Unsere Belletristik-Neuheiten im Herbst 2021

Neben unseren bereits vorgestellten Phantastik-Novitäten dürfen wir auf drei weitere Belletristik-Perlen hinweisen, die dieser Tage bei uns erscheinen und in ihrer Unterschiedlichkeit einen besonderen Erzählsound wie auch Nonkonformismus gespiegelter Lebenswelten ausweisen. Die Buchhändler weisen wir in diesem Zusammenhang auf unseren Menüpunkt „Infos für BuchhändlerInnen“ hin.

Ingo Munz „An der Guillotine“ (ISBN 978-3-948887-20-9, Hardcover mit Lesebändchen, 196 Seiten, 18,00€):

Mit feiner Feder nähert sich Ingo Munz in seinen Erzählungen Charakteren an, die es in dieser Dichte nur selten zu erleben gibt. Bisweilen entfaltet sich hintergründig der Schimmer einer Ironie, und immer auch wird eine Andeutung übrig bleiben in seinen Stoffen, die wir gar nicht auf dem Schirm haben: ein hochmütiger Schriftsteller in scheiternder Lesung vor hochmütigem Publikum; das von einem Geiger in seinen Bann gezogene Mädchen Alima, dessen Angst sich still aus dem Hintergrund nährt; das Blut im Lichthof eines Museums, das dem Künstler letzten Ruhm beschert; die letzten 24 Stunden des Killers von Montabaur, der mit einer absurd unvorstellbaren Katastrophe sein und das Leben vieler Anderer beschließt; eine skurrile Lesung direkt an einer Guillotine auf dem Markt einer eingeschlafenen Stadt.

Mit Leichtigkeit taucht Ingo Munz in verschiedenste Charaktere ein – dem eines Schriftstellers, eines Killers, eines Kurators -, um seinen Lesern kein Entkommen mehr zu bieten aus den Perspektiven seines fesselnden Erzählstroms. Die Andeutungen in seinen Erzählungen wiederum wandeln sich oftmals in Fragezeichen, die man nach der Lektüre mit in die Nacht nimmt. Um sich Tage später ein weiteres Mal am Entschlüsseln zu versuchen.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.Benjamin Schmidt „Mein Mann von unter der Brücke“ (ISBN 978-3-948887-27-8, Softcover, 156 Seiten, 15,00€):

„Glück war eine Falle. Eine Fata Morgana. Glück ließ Krebszellen wuchern. Verbrannte das Gehirn. Glück machte süchtig, wenn man es nur in Aussicht stellte. Glück bedeutete, anzunehmen, man würde fliegen, während man fiel. Glück war ein schönes Haus über einem unheimlichen Keller.“

Doreen fristet ein Leben in Erwartung auf ein festgeschriebenes Glück, doch sie wird immer wieder enttäuscht und ahnt nicht, wie nahe sie vor einem Zusammenbruch steht. Das ändert sich, als sie Theodor begegnet, einem Obdachlosen, den sie von der Straße stiehlt und der fortan die Rolle ihrer großen Lieben spielen soll. Das hat für Theodor durchaus seine Vorteile, nur gibt es da ein tief greifendes Problem…

Einmal mehr legt Benjamin Schmidt einen Roman vor, der Lesende in seiner Lebensdichte und Poesie in seinen Bann zieht.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.

Roland Adelmann „Die Zukunft stirbt zuerst“ (ISBN 978-3-948887-19-3, Softcover, 310 Seiten, 15,00€):

Atemlos ist der Erzählstil Roland Adelmanns, mit dem er einen tief Zug aus der Punkszene der Achtzigerjahre in einer Kleinstadt nahe der niederländischen Grenze nimmt, jetzt, jetzt, jetzt, und so reihen sich Gegenwärtigkeiten aneinander und bilden ein Panorama der Auflehnung, des Suffs, der Utopien und bisweilen auch eines harten Aufschlags.

Den Tag versaufen, auf Platte gehen, klauen, pöbeln, den nächsten Druck setzen … Nele, Jake, Lili, Krätze, Koma, Der Schweiger, Swen, Schorle und andere treiben durch die Zeit, scheren sich oft einen Dreck um Gesetz und geregeltes Leben, provozieren Elternhaus und lehnen Norm und postfaschistisches Spießertum ab. Während sich die einen immer mehr zwischen Sucht und Flatter verlieren und kaum am schmierigen Eddie vorbeikommen, wollen sich andere an Utopien wagen, dem Leben einen neuen Sinn geben, um sich nicht völlig zu verlieren.

Buch im Verlagsshop: bitte hier entlang.

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Neu auf YouTube: Lesespot mit Ingo Munz – „An der Guillotine“

In unserem neuen Lesespot bricht Ingo Munz mit feiner Ironie unsere Denkgewohnheiten. In dieser Lesung aus seinem neuen Erzählband „An der Guillotine und andere Erzählungen“ vermittelt er einen Eindruck davon, wie gut Leichtigkeit und charakterliche Dichte, Hintersinn und Spurenelemente subtiler Doppelbödigkeit einer literarischen Vermählung mehr als würdig sind.

Wir freuen uns über Ihr Kanalabonnement. Vielen Dank.
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5 Jahre Edition Outbird: Literarischer Salon & Releaseparty am 02. 10. 2021 in Leipzig

Unsere Edition Outbird wird sich nach einer allzu langen Off-Zeit und anlässlich ihres fünfjährigen Jubiläums mit einem handverlesenen literarischen sowie musikalischen Programm präsentieren, das zugleich Releaseparty für die erste Outbird-Compilation „Fenster zur Nacht“ (dazu in Kürze ausführliche Informationen) sein wird. Die Eintrittsgelder zum Salon sowie die Gewinne aus dem Verkauf der Compilation werden der Stiftung Deutsche Krebshilfe gespendet.


Unsere Salonprogramm:

Literarischer Salon im „Noels Ballroom“ / Kurt-Eisner-Straße 43 / 04275 Leipzig:

19.00 Uhr:

Ulrike Serowy liest aus „Wölfe vor der Stadt“

Eine halbverlassene Stadt, die nach und nach im Nebel versinkt. Helena, eine junge Künstlerin, führt darin ein zurückgezogenes Leben. Da machen Gerüchte die Runde: Die Wölfe sollen zurückgekehrt sein und um die Stadt streichen. Helena selbst wird von bösen Ahnungen geplagt und von Träumen heimgesucht, die nicht ihre eigenen sind. Sie lernt Johannes kennen, der so verloren scheint wie sie. Aber Johannes trägt ein Geheimnis in sich, das sie beide an den Rand des Daseins bringen wird. – Ulrike Serowy wird die Spannung, die der Plot dieses im Frühjahr 2022 erscheinenden Romans bis zum Zerreißen aufbaut, ins Publikum tragen.

19.30 Uhr:

Akustikset mit Ana Bogner

Ana Bogner ist Musikerin und Klangkünstlerin. Ihre künstlerischen Inhalte kreisen um das Thema des imaginären Raums: poetische Realitäten als Zustand des menschlichen Bewusstseins. Sie arbeitet sowohl kompositorisch als auch installativ – architektonisch. Sie schichtet Sphären, träumt von utopisch-urbanem Ambiente, gebaut auf ätherischer Unbeschwertheit, in der Geschichten schweben. – Ana Bogner ist mit ihrem Stück „Oh my friend“ auf der Outbird-Compilation vertreten.

20.00 Uhr:

Roland Spranger liest aus „A Kind Of Blue

Lakonische Verlierer, die es mit dem Gesetz und der Realität nicht so genau nehmen. Pizza-Lieferanten, die den Glauben an Pizza verloren haben. Typen, die vom Leben zermatscht wurden, und nichts wollen als ein bisschen Würde – oder noch besser: Rache. Die schrägen Charaktere in Roland Sprangers Short Stories könnten unsere merkwürdigen Nachbarn sein, wie sie absurde Saufgespräche führen, schwer verkatert ins Stockholm-Syndrom reinschliddern, auf Crystal durchdrehen oder dagegen ankämpfen, verloren zu gehen. Der ein oder andere Mord ist nur konsequent. Und können Baukräne eigentlich Sex haben? – Mit trockenem, fränkischem Schalk wird Roland Spranger den Begriff „schwarzen Humor“ neu ausloten.

20.45 Uhr:

Hörspiel „Geister“ mit Pia Lüddecke und Ernest

Im Schauerroman ›Geister‹ geht es um den jungen Horrorfilmfan Tom, der 1999 ins Ruhrgebiet zieht und hier den geheimnisvollen Juri kennenlernt. Wer sind die unheimlichen ›alten Herrschaften‹, mit denen Juri in einer verfallenen Villa haust? Und was hat es mit der sagenhaften blauen Blume auf sich, die ihrem Finder unermesslichen Reichtum bescheren soll? An düsteren Schauplätzen entspinnt sich ein schwarzromantisches und skurriles Abenteuer. Autorin Pia Lüddecke und Musiker Ernest lesen aus dem Schauerroman Geister. Dazu sorgt Ernest mit Instrumentalstücken und Soundeffekten für Atmosphäre. – Ein Auszug des Hörspiels ist auf der Outbird-Compilation vertreten.

21.15 Uhr:

Ingo Munz liest aus „An der Guillotine“

Klaus Märkert schreibt über diesen im Oktober erscheinenden Erzählband: „Wollte man mithilfe eines Songs die Grundstimmung beschreiben, welche den nachfolgenden neun Erzählungen des Essener Autors Ingo Munz eigen ist, so würde ich ohne Zögern „who will light the fire“ des 2003 verstorbenen amerikanischen Folk- und Countrysängers Johnny Cash auswählen, wo es im Refrain heißt: „Who will light the fire that will carry you away into the darkness where you gonna stay.““ – Mit intelligenten Winkelzügen und einem feinen Händchen für erzählerische Perlen über des Lebens Patina folgt Ingo Munz dem Grundprinzip „Liberté, Égalité, Fraternité“ dieses Buches.

21.45 Uhr:

Liveset mit den „Gruftschlampen“

Wer ein bisschen Wahnsinn und Extravaganz schätzt und ein musikalisch schwarzes Herz sein Eigen nennt, wird das Liveset der Berliner „Gruftschlampen“ genießen. Die skurrilen Klangwelten und die unheimlichen Klagelieder der Gruftschlampen sprechen für sich und beweisen ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit und Spielfreude. – Die „Gruftschlampen“ werden den Literarischen Salon beschließen und sind mit ihrem Stück „Allerseelen“ auf der Outbird-Compilation vertreten.
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Moderieren wird den Abend M.Kruppe. Zum Salon wird es einen Verkaufstisch mit Büchern, der Compilation und weiteren schönen Dingen geben.
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Corona-Info:

Wir bitten um Verständnis, dass nur Getestete, Genesene und Geimpfte teilnehmen können (Nachweis am Einlass bitte vorlegen) und eine medizinische Maske mitzubringen ist.

Sollte die physische Veranstaltung wider Erwarten ausfallen, wird es einen virtuellen Live-Salon auf unserem YouTube-Kanal geben. Für den Fall kannst Du die Erstattung des Tickets verlangen oder den bezahlten Preis als Spende für die Stiftung Deutsche Krebshilfe bereitstellen.
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Tickets:

Zu den Tickets bitte hier entlang.
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Herzlich willkommen: Ingo Munz

Mit Ingo Munz dürfen wir einen weiteren Autoren in unserem Kollektiv willkommen heißen, dessen Leidenschaft er schon viele Jahre dem Schreiben und – im eigenen Verlag – Veröffentlichen von Büchern widmet. Seine Bücher spiegeln in ihrer Ausstattung einen ebenso hohen Anspruch wider wie seine Lesungen, in denen er unter anderem mit unseren Autoren Benjamin Schmidt und Klaus Märkert zusammenwirkt(e). Seine Belletristik hat eine Tiefe, die emotional wie nicht zuletzt weltanschaulich die kritischen Töne nicht scheut. Wir freuen uns, mit ihm im 3. Quartal seinen Erzählband „Eine Geige für Alima und andere Erzählungen“ realisieren zu können.

Herzlich willkommen, Ingo!

Bildnachweis: Peter Gwiazda
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