Rezension von Klaus Rosenkranz

„Die Novelle „Kammerflimmern“ von Tomas Jungbluth handelt nicht einfach nur von dem Scheitern einer Liebesbeziehung. Nein, weit über die Feststellung hinaus, dass nun unwiderruflich das Ende erreicht ist, der Austausch von Zärtlichkeiten und emotionalen Verletzungen jedoch Hieroglyphen gleich in Hirn und Herz eingemeißelt sind, stellt der Autor sich und dem Leser/der Leserin die Frage: Welchen Ansprüchen muss eine Liebe genügen, die sich nicht nur dem Diktat der Hormone unterziehen will, sondern für die Sex und Seelenverwandtschaft gleichwertig sind?

Vergleichbar einem Chirurg, der sein Seziermesser ansetzt, um eine bösartige Geschwulst zu entfernen und somit dem Körper eine Chance auf Selbstheilung zu gewähren, analysiert und seziert Jungbluth die Höhen und Tiefen dieser Beziehung sowie die Charaktere der Liebenden mit der Hoffnung auf Heilung und Vernarbung der noch offenen Wunden.

Vielleicht gibt Tomas Jungbluth aber auch einen guten Archäologen ab. So wie dieser geduldig mit Spatel, Kelle und Staubpinsel prähistorische Fundstücke seinen staunenden Zeitgenossen präsentiert, versucht sich der Autor darin, mit Schreibutensil und PC-Tastatur die Spuren einer gescheiterten Liebesbeziehung und deren Protagonisten freizulegen und für den Leser/die Leserin verständlich zu machen.

Bei Jungbluths Charakteranalyse könnte man meinen, dass ihm die seelische und körperliche Pein des „Es war einmal“ nicht unbekannt ist und die Niederschrift der endlos im Kopf kreisenden Gedanken und in den Herzkammern wirbelnden Emotionen dem seelischen Abstumpfen entgegenwirken und somit frei macht für eine bedingungslose Liebe auf Augen- und Herzenshöhe.“

„Kammerflimmern“ im Onlinestore: bitte hier entlang.
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