„Lilian“

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Rezension von Marius Grün
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[ im „Outscapes“-Magazin #9 ]

„Susanne Agnes Fausers literarisches Debüt ist ein zutiefst faszinierender Roman, in dessen Mittelpunkt die symbiotische Liebe eines mystischen Paares, Lilian und Nat, verankert ist. Um sie herum entspinnt sich mit der Ermordung von Nat, die seinem freiwilligen Ausstieg zuvorkommt, eine Geschichte, die erst nach und nach familiäre Geheimnisse, das Stalken des von ihnen verlassenen Hauses durch einen fremden Menschen sowie eine latente Gefahr entblättert.

Dieser Roman entspinnt den Weg in ein faszinierendes Reich, wobei Fauser dem Leser mit einer wunderschönen Sprache jede Chance nimmt, sich der dichten Erzählung zu entziehen. Schmerzhaft schön sind einige Passagen, die aus dem ebenso leichten wie spannenden Erzählfluss herausragen, und in der sie die Liebe der beiden umreißt: „Was habe ich nicht alles in den Tiefen deiner Augen gefunden. Bruchstücke alter Träume, ein Fragment zersplitterten Verlangens. Ich sah samtfarbene Zärtlichkeit und das Licht eines fahlen Mondes. Soll ich dir mehr berichten? Ich entdeckte Frühlingslaub darin und eine Sonne, welche gesprenkeltes Licht auf das Grün eines Waldes warf. Eine Melodie, keine Worte. Zuletzt sah ich Liebe. Golden glitzerndes Blutrot, marmorierte Flügel der Engel. Das zarte und blasse Silber der Furcht.“

Leichthändig umreißt sie mit dem Vertiefen der Geschichte die Lebenswelt der beiden, die sie in einer Kommune leben und damit die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt gewiss haben. Einer Aufmerksamkeit, der letztlich religiöser Hass entspringt. Hier allerdings mehr zu verraten, würde die Leserschaft spoilern. Insofern: dieses Buch lohnt sich, es ist atemlos, verursacht Gänsehaut und bringt so einige Male das eigene tiefe Rätsel und Empfinden der Liebe in innere Resonanz. Danke für dieses Werk!“
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„Lilian“ im Onlinestore: bitte hier entlang.
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