweilen trottelig in seltsame Situationen stolpern. Dies und und die Sprache des Autoren formen dazu einen wunderbar trockenen Humor, der auf den Short Stories liegt, gleicher einem Soundtrack zu einem Episodenfilm.

Soundtrack ist ein weiteres Stichwort, denn immer wieder hören Sprangers Protagonisten Musik aus dem eher alternativen Bereich. Sogar Jim Morrison kommt zu Wort.

Mord und Totschlag wäre zu viel gesagt, und doch geht’s einigen Menschen in „A Kind Of Blue“ an den Kragen. Und doch schafft der Autor es, nicht nur die Opfer zu skizzieren, sondern dem Leser eine gewisse Art Mitgefühl für die Täter zu implizieren, denn: Einen Grund gibt’s ja immer…“
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Rezension von Martin Schult
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Der Autor Roland Spranger hat mit „A kind of blue“ eine spannende Anthologie nachdenklich machender Kurzgeschichten veröffentlicht. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie es einem Autor gelingt, mich auf wenigen Seiten gefangen zu nehmen und Gedanken in meinen Kopf setzt, die noch lange nachwirken. So ist es mir mit den Geschichten von Roland Spranger ergangen.

Er erzählt von sehr schrägen Charakteren wie Pizzaboten, die den Glauben an Pizza verloren haben und spätestens die abschließende Frage im Klappentext, ob Baukräne eigentlich Sex haben können, sollte klarmachen, dass sich der Leser auf Ungewöhnliches einstellen sollte. Gerade dies sorgt aber auch für den Nachhall in den Geschichten. Mehrmals saß ich ratlos mit dem Buch in der Hand und wusste zunächst nicht, was Roland Spranger mir nun mitteilen wollte, aber die Worte haben mir keine Ruhe gelassen. Dies führte dazu, dass ich das Buch nicht in Einem weglesen konnte, denn das wäre auch viel zu schade gewesen. Ich musste den Short Stories schon ihren Raum geben und das hat sich im Nachhinein auch gelohnt.

Hervorheben möchte ich hier zwei Geschichten, die mir besonders gut gefallen haben. Zum einen „Im Feuerring“ und zum anderen „C“, für die der Autor im Jahre 2016 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde. Es gelingt ihm hier, mit wenigen, präzisen und treffenden Worten mehr Atmosphäre und Spannung zu schaffen, als es manch einem Autor auf hunderten von Seiten nicht vermag.

Insgesamt war für mich die Anthologie „A Kind Of Blue“ eine Bereicherung, da ich nicht so häufig Kurzgeschichten lese und so zwischen anderen Büchern immer wieder eine gelungene Ergänzung fand. Der Schreibstil und die Geschichten an sich verlangen schon die volle Konzentration und sind daher auch nicht mal eben für zwischendurch geeignet, aber genau das macht sie auch aus. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.
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Rezension im „Orkus“
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„Nein, man kann wahrlich nicht behaupten, dass es die Protagonisten in Roland Sprangers Kurzgeschichten gut getroffen haben. Dem einen ist der beste Freund von der Sprünge gesprungen, weil er von einem Internet-Pornosternchen hinters Licht geführt wurde, ein anderer muss einem Pastor jeden zweiten Abend eine Pizza Hawaii liefern und sich sein Gejammer anhören. Der nächste arme Tropf hat einen Schweineköpfe essenden Opa, während nebenan die sexuell unterforderte Nachbarin von einer Drohne geköpft wird. All diese kleinen Ausflüge an den Rand des Wahnsinns (und bisweilen darüber hinaus) werden lakonisch, ohne große Empathie, aber dafür mit kühlem Humor geschildert. Spranger findet für seine Geschichten genau den richtigen Ton, „A Kind Of Blue“ unterhält, ohne in die Extreme von Gewalt, Sex und Drogen abrutschen zu müssen. Dafür sind die meisten Geschichten viel zu intelligent inszeniert. Wer auf das Genre Hardboiled fiction steht und sich auch in einer Kurzgeschichte gerne mal überraschen lässt, ist hier an der richtigen Adresse.
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Rezension von Rewareni
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„14 Short Stories findet man in dem Buch von Roland Spranger mit dem bezeichnenden Titel ,,A Kind of Blue“. Seine Protagonisten sind oftmals Opfer ihrer besonderen Lebensumstände oder sogar Täter, wenn sie meinen vom Leben ungerecht behandelt worden zu sein.

Die Geschichten haben sehr oft einen traurigen Hintergrund wenn es um Einsamkeit geht oder wenn eine Familie versucht mit dem Tod ihres Babys fertig zu werden. Es gibt aber auch Kurzgeschichten, die einen humorvollen und bisweilen auch schon zynischen Ansatz aufweisen, wenn ein Pizzabote seine eigene Vorstellung davon hat, wie er seine Pizzen bei den Menschen ausliefern wird.

Bei manchen Geschichten kann man einfach nur Mitleid mit den Protagonisten haben, wenn sie mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen. Der Autor beschreibt dabei immer wieder in einer berührenden Sprache die Gefühle und Gedanken der Personen.

Die Mischung der Kurzgeschichten ist vielfältig und es haben mich die meisten berührt oder nachdenklich gemacht. Aber es gibt auch Geschichten, mit denen ich leider überhaupt nichts anfangen konnte, wie z. Bsp. ob oder wie Kräne Sex haben. Manche Gedanken des Autors sind mir dabei unergründlich geblieben.

Wer Kurzgeschichten mag, wird sich hierbei sicher seine Favoriten herauspicken können und so manche bietet dann ein überraschendes Ende.“
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Rezension vom „Sonic Seducer“
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„Das Hirn macht, was es will. Obwohl es nicht angebracht ist.“ Besser hätte der Autor Roland Spranger seine Sammlung an Kurzgeschichten namens „A Kind Of Blue“ eigentlich nicht zusammenfassen können. Diese beiden Sätzer, die so unscheinbar aus dem Kontext einer jener Kurzgeschichten entnommen sind, beschreiben den inhaltlichen Kern der Texte nämlich sehr gut. Es geht um die Menschen in ihrer alltäglichen Welt voller Hass, Rachegelüste, Wut, Trauer und Irrationalität. Sie tauchen ab in die gedanklichen Abgründe und abstrusen Handlungen in dieser Gesellschaft. Zusammen mit einem angenehm frischen und offenen Schreibstil skizziert Roland Spranger Charaktere, wie sie das alltägliche Leben schreibt, sehr oft überspitzt sowie dramatisiert und doch irgendwie äußerst real. Ob es nun die fatalistische Weltsicht eines Pizzaboten, die krankhafte Rache eines Verflossenen, die morbide Suche nach einem Vergewaltiger oder der Versuch eines Umgangs mit tiefer Trauer ist, die Welt in „A Kind Of Blue“ ist schlecht. Und doch blitzen auch Elemente wie Humor, Liebe, Hoffnung und Empathie auf. Die Kurzgeschichten wissen zu unterhalten. Spartanisch anmutend fehlt ihnen dennoch nichts an Tiefe oder Atmosphäre. Und sie hinterlassen emotionale Trümmerlandschaften mit Dialogen wie: „Wenn dein Kind gestorben ist, bist du nur noch ein Zombie. Ich geh auch nicht mehr ins Kino. Und ich spiel auch nicht mehr am Computer. Ich tu nur so, als ob, wenn du mich danach fragst. Warum? Damit du beruhigt bist.“ Ja, die Welt ist schlecht.
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Rezension von TK
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Roland Sprangers Sammlung „A Kind of Blue“ enthält auf 165 Seiten 14 Kurzgeschichten zu wesentlichen Themen des Menschseins. Lebensentwürfe, Sinn, Tod, Beziehungen, Verluste, Depression, Freiheit, Wut und Gewalt sind dabei nur einige der behandelten Motive.

Worum geht es im Groben in den Geschichten? :

01. „Salsa“: Eine Frau erlebt eine seltsame Begegnung nach einem Bar-Besuch
02. „Im Feuerring“: Johnny Cashs „Ring of Fire“ stellt sich für ein Pärchen als verhängnisvoll heraus
03. „Pizza Hawaii“: Ein ganz normaler Abend eines Pizza-Ausfahrers
04. „Zermatscht“: Ein Mann nimmt Rache für eine Online-Erpressung
05. „Nacktschnecken und Kondensstreifen“: Suburbia, Sicherheit und Paranoia
06. „Dampfbad“: Statistische Aussagen, reale Auswirkungen und Philip Dick
07. „Kran“: Ein Mann erzählt von seinem Leben und seiner Faszination für Kräne
08. „Bier“: A und B trinken Bier und „philosophieren“ über Lebensentwürfe, Sehnsucht und Visionen
09. „Filmriss“: An ein Bett gefesselt versucht sich der Protagonist an den gestrigen Tag zu erinnern
10. „Einbruchspuren“: Ein Mann verwüstet die Wohnung seiner Ex
11. „Blind“: Der Protagonist befürchtet blind zu werden und bereitet sich darauf vor
12. „A Kind of Blue“: Wie kostet man das Leben ganz aus?
13. „Tot sein“: Ein Vater eines kleinen Mädchens steht einem Freund zur Seite, der gerade ein Baby verloren hat
14. „C“: Ein Unfall auf dem Weg zu einem Drogendeal führt eine Frau zu Bonnie und Clyde.

Eine zusammenfassende Einschätzung des Bandes fällt mir recht schwer. Einige der Geschichten haben mich sehr begeistert. Nennen möchte ich in diesem Zusammenhang vor allem „Pizza Hawaii“, die mich durch ihren anarchischen, witzigen und gleichzeitig melancholischen Stil richtig beeindruckt und toll unterhalten hat. Auf der anderen Seite gibt es auch aber auch Geschichten, zu denen ich wenig Zugang gefunden habe und die mir eher langatmig vorkamen. Dabei denke ich v.a. an „Kran“ oder auch „Blind“. Allgemein haben mich der frische Schreibstil des Autors und seine vielfältige Themenwahl angesprochen und daher würde ich dem Buch für Fans von Kurzgeschichten eine Empfehlung aussprechen.
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„A Kind Of Blue“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
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