Verlagsvorschau 1. Quartal 2018: Schweßinger, Kruppe & Kores

Wir dürfen dank einer wachsenden Riege hochmotivierter Autoren und Autorinnen frohgemut auf die für dieses Quartal geplanten drei* Neuveröffentlichungen unseres Verlages hinweisen:

Der Leipziger / Weltbewohner Michael Schweßinger wird mit „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ seine neueste Sammlung Stories veröffentlichen, Eindrücke eines Weltenwanderers, die seine Italienerfahrungen des vergangenen Jahres in ein Spannungsfeld aus zeitverlorener Leichtigkeit und gewohnt tiefgründigen Erzählungen stellt. Die Covergestaltung wird Benjamin Schmidt anfertigen.

M. Kruppe aus Pößneck wird in seinem Gedichtband „Und in mir Weizenfelder“ und nunmehr 2. Buch in der „Edition Outbird“ einmal mehr schonungslos offen Menschen am Rande der Gesellschaft porträtieren, sich selbst und die Verlierer hinter dem großen Spiel in starke lyrische / prosaische Sprachbilder zeichnen, andererseits aber auch metaphorisch surrealen Gedankenflügen wie -abgründen folgen. Für seine Covergrafik ist der Berliner Grafiker Bias Schniese im Gespräch.

Axel Kores aus Halle an der Saale wird in unverschämtem Tempo und hochunterhaltsamem Sprachwitz im Roman „Verschwendete Jugend“ vom eskapistischen Lebenshunger, der Subkultur und dem Zwiespalt des Lebens erzählen, was aus einer ehemaligen Hausbesetzergruppe zwanzigjäriger Punks im Jetzt geworden ist. Seine Covergestaltung wird der preisgekrönte Hallenser Künstler Tobias Gellscheid übernehmen.

Einzelheiten zu all den vorgenannten Büchern erscheinen wie gehabt zeitnah; Michael, M. und Axel – wir freuen uns auf Eure Lektüre!

*Änderungen vorbehalten
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Herzlich willkommen: Michael Schweßinger

Wir freuen uns, im voraussichtlich ersten Quartal 2018 Michael Schweßingers Manuskript mit seinen Italienstories „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ in unserem Verlag veröffentlichen zu können. Schweßingers Lektüre ist uns schon seit Langem ans Herz gewachsen, zeitlos schön wie zeitverloren, bisweilen tief philosophisch und gleichzeitig oft von einer durchsonnten Leichtigkeit geprägt, ist der Weltreisende Schweßinger einer der großen Erzählkünstler, Skeptiker und nicht zuletzt Mahner dieser Zeit.

Michael Schweßingers Willkommen in unserem Verlag ist uns nicht zuletzt aus dem Grund eine Freude, da seine Anfänge wie unsere im längst verblichenen Leipziger Independentverlag „Edition PaperONE“ lagen.

Herzlich willkommen!
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Michael Schweßingers Vorwort zu Hauke von Grimms „WortLand“

Wir bedanken uns herzlich bei Michael Schweßinger für sein Vorwort für Hauke von Grimms jüngst erschienenen Buch „WortLand„:

„Der große Filmemacher Edgar Reitz sagte einmal in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:
„Die zweite Heimat“. Das ist das, was wir im Erwachsenenleben sozusagen durch Wahlverwandtschaften, durch eigene Entscheidungen, durch unser persönliches Wachstum auch in die Gesellschaft hinein neu begründen, für uns als Lebensraum schaffen.
Hauke von Grimms WortLand hat mich bei der Lektüre oft an diese Schaffung von Lebensraum erinnert. Wenn Hauke von Grimm gleich zu Beginn schreibt „meine Sprache ist der Ort, in dem ich Heimat erkenne“, dann sind wir mitten in dieser Suche angekommen. Manch einer mag beim Worte Heimat schon mit der Stirn runzeln und darauf verweisen, dass dieses Wort mit seiner breiten Oberfläche problematisch sei und offen für Interpretation bis hin ins abgestandene Brackwasser geistiger Borniertheit. Wenn ich während meiner Zeit in Rumänien die Menschen nach Heimat fragte, versuchte dieses Wort zu erklären, dann war die Antwort meistens, dass ich damit wohl nur die Familie meinen könnte. Ich meinte nicht die Familie, sondern diesen Sehnsuchtsort, jenseits von genealogischen Abstammungslinien.
Nun ist der Künstler immer im Zwist zwischen erster Heimat und zweiter Heimat. „Es ist nicht einfach dahin zurückzukehren, wo einen die Ursprünge auf den Weg des Lebens geworfen haben.“, schreibt Hauke von Grimm an anderer Stelle und verweist damit auf diese manchmal schmerzhaften Erinnerungen an die erste Heimat, die niemals mit unseren Wahlverwandtschaften deckungsgleich sind, und aus diesen Reibungen der Welten, zwischen Geworfenheit und Erschaffung, erscheint Sprache als Axt in der eigenen Wildnis. Schreiben als Urbarmachung von Wortland, in dem Heimat kein geografischer Ort mehr ist.

Michael Schweßinger“

Das Buch kann bereits jetzt in unserem Onlinestore vorbestellt werden. Herzlichen Dank!

Bildnachweis: Susanne Stoll
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