„Das Besondere kommt noch“

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Rezension von Axolotl 779
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„Wie man der Vita des Bochumer Autors Klaus Märkert entnehmen kann, ist „Das Besondere kommt noch“ schon dessen vierter autobiografischer Roman. Und auch wenn es Gemeinsamkeiten mit den drei Vorgängern gibt, etwa der lakonische Sprachsound, die detailgenauen Beschreibungen leicht bis mittelschwer absurder Alltagssituationen, gibt es deutliche Unterschiede. So findet sich im neuen Roman nur ein kurzes Kapitel, welches zudem auch nur am Rande die chronische Herzerkrankung des Autors streift und ebenfalls nur eine – wenn auch längere Story – aus der DJ-Zeit in der Bochumer Kultdisco Zwischenfall. Zwei weitere 80er Jahre Diskotheken-Erzählungen zeigen den Autor in jeweils recht ungewöhnlichen Situationen als Besucher im „Old Daddy“ (Duisburg) und im Dortmunder „Memphis“. Nun sind all die Geschichten des Romans nicht wahllos aneinandergereiht, sondern folgen nach unterschiedlicher Kapiteleinteilung (z.B.: Mysteriös 1-5, Das Besondere 1-6 oder Von Sinnen 1-6) und Gewichtung dem zentralen Thema des „Besonderen im Leben, das noch kommt oder auch nicht mehr kommt“. Eine weitere wiederkehrende Kapitelreihe, „Das Schreiben und das Lesen 1-8“, beschäftigt sich vorwiegend mit den Anfängen als Autor und enthält sowohl die erste Short Story als auch das erste veröffentlichte Gedicht von Klaus Märkert.

All das kommt spannend, (Nacht)humorvoll und originell daher (2 Teddybären sind ebenso im Roman vertreten wie eine Gottesanbeterin). Ungewöhnlich für einen autobiografischen Roman die Vielzahl aktueller, bisweilen augenzwinkernd sozialkritischer Storys, wobei der Autor sich selbst (und seine Meinung) nicht immer allzu ernst nimmt, es aber gerade auf diese scheinbar naive Herangehensweise schafft, den Finger gekonnt in die Wunde zu legen. Ein kurzweiliges Lesevergnügen der besonderen Art.“
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Lesungsfeedback von Ingo Munz
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„Das ist »Nachthumor«, das ist Klaus Märkert! Auf solch spontan »herausgeproustetes« Lachen warten viele preisgekrönte Dichter ein Leben lang vergeblich.“
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Rezension von Marcos1304
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„Die besondere Biographie, die an so vielen Stellen meine eigene Geschichte spiegelte, oft in Kleinigkeiten, die doch so wichtig sind, in dem Wunsch nach Zugehörigkeit ebenso wie nach Anderssein, Momente der Hoffnung und der Enttäuschung. Der Roman hat mir heitere und auch traurige Stunden geschenkt. Sehr empfehlenswert.“
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Interview im „Outscapes“ – Magazin
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Als markantesten Wendepunkt in Deinem Leben gibst Du einen mit 34 ungewöhnlich frühen Herzinfarkt mit nachfolgendem Posttraumatischen Belastungssyndrom an. Wie kam es dazu und was hat sich damit in Dir und Deinem Leben verändert bzw. verändern müssen?

Die Herzkrankheit war/ist in erster Linie genetisch bedingt. Die Verwandtschaft mütterlicherseits hatte ausnahmslos dieses Leiden. Allerdings war ich mit meinen 34 Jahren das jüngste Infarkt-Opfer. Mein Zugeständnis an die Zeit danach, keine Zigaretten mehr und – etwas später – den Job als Steetworker/Sozialarbeiter schmeißen. Das Positivste: Es hat mich dem Schreiben/Autorendasein nähergebracht. Die Krankheit – insbesondere die psychische Komponente – entfernte mich zunächst auch von der Diskotheken-Szenerie und konfrontierte mich mit einer Welt des (inneren) Schreckens, der Unberechenbarkeit und Verletzbarkeit (posttraumatische Belastungsstörung), die sich wohl auch in meinen Short Storys spiegelt, wo den Protagonisten häufig und ganz unvermittelt furchtbare Dinge widerfahren. Mit dem Verfassen erster Storys begann ich automatisch meine Umgebung intensiver wahrzunehmen, gerade auch scheinbar unbedeutenden Kleinigkeiten Aufmerksamkeit zu schenken. Oft sind es diese Kleinigkeiten, die ins Notizbuch notiert und später in die Storys eingefügt dem Erzählten – und erscheine es noch so abstrus – eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen. …

Zum Interview bitte hier entlang.
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Rezension von Spike 779
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„Das Besondere: Sonntagmorgen, 16.12.2019, um 4Uhr das neue Buch von Klaus Märkert (DJ im Bhf. Langendreer) im Bhf. LA kaufen…kurze Zeit später anfangen zu lesen und nicht mehr aufhören können… Wieder ein „besonderes“ Buch!!! Parallelen finden sich… Klaus nimmt einen mit; er lässt einen Tränen lachen, rührt einen zu Tränen, oder schiesst einen geradewegs in die Kindheit zurück… Ganz BESONDERE Stimmungsmomente!“
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Rezension in der WAZ
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„… Als Buchtitel ist „Das Besondere kommt noch“ vielversprechend. Es ist der mittlerweile vierte autobiografische Roman eines Autors, dessen Leben zwar bewegt ist, aber bei dem der Reiz vor allem in der humorvollen Betrachtung des alltäglichen Scheiterns, der Vergeblichkeit manchen Handelns und der Irrationalität vieler Mitmenschen liegt.

Märkert mäandert lustvoll durch die Jahrzehnte seines Lebens, schildert, wie er einst für eine Story eine Absage vom Penthouse-Magazin kassierte – und warum sein erstes veröffentlichtes Gedicht ausgerechnet in einem Kirchenblättchen landete. Wie er an einem trostlosen Tanzabend nicht nur einen Fünfer im Zigarettenautomaten verlor, sondern es gleich fertigbrachte, noch einen Fünfziger mehr zu verlieren. Er erforscht die Vergangenheit seines Vaters im Dritten Reich, der noch vor der ersten Kampfhandlung in Kriegsgefangenschaft geriet, drei Fluchtversuche vermasselte, vors Erschießungskommando geriet, überlebte und dann noch einen vierten, erfolgreichen Versuch wagte.

All dies würzt Märkert mit Erlebnissen und Erfahrungen als Darkwave-DJ und Autor – und gibt gleich zu Beginn zu, dass dieses Werk unter heftigem Einfluss von lauter Musik entstanden ist, was den Texten guttut, ihm zufolge aber den Ohren schadet: „Nun höre ich schlechter. Viele solcher Romane werde ich nicht mehr schreiben können.““

Zum Interview bitte hier entlang.
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„Das Besondere kommt noch“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
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