„Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung“

_____________________________________________________________________________________

Rezension auf „Justdifferentwhatelse“
_____________________________________________________________________________________

„Der Verlag Edition Outbird ist bekannt für seine Veröffentlichungen, die nicht dem breiten Strom der Masse folgen, sondern für die, die aus dieser Flut heraus leuchten. So auch „Geschichten aus dem Kaff der Guten Hoffnung“, einer Sammlung an Stories von M. Kruppe, die auf rund 110 Seiten kurzweilige Unterhaltung der Sonderklasse bieten. Mit diesem Werk veröffentlicht Kruppe das bereits dritte Buch über Edition Outbird nach „Von Sein und Zeit“ (2016) und „Und in mir Weizenfelder“ (2018). Den Leser erwarten Geschichten, aber auch Gedichte, die man alle auf sich wirken lassen sollte und ein jeder der selbst in einer Kleinstadt oder in einem Dorf lebt, wird hier so manch Vertrautes und Bekanntes wiederentdecken. Ist es Dir nicht vielleicht sogar selber so ergangen, dass Du den Musterungsbescheid erhalten hast und alles dafür getan hast, um als untauglich ausgemustert zu werden?

Für die Gestaltung des Einbandes, die grandios inszenierten Illustrationen und das Vorwort ist kein Geringerer als Holger Much verantwortlich. Kruppe und Much harmonisieren perfekt. Beide skizzieren Personen am Rande der Gesellschaft wie keine anderen. Sie geben Charakteren eine Stimme, die sonst häufig kaum beachtet werden und deren Stimme sonst häufig nicht gehört wird. Stimmen, die lauter schreien als die der anderen, die aber trotzdem im Tumult der Kleinstadt untergehen wie ein Sandsack im Wasser.“
_____________________________________________________________________________________

Rezension in der LVZ
_____________________________________________________________________________________

„Vielleicht gibt’s gleich gesinnte Menschen, denen die Omnipräsenz der Politiker, der Supermodels oder der Superstars aus der Musik- und Sportszene auch auf den Senkel gehen, die wissen, dass jene Personen vom wirklichen Leben meilenweit weg sind? Den genauso empfindenden Menschinnen und Menschen seien die „Geschichten vom Kaff der guten Hoffnungen“ wärmstens empfohlen.

Dieses Kaff könnte das ostdeutsche Pößneck oder eine ganz andere Kleinstadt sein. Dort haben die olle Renate, eine ehemalige Lehrerin und Genossin, die schließlich „freizügige Dienste“ anbieten muss, um überleben zu können, dort haben der rote Ronny oder Künstler Karl besondere Spuren hinterlassen. Jedenfalls hat Autor M. Kruppe diesen ganz besonderen Personen ein Denkmal gesetzt. Das Ganze erinnert an die These, dass diejenige Hausfrau, die eine ganze Familie mit einem kargen Hartz-IV-Einkommen durch den Monat bringen muss, eine viel bessere Finanzministerin als jeder alternative, christliche oder frei demokratische Politiker sei.

Zugegeben: Die Lesenden werden vergebens auf wunderschöne Verse, provinzielle Idylle und versteckte Anspielungen lauern, sondern vielmehr durch die Zeilen getrieben. Doch hätte es Charles Bukowski nicht anders gemacht? Außerdem gehören jene Ecken und Kanten – leicht dahin gerotzte Worte – zu einem guten Punk-Rock-Song dazu. Kruppe ist genauso direkt, offen und schonungslos.

„Bleib still und tue, was du sollst. Ein Schaf sein für die Schlachterei!“ Das hat Kruppe am Anfang seines (inzwischen schon dritten) Buches formuliert. Allerdings schwingt auf den folgenden Seiten stets eine gewisse Zornigkeit über verschiedene Verhältnisse, die unser aktuelles Leben bestimmen, mit. Wer darüber hinaus schon einmal auf einer seiner Lesungen war, weiß, welche innere Energie seine Worte freisetzen können.

Also Achtung! Sie lesen auf eigene Gefahr.“
_____________________________________________________________________________________

Rezension von Lottchen
_____________________________________________________________________________________

„Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut und diese Woche lag es endlich im Briefkasten. Es ist nicht wirklich groß, nur 110 Seiten, liegt dafür aber sehr gut in der Hand. Das Cover gefällt mir und passt zu den Texten. Man sieht M. Kruppe mit einer Zigarette in der Hand und wie die Geschichten förmlich aus seinem Kopf herausschießen. Die Farben sind eher schlicht gehalten, was die Atmosphäre, in der die meisten Texte spielen, gut darstellt. Es handelt sich nämlich nicht um bunte, phantastische Geschichten, aber um die reine Realität, um gescheiterte Existenzen und die Schonungslosigkeit des Lebens.

Das Buch besteht aus einer Mischung von kurzen Prosatexten und Lyrik. Einige sind nur eine Seite lang, trotzdem hinterlassen auch sie einen tiefen Eindruck. Das hat sehr viel mit Kruppes Schreibstil zu tun. Er weiß, welche Wörter er benutzen soll, um die Leser zu berühren, um eine Situation so darzustellen, dass man das Gefühl bekommt, dass man mittendrin ist, dass man spüren kann, wie die Protagonisten sich fühlen. Die treffenden Illustrationen von Holger Much verstärken das Ganze.

Zentral in den Geschichten stehen Menschen von Fleisch und Blut. Menschen, die schon Einiges hinter sich haben und die vom Leben gezeichnet sind. Was nicht heißt, dass alle Texte tieftraurig sind, im Gegenteil. Es ist halt eine schonungslose Vorstellung des Lebens. Die letzte Geschichte zum Beispiel: ‚Wie ich von der Bundeswehr einen Kasten Bier geschenkt bekam‘ hat mich sehr amüsiert und auch ‚Bei Steve‘s‘ oder ‚Eins für die Kinder‘ sind sehr warmherzige Geschichten, die Spaß machen zum Lesen.

Zwei Texte aber, die mich sehr berührt haben und mich deswegen auch noch eine Weile beschäftigen werden sind: ‚Eins für Renate‘ und ‚Das erste Gebet‘. Diese Geschichten hauen mit so einer Wucht rein, dass man ein wenig braucht, um sie verarbeiten zu können. ‚Eins für Renate‘ handelt sich um eine Frau, die durch die Schicksalsschläge in ihrem Leben total am Abgrund angekommen ist. Man empfindet Mitleid mit ihr, aber weiß, dass man nichts mehr für sie tun kann. Das Ende kam für mich als eine Erleichterung, aber trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl hängen.

‚Das erste Gebet‘ tut auch ziemlich weh. Der Text ist nicht lang, aber hat mich Tränen in die Augen getrieben. Hier handelt es sich um einen Mann, der seine ganze Familie bei einem Autounfall verliert und wie er damit umgeht. Der Text ist so geschrieben, dass man den Verlust, die Trauer, das Unvermögen was zu tun, aber vor allem die Ungerechtigkeit am eigenen Leib spürt.

‚Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung‘ hat auf mich einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Texte haben mich sehr berührt und werden mich noch eine Weile beschäftigen. Es ist großartig, wie Kruppe es schafft, aus Alltagssituationen kleine literarische Meisterwerke zu machen. Ein Buch, das man sich wirklich nicht entgehen lassen darf!“
_____________________________________________________________________________________

Rezension in der Ostthüringer Zeitung
_____________________________________________________________________________________

„… Discounterkasse oder während einer Nachtkurierfahrt sind Kruppe ebenso ein Nachdenken wert wie der Moment des ersten Gebets im sonst gottesfreien Leben. Gelegentlich sind Beobachtungen mit Selbstbefragungen verknüpft, und man ist als Leser geneigt, eine Antwort beizutragen, noch bevor der Autor die Auflösung seiner Gedankengänge anbietet.

Ein Poet der Straße

„Ich wollte Pößneck ein Denkmal setzen, auch wenn die Stadt an keiner Stelle namentlich vorkommt“, sagt Kruppe selbst zu seinem Buch. „Wenn ich von Denkmal spreche, dann meine ich nicht die Stadt selbst oder die Leute, die sie lenken, denn darüber ist ja oft und schön genug geschrieben worden, vielmehr meine ich die Menschen, die am Rande der Pößnecker Gesellschaft stehen und das Leben in der Stadt auf ihre eigene Art beeinflussen. Diese Menschen will ich eine Stimme geben, sie vielleicht auch ein bisschen erklären.“Freilich seien persönliche Züge seiner Protagonisten etwas verfremdet, denn es liege ihm fern, gerade die noch lebenden Charaktere bloßzustellen, so Kruppe. Erfunden sei aber nichts. „Ich bin nicht der typische Romanschriftsteller, dessen Fantasie für unzählige Bücher reicht, der seine Story aus der Luft greift. Meine Geschichten lese ich von der Straße auf, höre ich in der Kneipe, liegen in den Menschen, für dich ich mich interessiere. …“

Zum kompletten Artikel bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Kurzrezension von Tilly Domian
_____________________________________________________________________________________

„Gestern bekommen, heute rein gelesen und direkt angefixt. Ehrlich, ohne Schnörkel, klar. Kruppe eben. Vermutlich hab ich es noch heute durch, aber es wird eines der Bücher sein, die man immer wieder liest… Chapeau Ronny Müller! Und das zauberhafte Vorwort und die Illustrationen von Hol Ger runden das Bild hervorragend ab. ❤️“
_____________________________________________________________________________________

„Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________