„Frauenherz“

_____________________________________________________________________________________

Kurzrezension von Barbara Weitzel (Kolumnistin)
_____________________________________________________________________________________

„Was sich zwischen den Deckeln von Debastianis „Frauenherz“ befindet, ist mächtig. Prall. Sinnlich. Nachdenklich. Ehrlich. So ein schmaler Band – und entpuppt sich als Zauberkoffer. In den viel mehr reinpasst, als optisch dürfte. Verse. Texte zu Bildern. Philosophisches. Ein Theaterstück. Eine wahre Fundgrube.“

[…]

„Micheala Debastianis Debüt „Frauenherz“, erschienen in der Edition Outbird, ist in vielerlei Hinsicht ein Erlebnis. Mit Nachwirkungen. Das fängt schon damit an, dass es sich jeder Kategorie entzieht. Geschichten? Ja, auch. Lyrik? Ist drin. Ein Theaterstück, auch. Dazu: Selbstbefragung. Erkundung. Essayistische Flüge ohne Ziel. Aber man kommt immer an. Man muss sich nur drauf einlassen, dass der Ort, wo man mit der Autorin und doch auch immer bei sich selbst landet, eine Überraschung sein könnte.

Das liegt auch am Thema, das die Österreicherin mal temporeich und schnodderig wie in „Liebe über den Tod hinaus. Hallowin’-Heulen“ (der Text, aus dem das Eingangszitat stammt), mal vorsichtig tastend wie in „Kinder die Bücher schreiben“, mal sachlich-analytisch umkreist. Die Vielzahl der Stile und der Soundwechsel sind ihm geschuldet, dem Thema. Denn welches hat mehr Gesichter, ist weniger greifbar und eben deshalb so unerschöpflich wie die Liebe? Eben. Erfüllte und unerfüllte, verschreckte und geschlagene, zurückgewiesene und unvermutete, vergiftete und beflügelnde Liebe: all diese Arten findet man in dem kleinen Band. Mutterliebe, Kinderliebe, Begehren, Freundschaft, Liebe zum Tier, geistige Verwandtschaft und Treue zum Kaffee.

Ja, zum Kaffee. Debastiani überrascht einen immer wieder. Gerade denkt man, Klang und Richtung von „Frauenherz“ begriffen zu haben, da kommt sie in neuem Ton und Thema daher. Manchmal mitten im Text. Was als launige Plauderei über ein kleines Schwarzes beginnt endet in großer Traurigkeit über eine schwierige Liebe, aber auch mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft und über den Tod hinaus. Denn nochmal ja, natürlich geht es auch ums Vergeben. Um neue Anfänge. In dem rasanten Text, der einen wegen der Lamas immer wieder auch zum Lachen bringt, trotz des Unheils, das wie ein Gewitter über dem Zoo hängt, stirbt ein Kind am Ende nicht. Dennoch ist der Tod ein Hauptakteur. Im Mantel der Zoogeschichte erzählt Debastiani von einem ganz anderen Verlust. Und obwohl die Autorin einen stets teilhaben lässt am Entstehen ihrer Erkenntnisse, an der Genese der Gefühle, ist man immer wieder überrascht, in welchen Abgrund und was für ein Himmelhoch man ihr jetzt wieder gefolgt ist.“

Zur kompletten Rezension bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Rezension im Feuilletonscout
_____________________________________________________________________________________

„Kein Werk ist es, keine einzelne Linie oder klare Form. Auch die Textart ist nicht einheitlich. Die österreichische Autorin Michaela Debastiani hat sich in der Vergangenheit unter dem Namen M. Hundsberger einen Namen als Drehbuch- und Reportage-Autorin sowie Fachfrau für Kommunikation gemacht und legt nun mit ihrem Debüt „Frauenherz“ nicht ein Prosastück, sondern gleich eine ganze Werkschau vor.

[…]

„Zwei stiegen in den Ring, auf dem Longierplatz, dort wo kurz zuvor noch jede Anspannung dem Trainingserfolg gegolten hatte und der Schweiß etwas von abgeklärter Genugtuung in sich trug.“

Alleine an diesem Satz sieht man die Erfahrung und das Gespür, das Michaela Debastiani mitbringt, um von ihrem Können demnächst hoffentlich mehr zu zeigen. Im Ganzen ist „Frauenherz“ ein relativ wilder Ritt durch Textformen und Genres, wenngleich die emotionale Angreifbarkeit, das Ausgeliefertsein und der Kampf um ihre Selbstbestimmung eine gut greifbare Klammer setzt. Es ist eine Melange, die sich ganz sicher 95 % der Verlage nicht getraut hätten, in der Form zu drucken. Der edition outbird ist es zu danken, dass sie diesen ersten Wurf der begabten Autorin als Ausrufezeichen herausgebracht hat – und es hilft uns, unsere Neugier auf Weiteres von Michaela Debastiani aufrecht zu erhalten.“

Zur kompletten Rezension bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Buchvorstellung im Fit.Life.Balance – Magazin
_____________________________________________________________________________________

„“Ich möchte mit „Frauenherz“ die Sensibilität fürs Miteinander aber auch für die Selbstfürsorge stärken“ – das sagt die österreichische Autorin Michaela Debastiani über ihr Erstlingswerk „Frauenherz“. Frauen und Männer sollten auf sich selbst, die Pflege ihrer sozialen Beziehungen und auf ihre persönlichen und strukturellen Netzwerke achten, denn das sei wichtig. Damit verbunden sei die Forderung nach tragfähigen sozialen strukturellen Netzwerken, aber auch nach einer kritischen Zivilgesellschaft. Daher, so Debastiani weiter, sei es wichtig, wieder mehr auf uns selbst und auf einander zu achten. Niemand sollte alleine bleiben oder gefangen sein in „Umständen“, die ihm oder ihr schaden oder sogar seine oder ihre Gesundheit gefährden, fordert die 1976 in Braunau am Inn geborene Schriftstellerin.

Der Roman „Frauenherz“ erzählt von Freundschaft, Liebe, Elternschaft und weiteren Beziehungen, die ein Menschenleben prägen. Und zwar aus dem Blickwinkel einer Frau, für die Beziehungen das Gewebe der Gesellschaft bilden.“
_____________________________________________________________________________________

Rezension im KUNO
_____________________________________________________________________________________

„Frauenherzen schlagen höher, die Ausdruckskraft von Liebeslyrik wird auch in diesem Band in ihrer Spannbreite deutlich. Das Herz gibt den Takt vor, der Puls zeichnet ihn nach, und der Puls ist ein Seismograf für das Befinden, ein Code für Gefühle. Michaela Debastianis (the author formerly known as Michaela Hundsberger) Themen reichen von der antiken Tragödie bis hin zum zeitgeistigen Phänomen des Ghostings. Diese Autorin verdichtet die Gefühle in ihrem ersten Buch zu Bildern suggestiver Kraft. Sprachlicher Ausdruck und psychologische Notwendigkeit verbinden sich in diesem Band zu einer Dringlichkeit. Sie schreibt Texte, die lesenswert sind, weil sie dem Projekt der Dichtung neue Impulse verleihen. Reine Dichtung hat eine Poesie, die neue Möglichkeiten auslotet. Deshalb sieht KUNO über gelegentliche Schwächen gelassen hinweg. Die Texte aus dem gerade bei in der Edition Outbird erscheinenem Buch Frauenherzkann man durchaus als Liebeshymnen bezeichnen.“
_____________________________________________________________________________________

Rezension auf dem Kunstportal Baden-Württemberg
_____________________________________________________________________________________

„… „Liebe und Freundschaft“, eine etwas umfangreichere Prosaskizze aus einem Romanmanuskript, hier werden Bilder entwickelt, hier wächst eine Geschichte heraus, die in ihren Bann zieht, die Autorin hat offenbar, zumindest in dem hier Versammelten, mehr erzählerische Kraft als lyrische. Die Geschichte animiert zum Weiterlesen – gerade weil die Autorin hier wagt, in den Dialog mit dem Außen zu gehen – mit dem sie Umgebenden, indem sie Eindrücke aufnimmt, erzählerisch verarbeitet und eigenständig wieder äußert. Bravo.

Der Text „Liebe und all das“ umkreist das Thema wieder in einem nachdenkenden Monolog, aneinandergereihte Gedanken, wir bekommen Einblick in das Denken der Autorin, immerhin, wenn auch wenig erzählerisch ausgestaltet. Dann die Tragödie „Ringen am Feuer“, Dialoge in fünf Akten, hier scheint wieder die erzählerische Kraft auf, die ich in den reflektierenden, sehr verharrenden Texten vermisse – diese bleiben an der Oberfläche, verweilen, gefallen sich in Formulierungen, hier nun im Wechsel der Perspektiven eine Entwicklung, in Bildern, in Aktion, das ist die Autorin, die entwickelt werden will.

[…]

Die Bilder von Dim Sampaio im Buch, einem immerhin international ausstellenden Künstler, wirken stark, eigenartig im Wortsinn, und sind von daher viel mehr als Illustration oder künstlerische Beigabe. Sie sind eigenständige Bestandteile des Buchs und leuchten das Thema Liebe, Zweisamkeit, Gegenübersein, gekonnt und zugleich expressiv aus. Man wünschte sich den direkten Dialog der Autorin mit Bildern des Künstlers – ja, das wäre spannend zu erlesen, nachzuempfinden in künstlerischer wie literarischer Hinsicht. …“

Zur kompletten Rezension bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Rezension im Online-Buchmagazin des Literaturhauses Wien
_____________________________________________________________________________________

„… Drei Prosastücke heben sich in ihrer literarischen Verdichtung deutlich von den sehr unterschiedlich ausgeführten Texten ab, etwa das Exzerpt „Liebe und Freundschaft“ aus dem Romanmanuskript „Horseback“ (siehe Leseprobe), in dem eine verstörende Szene auf einem ländlichen Longierplatz aus der Sicht eines Mädchens erinnert wird: Wind, ein donnernder Zug, eine Pfütze Öl, ein alter Pferdetransporter, ein rostiges Tor, bedrohliche Stille – dann die Züchtigung des geliebten Pferdes, des besten Freundes. Die Mädchen, noch Kinder, als stumme Zeuginnen – kein Wort, keine Frage. „Was hatte das Pferd, dessen Namen ich noch weiß und hier doch nicht über die Lippen bringe, falsch gemacht? Ich erfuhr es nie.“

Die Brutalität und Willkür des Trainers, der Schmerz und die Wut der Mädchen, das unheimliche Schweigen werden in diesen knappen Sätzen körperlich spürbar. Anspannung macht sich breit. Machtmissbrauch und Gehorsam, legitimiert durch die Anforderungen des Wettkampfs: „Niemand hinterfragte jemals, was der Löwenbändiger tat. Weder seine Frau, noch unsere Eltern, noch wir Mädchen. Niemand hinterfragte seine Methoden, solange unsere Mannschaft Erfolg hatte.“ Später, im Erwachsenenalter, kehren die Bilder zurück, und mit ihnen die vage Schuld, das Gefühl des Verrats. In dieser Szene gelingt der Autorin eine Intensität, die alle weiteren Erklärungen erübrigt, wie Missbrauch funktioniert und warum Opfer verstummen.

Neben dem Thrill dieses Romanauszugs bleibt auch ein Ausflug der Autorin ins humorvolle Genre nachhaltig im Gedächtnis: „Liebe zu Kaffee“, die leichtfüßige Geschichte einer Trennung in Rom mit anschließender Trost-Affäre, bei der „ein Verlängerter, nicht zu heiß, mit exakt der richtigen Menge Milch und Zucker“, Lust auf mehr macht – mehr Kaffee, mehr Begegnung, bitte auch mehr von diesem Sprachrhythmus und diesen Dialogen!

Hohes Tempo und jugendlicher Slang prägen die Erzählung „Liebe über den Tod hinaus. Hallowin‘ – Heulen“, in der ein Bub den Tod seiner Mutter verarbeiten muss. Nun, zwei Jahre nach dem traumatischen Vorfall, liegt sein jüngerer Freund verletzt vor dem Lamagehege im Zoo und die Frage, ob das Lama nun gespuckt hat oder nicht, verbindet kunstvoll die Zeit- und Handlungsebenen und sorgt für komische Momente in einer sonst hochdramatischen, berührenden Familiengeschichte. …“

Zur kompletten Rezension bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Lesungsrückblick der SPÖ Salzburg
_____________________________________________________________________________________

„Die SPÖ Frauen luden anlässlich des kommenden Internationalen Frauentages am 8. März eine Salzburger Schriftstellerin in die Galerie ArtMonopol Salzburg, die mit ihrem Debüt “Frauenherz” mit Lyrik und Prosa im deutschen Sprachraum und darüber hinaus für Aufmerksamkeit sorgt. Aufmerksamkeit für ihre empfindsamen, doch kein bisschen leisen Auseinandersetzungen über das Thema des Miteinanders in einer Gesellschaft, die immer mehr auseinander triftet. Von Solidarität ist hier ebenso die Rede wie von Zerrissenheit zwischen Autonomie und Anpassung. Davon, wie Lebenswege gemeinsam gegangen werden können und Entscheidungen doch selbst getroffen werden müssen. Von der Liebe in allen Spielarten und Beziehungen, auch – besonders auch – zu sich selbst. Immer auf eine ehrliche, wenig hochfliegende und dennoch in jeder Faser passionierte Art und Weise. Das Publikum war hingerissen. Von Debastianis Wortwahl, ihren Formulierungen, ihrer Art zu erzählen, den Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Die Galeristin von ArtMonopol Marijana Berbakov war beeindruckt von der Autorin: „Ihre sensible Sprache, ihre berührenden Sprachbilder. Man hört ihr gerne zu. Ich bin stolz, Gastgeberin ihrer ersten Lesung gewesen zu sein.“…“

Zum kompletten Rückblick bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

Rezension in der Welt am Sonntag kompakt
_____________________________________________________________________________________

„Die Gesichter der Liebe

Album? Sammlung? Es entzieht sich jeder Kategorie, das erstaunliche Debüt von Michaela Debastiani. In lichten Gedichten, persönlichen Geschichten, wirbelnden Assoziationen, essayistischem Suchen und im Dialog mit dem maler Dim Sampaio umkreist die österreichische Autorin das Gefühl, aus dem so viel entsteht, das so viel zusammenhält – und manches zerstört: die Liebe.“
_____________________________________________________________________________________

Rezension im Weserkurier
_____________________________________________________________________________________

„Unter all den bemerkenswerten Miniaturen, die dieses Lesebuch enthält, wärmen am meisten jene das Herz des Lesers, die von lauterer Liebe erzählen. Von großzügigen Gefühlen ohne Berechnung, von hintergedankenfreier Hingabe. Und sei es, dass diese Passion keinem Lebewesen gilt, sondern einem Heißgetränk. Kann Kaffeegenuss nicht ungleich befriedigender und nachhaltiger sein als eine belastete Beziehung?

[…]

Debastiani, die ihrer Anthologie „Frauenherz“ auch Lyrik und sogar ein Miniaturdrama („Verglühende Liebe“) eingespeist hat, folgt den Fährnissen emotionaler Fixierung bis in vermeintlich randständige Gefilde. Bildmächtig und gewitzt erzählt sie von der Liebe zu Farben, vom Brennen für die Schrift, von der Zuneigung unter Geschwistern, von vergifteten Gefühlen – und von menschlichen Verbindungen, die den Tod überdauern. …“

Zur kompletten Rezension bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________

„Frauenherz“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
_____________________________________________________________________________________