„Die Walin“

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Rezension des „07Stadtmagazins“
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„Kennen Sie das? Eigentlich will man nur ein wenig in einem Buch blättern, einen ersten Eindruck bekommen, doch dann legt man es einfach nicht mehr aus der Hand. Christian Mahlows Kuzroman gehört zweifellos dazu. Sein Text und die einfühlsamen schwarz-weißen Illustrationen Joelle Vanderbekes zaubern einem Bilder in den Kopf, die man so schnell nicht vergisst. Wie magisch angezogen beobachtet man nicht nur, man taucht wie von einem Sog erfasst tief ein in das Geschehen und damit in die Psyche des zurückgezogen lebenden Protagonisten. Der versucht, das Leben eines von ihm im Ozeanarium bewunderten Zwergwal-Weibchens zu retten. Das liegt eines Tages in seiner Wohnung. Hilfe bleibt ihm versagt, weil ihm niemand glaubt. Um dem sterbenden Tier zu helfen, greift er zu absurden Mitteln, setzt sogar seine Wohnung unter Wasser. Und: Er verliebt sich in den Koloss… Mahlows beinahe folgerichtig endende Geschichte ist nicht nur ein kafkaeskes Märchen von unerfüllter Liebe, Schuldgefühlen und Selbsterkenntnis; er stellt die Frage, was ein Mensch zu ertragen bereit ist, um nach seinen Vorstellungen leben zu können.“
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Rezension von Angelsammy
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„Der namenlose, männliche Erzähler in diesem Buch aus der Sicht der ersten Person ist ein einsames, für sich lebendes Individuum. Er ist journalistisch tätig, zuhause und liebt das Ozeanarium.

Er hat ohnehin eine Dauerkarte und ist jeden Sonntag dort. Als er im Becken die Zwergwalin sieht, verspricht er ihr in ihr bezauberndes Antlitz, daß er sie retten werde. Er ist ohnehin schon lange von ihr fasziniert und angetan.

Nicht lange danach, eines Morgens dann, liegt die Walin in der Tat in seinem Wohnzimmer – auf dem Trockenen.

Kafkaeske Surrealität? Ist sie wahrhaftig bei ihm? Leidet er unter einer Psychose? Einer zu lebhaften Phantasie? Oder ist sie reell zu ihm gekommen, auf sein Versprechen vertrauend, das er ihr gemacht hatte. Zu leichtfertig vielleicht?

Ein desperater Kampf gegen die Zeit beginnt. Denn die Walin droht auszutrocknen. Sie hat keine Nahrung. Sie ist nicht schwerelos, mangels des Meeres oder eines Beckens. Er tut alles, um sie zu retten …

Dieses Buch ist mysteriös, mit vielgestaltigen Deutungsmöglichkeiten. Eine Parabel sowie eine Elegie. Voller Poesie und Melancholie. Berührend und hypnotisch geschrieben. Auch eine Liebesgeschichte; welch eine Passion der Mann aufbringt, um die Schöne der Meere zu schützen. Ein Galan.

Ein Werk, das wahrlich in bester Tradition Kafkas steht. Hervorragend, daß es vielerlei Lesarten gestattet und sich der Eindeutigkeit entzieht. Das regt die Imaginationskraft der Leser*innen an. Kalt läßt dieser Kurzroman aber niemanden.

Ist es ein Abgesang auf die Vergeblichkeit, zu bewahren? Auf die Vergänglichkeit von alles und jedem? Oder eine Lobpreisung des Idealismus, gegen alle Widerstände zu kämpfen und niemals aufzugeben, so fruchtlos es auch scheinen mag?

Das Ende überzeugt jedenfalls sehr und das Geheimnis könnte durchaus verdichteter als jemals zuvor sein. Ein flirrendes Changieren einer betörenden Symphonie der entrückten Emotionen.

Man kann ebenso eine sehr berechtigte Kritik an der Gefangenschaft von Walen in Ozeanarien und Co. herauslesen. Exzellent!

Das Buch enthält diverse SW-Illustrationen. Einige Teile des Textes sind fett und in größerer Schriftgröße abgesetzt, was optisch sehr gut aussieht. Außergewöhnlich, diese Geschichte, für den Connoisseur*in unter den Aficionados des Literarischen.

Der Verlag Edition Outbird ist exzeptionell unter all den Verlagen, weil es besondere Perlen fördert. Schade, daß der Mainstream das nicht ausreichend zu goutieren scheint. Deswegen freuen mich solche Entdeckungen umso mehr. Danke, Christian Mahlow für diese ungewöhnliche, kreative und wunderschöne Geschichte und dem Verlag!!!!!“
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Rezension von AnjaLG87
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„Ich war wirklich überrascht von diesem Büchlein… Es kommt so klein und schmal daher, scheint nicht allzu viel zu „erzählen“, aber packt einen doch und kommt einfach direkt auf den Punkt.

Schon auf den ersten Seiten merkt man: Der Protagonist ist ein etwas kauziger Typ, ein Einzelgänger, könnte ein Autist oder zumindest ein Sozialphobiker sein. Die Szene in der Bäckerei zu Beginn zeigt, dass er seine festen Abläufe braucht, nicht spontan sein kann und schnell verunsichert ist, dem Gespräch mit der Verkäuferin gar nicht so richtig folgen kann. Gleichzeitig hatte ich aber auch gleich den Gedanken, dass ja vielleicht gar nicht der Protagonist das Problem ist, als es scheinbar nicht schnell genug geht und der Mann hinter ihm zu schnaufen beginnt, sondern dass vielmehr die Umgebung problematisch ist. Mit ihren Anforderungen, sich immer schnell und richtig zu entscheiden, mit dem Zeitdruck, dem Normal-und-richtig-sein-Müssen…

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie ich wohl reagieren würde, wenn mir jemand von so einem „Vorfall“ berichtet. Würde ich der Person glauben? Und würde es einen Unterschied machen, ob es eine Person ist, die mir nahe steht, oder doch eine fremde Person, die mich in meiner Rolle als Polizistin o.ä. anruft? Es ist ja bezeichnend, dass der Mann, der solche Probleme hat, mit Menschen zu sprechen, ausgerechnet nur Fremde und Amtsträger anruft, um diese um Hilfe zu bitten oder Lösungen zu finden. Er ruft keine Verwandten an, keine engen Freunde… Wen würde ich denn selbst anrufen, wenn ich in Not bin und, egal, wie absurd es auch klingen mag, einen Wal retten muss?

Dass die Hauptfigur Streuselschnecken und Kaffee mag und dann regelmäßig mit seiner Jahreskarte die Walin besucht, fand ich jedenfalls wiederum total sympathisch. Das Aufeinandertreffen des mächtigen Tieres und des schmächtigen, schüchternen Mannes war dann auch ganz magisch beschrieben, mit einem tollen Gefühl für Details und Atmosphäre. Ich konnte beim Lesen richtig fühlen, wie ungeduldig und voller Vorfreude der Mann auf das Walbecken zugegangen ist und wie ehrfürchtig und sprachlos er dann wiederum dort vor der Walin stand. Der weitere Verlauf der Geschichte hat mich dann ein bisschen an „Die Verwandlung“ von Kafka erinnert. Spannend zu lesen fand ich vor allem, auf welche Ideen der Mann kommt, um der Walin zu helfen und wie sich sein Auftreten gegenüber anderen Menschen verändert hat, als er für eine Sache, die ihm wirklich wichtig ist, kämpft. Beim Lesen ist man sich eigentlich nie sicher, was real und was vielleicht nur ein Traum, eine Wunschvorstellung oder eine Fieberphantasie ist. Erst am Ende klärt sich alles auf. Ich möchte an dieser Stelle natürlich nicht zu viele Details verraten…

Im letzten Drittel hatte ich das Buch für mich ein paar Längen (als der Mann immer wieder gefallen ist, ohnmächtig wurde oder geschlafen hat), aber davon abgesehen war es durchweg spannend, sehr atmosphärisch und irgendwie mystisch. Die Geschichte ist etwas Besonderes, erzählt von einem einzigartigen Verhältnis zwischen Mensch und Tier, das auf manche vielleicht irgendwie „krank“ wirkt, aber vielleicht ist eher die Welt, die dieses Verhältnis so unmöglich macht, so einschränkt und als unnormal abstempelt, in Wahrheit krank. Am Ende hatte ich jedenfalls das Gefühl, gerade eine ganz wertvolle und dichte, aufs Wesentliche komprimierte Geschichte über Menschlichkeit, unser Miteinander in der Welt, Respekt vor dem Leben und Moral gelesen zu haben.“
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Rezension des „Buchjournals“
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„Jeden Sonntag geht ein Mann ins Ozeanarium, um ein Zwergwal-Weibchen, das er die „Walin“ nennt, zu besuchen. Bis die Walin eines Tages sterbend in seinem Wohnzimmer liegt und ein verzweifelter Kampf um ihre Rettung beginnt. In einer feinsinnigen Prosa erzählt der Dramaturg Christian Mahlow ein kafkaeskes Märchen um Liebe, Grenzüberschreitungen und innere Abgründe, und er stellt die Frage, wie weit man geht, wenn man etwas unbedingt erreichen will. Extravagant ist sein Text, scharfsinnig und klug, und die zarten Schwarz-Weiß-Illustrationen der Künstlerin Joelle Vanderbeke unterstreichen die poetische Kraft dieser außergewöhnlichen Novelle.“
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Rezension von Bücherprinzessin123
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„Der scheue Protagonist blüht nur an Sonntagen auf, die er ausnahmslos in der Stille des Ozeanariums verbringt. Jede Woche bewundert er dort eine stille Riesin: Die Walin, wie er sie liebevoll nennt. Er wird auf die vermeintliche Traurigkeit des Tiers aufmerksam und verspricht, ihr zu helfen. Und kurz darauf liegt der Koloss in seinem Wohnzimmer. Kann er seinem Versprechen gerecht werden?

Schon in der Schule habe ich Werke geschätzt, die viel Raum zur Interpretation ermöglichen. Allen voran die Werke von Kafka, die den Leser dazu anregen, nachzudenken, zu analysieren und das Gelesene in die eigene Realität einzuordnen. Auch „Die Walin“ sorgte dafür, dass meine Gedanken nicht stillstanden. Das kafkaeske Meisterwerk stellt aus meiner Sicht die Frage: Was ist ein Mensch bereit für die Liebe zu tun? Einfühlsam wird dieser Frage nachgegangen. Man erkennt: Für die wahre Liebe ist ein Mensch bereit, alles zu tun, sich selbst unterzuordnen und die Meinung anderer Menschen hintenanzustellen. Beim Lesen der Parabel wurden bei mir starke Emotionen hervorgerufen: Ich durchlebte mit dem Protagonisten Glück, Leid, Hilflosigkeit und Trauer. Hierbei umfasst das Werk zwar gerade einmal 122 Seiten, die allerdings noch lange nachschwingen. Die Illustrationen ergänzen das Werk gekonnt.

Fazit: Ein kafkaeskes Meisterwerk, das man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt. Fantastisch!“
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Rezension von Claudia R.
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„Klappentext:

Die Walin ist eine fesselnde Parabel, die vom einsamen und absurden Kampf eines Mannes um das Überleben eines Zwergwal-Weibchens erzählt. Der zurückgezogene Mann hatte seine Bewunderung für die Walin im Ozeanarium entdeckt und viele Male genährt, als sie eines Morgens plötzlich in seinem Wohnzimmer liegt. Fieberhaft bemüht er sich, Hilfe zu holen, aber niemand glaubt ihm, dass ein Wal in seiner Wohnung liegt. Ebenso überfordert wie blind zur Rettung der Walin entschlossen, tut er alles, um dem langsam sterbenden Koloss zu helfen. Seine verzweifelten Bemühungen sind ein kafkaesker Grenzgang zwischen unerfüllter Liebe, Schuldgefühlen und Selbsterkenntnis.

Cover:

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Eine kleine Gestalt und ein Wal zieren das Cover. Einfach und wunderschön, ein Cover, dass die Neugier weckt.

Meinung:

Eine fesselnde, poetische und tiefsinnige Fabel, die durch einige kleine Illustrationen sehr schön abgerundet wird.

Ein ganz eigenen Charakter, mit vielen Ecken und Kanten beschreitet hier den Hauptpart der Geschichte. Der namenlose Mann ist hier die Hauptperson und Haupterzähler dieser Geschichte. Aus seiner Sicht in der Ich-Perspektive wird diese Kurzgeschichte geschrieben. Ein sehr eigensinniger Mensch, den man als Einzelgänger bezeichnen kann und viele surreale Momente machen das Ganze sehr interessant und spannend. Die Geschichte entwickelt ihren ganz eignen Sog und besonders die kreativen, poetischen und fantasievollen Momente machen das Buch aus.

Eine feinfühlige, aber auch surreale Geschichte mit psychischen Feinheiten und tiefsinnigen Momenten. Ein Mann und eine Walkuh, liebevoll „Walin“ genannt, die auf spektakuläre und einzigartige Weise aufeinandertreffen und besondere Umstände hier für einen fesselnden Lesesog sorgen.

Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht allzu viel verraten und auch nichts vorweg nehmen, daher verzichte ich hier auf zu viele Angaben.

Der Schreibstil ist besonders und lässt sich gut und flüssig lesen. Poetisch und teils surreal ist diese Geschichte sehr kreativ und emotional angehaucht. Die Ich-Perspektive ermöglicht einen guten Einblick und lässt den Leser in die Welt des Namenlosen eintauchen.

Die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen runden das ganze zusätzlich ab und lockern das ganze auf. Eine fesselnde Parabel, mit Sog Wirkung.

Fazit:

Eine fesselnde, poetische und tiefsinnige Fabel, die durch einige kleine Illustrationen sehr schön abgerundet wird.“
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Rezension von Frau M. liest
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„Mein Fazit:

Ein (Wunder-)Werk, das mich beginnend ab Seite 1 fest in seinem Bann hatte!

Ein Mann; Einzelgänger, etwas verschroben wirkend, und seine besondere Beziehung zu einer Walkuh, die er poetisch ‚Walin‘ tauft und allsonntäglich im Ozeanarium besucht, bis sie eines Tages in seinem Wohnzimmer liegt.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Worum genau geht es in diesem so besonderen Werk? Dies zu beantworten, ohne stundenlang und vielschichtig über eine mögliche Interpretation zu philosophieren, scheint unmöglich. Eine wahre Fülle an Deutungsmöglichkeiten obliegen der Leserschaft.

Das zu Lesende bietet sich dem/der Leser*in in einer fein ziselierten, geschliffenen und poetischen Weise dar und zergeht beim Lesen auf der Zunge und dringt tief ein.

Ein Meisterwerk mit gelungenem Ende und noch wunderbarerem Weg bis zu ebendiesem.“
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Interview mit Lea Korte
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„… Lea: In Beschreibungen zur Walin taucht oft das Wort kafkaesk auf, bzw. die Beschreibung magischer Realismus. Was reizt dich daran, die Welt deines Buches mit Phänomenen jenseits unserer Realität zu füllen?

Christian: Die Walin ist die erste Geschichte, in der dieser magische Realismus oder das Kafkaeske auftauchen. Während ich das Buch geschrieben habe, habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Ich habe die Geschichte geschrieben und es gab keine Frage nach dem warum oder wieso. Erst im Nachhinein fange ich an zu verstehen, wie das Buch entstanden ist und was der magische Realismus oder das Kafkaeske damit zu tun haben. Ich habe die Geschichte aus dem Bauch heraus geschrieben. Damit meine ich einerseits die Spontanität und Schnelligkeit und andererseits ein ziemlich verworrenes Knäuel von Gefühlen. Die Walin ist keine akkurate Beschreibung eines ‚wirklichen‘ Geschehens, sondern sie ist eine Reise ins Innere: Angst, Trauer, Sehnsucht, und so weiter. Ich habe mit der Walin gelernt, dass ich mich diesen Themen nähern kann, wenn ich eine Schranke öffne. Eine Schranke, die sagt, die Dinge müssen so geschrieben sein, wie die Welt, die ich draußen vor der Tür sehe. Wenn diese Schranke offen ist, kann ich in eine ganz neue Welt abtauchen, in der ganz viel möglich und sagbar ist, in der ich schwer ausdrückliches in Bilder verwandeln kann. So wird für mich eigentlich unsagbares erzählbar. …“

Das komplette Interview entnehmen Sie bitte diesem Link.
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Rezension auf „Lesenswertes aus dem Bücherhaus“
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„Natürlich habe ich mir während des Lesens überlegt, was mir der Autor mit seiner Geschichte eigentlich sagen will, ihr erinnert euch ja sicher auch an die Geschichten, die wir alle in der Schule interpretieren mussten, freiwillig darüber nachzudenken macht aber mehr Spaß. Wofür steht die Walin? Das war für mich die zentrale Frage.

[…]

Ich mag die Art, wie der Autor Christian Mahlow seine Geschichte erzählt, es erscheint so selbstverständlich, dass ein Wal plötzlich in einer Zweizimmerwohnung auftaucht. Einige von euch werden Kafkas „Die Verwandlung“ gelesen haben und vielleicht so wie ich auch bei dieser Parabel ein Gefühl von Selbstverständlichkeit gehabt haben. Ich halte das für großes schriftstellerisches Können.“

Die komplette Rezension entnehmen Sie bitte diesem Link.
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Interview auf dem Onlineangebot des „Buchmarkt“-Magazins
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„… BuchMarkt: Worum geht es in „Die Walin“?

Die Walin erzählt vom einsamen und absurden Kampf eines Mannes um das Überleben eines Zwergwal-Weibchens. Der zurückgezogene Mann hatte die Walin schon viele Male im Ozeanarium bewundert, als sie eines Morgens plötzlich in seinem Wohnzimmer liegt. Fieberhaft bemüht er sich, Hilfe zu holen, aber niemand glaubt ihm, dass ein Wal in seiner Wohnung liegt. Überfordert, aber blind entschlossen, die Walin zu retten, tut er alles, um dem langsam sterbenden Koloss zu helfen. Seine verzweifelten Bemühungen sind ein Grenzgang zwischen unerfüllter Liebe, Schuldgefühlen und Selbsterkenntnis. „Garniert“ ist das Buch im Übrigen mit einer Covergrafik und berührenden Illustrationen von der Dresdener Illustratorin Joelle Vanderbeke.

Kräftige Themen. Wieso wollten Sie darüber ein Buch schreiben?

Wenn man sich die kurze Zusammenfassung anschaut, sieht man wahrscheinlich schon, dass ‚Die Walin‘ kein Sommermärchen ist, sondern vielmehr eine spannende Parabel. Ich glaube, was mich an diesem Stoff am allermeisten interessiert, ist die Frage, wie weit reicht Bedingungslosigkeit? Wie weit geht man, wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt, wenn man etwas unbedingt will? Wie viel lässt sich ertragen oder aushalten, um ein Ziel zu erreichen, um sein Leben auf eine bestimmte Art und Weise zu leben? …“

Das komplette Interview entnehmen Sie bitte diesem Link.
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Rezension im „Orkus“-Magazin
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„“Die Walin“ ist eine Parabel, die von Leidenschaft handelt, dem Überschreiten von Grenzen, Verzweiflung als starker Motivation, und der Zerbrechlichkeit des scheinbar Selbstverständlichen. Der Protagonist ist ein alleinlebender Mann, der regelmäßig in ein Ozeanarium geht und eine dort lebende Zwergwal-Kuh beobachtet, bewundert, mit ihr spricht, sie manchmal retten, befreien will. Eines Tages schließlich liegt das Tier seinem Wohnzimmer – was ihm natürlich niemand glaubt. Nicht die Nachbarn, nicht einmal die Polizei. Also versucht der Mann zunehmend verzweifelt und mit für Außenstehende vielleicht absurd anmutenden Aktionen, das Leben des Tieres, seiner Walin, zu retten, dafür immer mehr von seiner eigenen Existenz aufgebend, am Ende scheiternd und dabei vollkommen aus dem bisherigen eigenen, beherrschbar scheinenden Leben gerissen. Das Ende der Geschichte lässt den Leser nachdenklich, traurig und ebenso etwas ratlos zurück und vielleicht merkt man erst dann, wie tief sie einen emotional in sich hineingezogen, mitgenommen hat.“
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Rezension von Toni Sternenstaub
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„Ich habe das Gefühl, mich hat lange kein Text so berührt und es fällt mir schwer, überhaupt Worte dafür zu finden. Daher erst mal die Basics: „Die Walin“ ist vor ein paar Wochen bei „Edition Outbird“ erschienen. Die Geschichte von Christian Mahlow wurde wunderbar stimmungsvoll illustriert von Joelle Vanderbeke. Die Prämisse ist ebenso simpel wie kafkaesk: Eines Morgens erwacht ein Mann, und in seinem Wohnzimmer liegt ein Zwergwal. Eine Walin.

Ganz so zufällig wie bei Kafka ist es dann doch nicht, denn der Mann war am Tag zuvor, wie jeden Sonntag, im Aquarium, um vielleicht einen Blick auf die Walin zu erhaschen. Diesmal hat es geklappt, er hat sogar eine Art Verbindung zu ihr gespürt. Ist diese Verbindung für das plötzliche Auftauchen der Walin verantwortlich? Wir können, wie der Protagonist, darüber nur spekulieren.

Aber eigentlich macht es mehr Sinn, sich einfach auf den übernatürlichen Aspekt der Geschichte einzulassen, denn was die nächsten Tage, in denen der Mann verzweifelt versucht, die Walin am Leben zu halten, mit den beiden passiert, ja, hm, dafür habe ich irgendwie keine Worte. Nur, dass ich mich nicht mehr vom Buch lösen konnte, so stark mitgefühlt habe, ich so eine zerreißende Verzweiflung gespürt habe, so viel Liebe und Auswegslosigkeit. Ich kann nur empfehlen, es selbst zu lesen, es war zumindest für mich eine sehr besondere Erfahrung.“
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Rezension von Yoppel
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„Wir begleiten in dieser Geschichte einen namenlosen Mann, einen Einzelgänger, der journalistischen Tätigkeiten nachgeht und sich jeden Sonntag mit seiner Saisonkarte bereits am frühen Morgen vor allen anderen Besuchern im Ozeanarium einfindet. Besonders fasziniert ihn bei seinem wöchentlichen Besuch die Walkuh, eine Zwergwalin und für ihn „Die Walin“, welcher er eines Morgens verspricht, sie zu retten.

Kurze Zeit später findet er nach dem Aufwachen die Walin in seinem Wohnzimmer liegen und sieht sich innerhalb der kommenden Tage mit der Aufgabe betraut, sie vor dem Austrocknen und dem Verhungern zu schützen.

Spielt das alles nur in seinem Kopf? Hat er psychische Probleme? Entspringt es seiner Fantasie? Liegt sie tatsächlich dort in seinem Wohnzimmer? Man weiß es nicht. Wir stehen hier als Leser einer Geschichte gegenüber, die sich auf unterschiedlichste Weise deuten lässt und uns in seinen Sog zieht.

Hierbei handelt es sich um ein kleines Kunstwerk vom Verlag Edition Outbird, welches durch seine besondere Geschichte, Layout und SW-Illustrationen zu überzeugen weiß. Ein wirkliches Abenteuer, das in den Bann zieht. Wahrlich ein Kunstwerk.“
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„Die Walin“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
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