„Die Augen meiner Tochter“

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Kurzrezension von Andreas Löhr („Fliehende Stürme“)
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„Mit der Novelle ,Die Augen meiner Tochter‘ liefert der Autor Michael Haas ein literarisch-philosophisches Meisterwerk. Über der Schönheit seiner Worte schwebt stets die Bitterkeit der Wahrheiten, deren gewaltige Grausamkeiten mitunter nur schwer zu ertragen und nicht zu akzeptieren sind.“
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Buchbesprechung in der Cannstatter Zeitung
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„… Haas´ Novelle ist eine philosophisch tief durchwirkte Geschichte, die zeigt, wie eine vollkommene Eltern-Kind-Beziehung sein und was sie für positive Kräfte freisetzen kann. Im Buch geht es um den 50-jährigen Psychotherapeuten Clemens, der eine existenzbedrohende Diagnose erhält, er ist todkrank. Nun kommt die Frage, wie geht er damit um und mit seiner Familie, seiner Frau und Tochter. Wächst die Familie zusammen oder zerbricht sie? Es ist die Geschichte des sich ideal Verstehens einer kleinen Familieneinheit: Vater, Mutter, Kind. Das Buch zeigt eine Imagination, wie diese Einheit vollkommen wäre. Es greift die Emotionen auf, die der Titelheld erfährt und durchleidet, durchdenkt, glaubhaft, fesselnd und berührend beschrieben. Es ist ein Nachdenken über die Liebe und wie vielfältig sie ist, wie inspirierend und dass sie mit dem Tod nicht zu Ende ist.

[…]

Der Leser wird unmerklich hineingezogen in das emotionale Geschehen, wie Clemens selbst durch die Krankheit bedingte Ausfälle hat, plötzlich nichts mehr sieht. Die Welt wird dunkel für ihn. Doch das Erzählte endet nicht negativ. Vielmehr gibt es Anstöße für das eigene Erleben. Glück ist für den Autor „die Gewissheit um die Schönheit“. Haas, keiner Religion zugehörig, sagt „Für mich ist alles göttlich“. Er ist kein Freund von Religionen. Auch die Mutter respektive Frau rückt in den Mittelpunkt der Erzählung „Ohne sie würde das System kollabieren.“ Die Mutter bildet das Fundament für die Tochter in dem Buch. Haas weiß um die Stärke und Resistenz von Frauen und schätzt diese hoch ein. Dennoch hält er es für falsch, die Erziehung exklusiv Frauen zu überlassen. …“

Zur kompletten Besprechung bitte hier entlang.
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Interview im „Outscapes“ – Magazin

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„… Andreas Löhr, Sänger der legendären „Fliehenden Stürme“, sagt über das Buch: „Mit der Novelle ,Die Augen meiner Tochter‘ liefert der Autor Michael Haas ein literarisch-philosophisches Meisterwerk. Über der Schönheit seiner Worte schwebt stets die Bitterkeit der Wahrheiten, deren gewaltige Grausamkeiten mitunter nur schwer zu ertragen und nicht zu akzeptieren sind.“ Kommt es nicht einer Schwächung der tiefen Liebe zur Tochter gleich, dass Deine Novelle die schwere Erkrankung des Protagonisten sowie dessen stark misanthropische Weltwahrnehmung – quasi als dunklen Urgrund einer so überaus positiven Gefühlswelt – beinhaltet?

Mir scheint die Weltwahrnehmung des Protagonisten nicht misanthropisch zu sein, im Gegenteil zelebriert er menschliche Schönheit, wann immer sie ihm begegnet. Er verneigt sich vor jedem Akt humaner Fürsorge, der keiner Verpflichtung, sondern einer wahren Empfindung folgt.
Das Buch ist eine liebevolle Hommage, keine Abrechnung oder traurige Erinnerung an ein Leben am Abgrund. Die Liebe zur Tochter gleicht einer diskreten Melodie, die eine lärmende Welt verstummen lässt. Dieser Vater weiß, nein, er fühlt, dieses Kind ist ein Licht ohne Schatten.
Seine vorbehaltlose Liebe schenkt seiner Tochter Gewissheit, dass sie für immer geborgen ist. Die Liebe, die ihre Eltern verbindet, umschließt und beschützt sie in allem.
Und dennoch hat Andreas fraglos recht: Unser Leben ist fragil, wir alle sind verwundbar, sterblich und jede Krankheit kann unsere letzte sein.

Wenn sich diese Frage überhaupt gestattet: Wie hoch ist die Schnittmenge Deiner Werke mit den Alben Deines Freundes Andreas Löhr und seiner gern mit dem Etikett „Düsterpunk“ versehenen Band „Fliehende Stürme“? Seine Musik trägt ja eine ähnlich kraftvolle Dunkelheit in sich.

Etiketten sind selten hilfreich und bei Andreas’ Musik wohl eher dem Wunsch vieler Menschen geschuldet, in verbindlichen Kategorien zu denken. Mir ist das eher fremd. Düsterpunk? Punk insofern, als Andreas, wie jeder große Musiker, die Rebellion dem Opportunismus vorzieht. Seine Musik ist, wie Du sagst, kraftvoll – kraftvoll beseelt, oft melancholisch, doch immer dem Leben zugewandt. Und seine Leidenschaft ist, wie jene von Joy Division, eher introvertiert und damit besonders wirksam. Beethoven und Gustav Mahler würden heute vielleicht ähnlich komponieren. Für mich komponiert Andreas ohnehin sinfonische Werke für E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthesizer. Seine Musik ist ein Bekenntnis zur Harmonie, insofern sie nach Auflösung seelischer Dissonanzen strebt. „Neun Leben“, sein jüngstes Werk, zählt – für mich – zu den seltenen Alben, die sich jedem Klischee von Punk verweigern und längst ihr eigenes Genre bilden.
Andreas ist seit seiner frühesten Jugend ein passionierter Musiker, dem heute alles gelingt, weil sein Talent immer die richtige Übersetzung findet, auch in seinen Versen, die seiner Musik ein grandioses Libretto schenken.
Um jedoch Deine eigentliche Frage zu beantworten: Andreas und mich verbindet, was uns seit früher Jugend verbindet: Freundschaft, im besten – im poetischen Sinn. „Contra mundum“ – gegen die Welt – in der Welt – zu bestehen, auch wenn es schmerzt. Diese Rebellion war immer ein Teil unserer Existenz, ein Lebensgefühl, das uns seit den 1980er Jahren nie ganz verlassen hat. Manche nennen es Punk, ich nenne es Humanismus der Moderne. …“

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„Die Augen meiner Tochter“ im Onlinestore: bitte hier entlang.
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