„Wahnsignale“

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Lesungsbericht auf „Deutsche Mugge“
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„… Nach kurzer und herzlicher Begrüßung durch Hans-Dieter Hormann begann Hähles Vortrag etwas früher wie ursprünglich angekündigt. Die Handlung seines Romans spielt zu Beginn der neunziger Jahre, kurz nach dem Ende der DDR, in einer Stadt an der Ostseeküste. Der Verlag beschreibt den Inhalt des Romans als „Reise durch das Seelenleben eines Menschen und einer zerstörten, zerrissenen Gesellschaft“, und das fängt es eigentlich in einem kurzen Satz auch ein. Amüsant beschreibt Hähle die Erlebnisse und Erfahrungen seines fiktiven Helden in der Zeit des radikalen Umbruchs in die neue, aber genau genommen auch nicht viel bessere Gesellschaftsordnung. Die Zeit der großen Freiheit währte nur ein Jahr. Was folgte war der Wechsel vom Regen in die Traufe. Die Zuhörer bekamen von der „Stimme für die Seele“ eine geschickt gewählte Auswahl von Episoden aus dem Buch vorgelesen, die einen guten Eindruck des Ganzen vermittelten, aber längst nicht alle Geheimnisse der Geschichte verrieten. Man wurde in knapp einer Stunde vom Hähle neugierig auf mehr gemacht und es war eine kurzweilige Angelegenheit, dem Autor und seiner Geschichte zuzuhören. Als Lohn für seine Lesung erntete Hähle reichlich Applaus und die Neugier der Leute, die das Buch bis hierher noch nicht kannten, war geweckt.“

Zum kompletten Bericht bitte hier entlang.
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Rezension von Ina Schulze
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„Lese mich durch ein Buch, dass seinen Protagonisten durch Abgründe des Denkens führt, aller möglicher Art Schlamassel, bizarr und doch wieder ganz und gar einleuchtend. Von Selbstliebe ist nicht viel zu spüren. Eher eine Selbstignoranz. Wahn und Wahrheit sind Zwischenstufen des Annehmens, des Soseins. Und wenn ich es lese, habe ich ein tiefes Verständnis für diesen Menschen, der sich durch die Zeit treibt, sich ihr annähert, verschlungen und im Ganzen unverdaut und unzerkaut wieder ausgespuckt wird. Festhalten würd ich ihn wollen. Aber nie Halt sein können. Unerbittlich ist es. Das Dazwischen.“
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Interview im „Outscapes“ – Magazin
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… Andreas, wann entstand „Wahnsignale“? Und war das Buch neben einem Rückblick auf die Verwerfungen der Wendezeit vielleicht auch ein unbemerktes Gleichnis, eine Ahnung auf das auf Dich Zukommende?

Die Idee zu dem Projekt „Wahnsignale“ kam mir bereits Anfang der 90er Jahre. Ich lebte damals noch in Stralsund und war tagtäglich mit den Verwerfungen und Traumata dieser Jahre bei den DDR-Bürgern konfrontiert. Es begann ja mit einer unglaublich wärmenden Kraft des Aufbruchs und des Neubeginns und da war auch ein riesiger Sog an Gestaltungswillen ganz unterschiedlicher Art und Intentionen. Die Menschen begannen Ideen zu entwickeln und zu entfalten. Plötzlich wurde alles umgedreht, die Ideen und Aktivitäten hatten keinen Wert mehr, sie passten nicht zu dem neuen Land, in welches die Menschen eingesogen wurden. Es sollte ursprünglich eine Kurzgeschichte werden, aber sie wurde länger und länger. Ich fand in meinem Kopf immer mehr Material dazu und die Handlung wollte sich weiter entwickeln. Irgendwann habe ich die Arbeit dann unterbrochen, weil ich mit dem Sujet nicht mehr weiterkam, aber auch, weil ich natürlich sehr viele andere Dinge im Kopf hatte und nicht wirklich eine Möglichkeit gesehen habe, bei einer eventuellen Fertigstellung dieses Projekts auch eine Veröffentlichung herbeiführen zu können. Irgendwann fand ich auf der Suche nach einer anderen Materialsammlung für ein anderes Projekt diesen Text wieder, las und stellte ihn fertig. Er wurde dann ganz anders als gedacht, aber so fand ich ihn gut. Eine Ahnung ist vielleicht immer da, von dem was kommt, was kommen könnte, was sein könnte, jedenfalls immer dann, wenn man sehr in die Tiefe schaut. Und bei diesem Roman habe ich sehr in die Tiefe geschaut. Der Protagonist bin ja nicht ich, das ist ein Konglomerat aus anderen Menschen, denen ich begegnet bin und auch ein Resultat aus vielen Gesprächen mit Freunden.

Wie würdest Du mit wenigen Worten „Wahnsignale“ beschreiben und wie erklärst Du Dir seinen Erfolg?

Erfolg? Nun, wenn der Roman ein Erfolg ist, kann ich ihn mir nicht erklären. Ich finde, es ist das schwerste Stück Literatur, welches ich je geschrieben habe. Schwer für mich beim Schreiben und ich dachte, er wäre auch sehr schwer zu lesen. Einige haben mir das auch bestätigt, wiederum andere kamen sehr gut damit zurecht und empfanden es eher als ein leicht zu konsumierendes und nachzuvollziehendes Werk. Vielleicht trifft es einfach den Zeitgeist, den Stand der derzeitigen Aufarbeitung der eigenen persönlichen Erlebnisse aus den 90er Jahren und der Erkenntnisse, zu denen man dabei gelangt. Und es werden viele tiefgehende Gedanken in Selbstmonologen des Protagonisten geäußert, die vielleicht doch für viele leichter nachvollziehbar sind als ich es beim Schreiben annahm. Ein bisschen kann es auch an der Sprache liegen, derer ich mich bediene. Diese und die Stilistik ist meine ureigene. Ich erzähle schon anders als andere Autoren. Nicht um mich abheben zu wollen, ich erzähle einfach so. Ich liebe Metaphern und Allegorien und Gedankenspiele sehr. …

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„Wahnsignale“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.
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