Interview mit Jan Off in den „Andromeda Nachrichten“

Für die Andromeda Nachrichten, die umfangreichste und seit 1970 im Science Fiction Club erscheinende Publikation zum Thema im deutschsprachigen Raum, interviewte Volly Tanner Jan Off anlässlich seiner Dystopie „Cumulus 2161“. Zitat:

„… Das Gefühl des Glücklichseins der Massen ist die Erklärung für die Handlungsweisen des Komitees, die Überwachung, die Fremdbestimmung. Nun sind wir beide alte Freunde der Machtkritik und haben schon früher stundenlang über die Rechte des Einzelindividuums in einem Kollektiv philosophiert. Was wiegt mehr? Das Recht des Einzelnen auf Entwicklung (auch in die Irre) oder das Recht der Vielen auf Ruhe?

Das ist in der Tat eine spannende Frage. Lässt man den Einzelnen gewähren, wie er will, droht der nackte Barbarismus, werden ihm zu viele Regeln auferlegt, wird er alsbald zum Sklaven. Hier das rechte Maß zu finden, wird zweifelsohne die größte Aufgabe für kommende Weltregierungen darstellen. Dafür schon jetzt Glück und Erfolg.

Heißt das, dass Du eine Weltregierung für wirklich sinnvoll hältst? Wir wissen, dass die Fehlerquote, sei sie auch noch so kleinprozentig, automatisch, wenn die Systeme immer größer werden, rein zahlenmäßig auch immer größer wird. Heißt: In großen Systemen werden die systemimmanenten destruktiven Strukturen immer stärker und wirksamer. Oder müssen die Systemgrößen, Menschen eben, begrenzt werden? Welche Gedanken treiben Dich da um? In Deinem Buch gibt es diese Begrenzung ja.

Keine Frage, würde es, wie in meinem Roman beschrieben, gelingen, die Erdbevölkerung auf dreißig Millionen zu reduzieren (Hallo, Wasserwerke!), könnten wir wohl gepflegt zum Stammessystem zurückkehren. Da das aber natürlich eher unwahrscheinlich ist, scheint mir bei all den Problemen, denen sich die Menschheit gegenübersieht, die Möglichkeit einer Weltregierung nicht gänzlich ausgeschlossen. …“

Das komplette Interview ist unter diesem Link abrufbar. Wir bedanken uns herzlich bei Redaktion und Volly Tanner für das Interview!

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Lesespot #1 „Relationshit“ zu Benjamin Schmidts Roman „Das geht nicht gut aus“

Benjamin Schmidts Roman „Das geht nicht gut aus“, der sich der Vielfalt von Liebesgefühlen und der Neuvermessung von Beziehungsmodellen im urbanen Milieu widmet, bietet genug Stoff, um einzelne Passagen als faszinierende Teaser auszukoppeln. Als ersten von zwei Lesespots dürfen wir „Relationshit“ aufs Herzlichste empfehlen. Zitat „Das geht nicht gut aus“:

„Benjamin Schmidt erzählt die Geschichte einer Liebe und deren Verzweigungen ins Ungewisse. Die Person wartet, ohne zu wissen, auf was. Eigentlich ist das jetzt das Alter, in dem Karriere, Beziehung und alles auf eine neue, bedeutsamere Ebene gehoben und Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden sollten. Stattdessen bricht alles zusammen und es ändert sich nichts. Nur die Leute im Club werden jünger und erlauben sich verunsichert zu hoffen. Den Leuten in der Oper dagegen, ist das Scheitern zu vertraut. Übergenug Abende, die mit dem Tod der Hauptfigur enden. Danach wird applaudiert und alle finden sich wieder ein in ihrer eigenen Tragödie.“

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Premiere für die „Schöne-Bücher“-Lesebühne in Leipzig

Die Lesebühne „Schöne Bücher“ ist ein 2026 ins Leben gerufenes Format für Liveliteratur, welches Verlage und literarische Neuerscheinungen aus dem „Schöne Bücher“-Netzwerk präsentiert. Auftakt der Lesebühne im Leipziger „Laden auf Zeit“ wird die Lesung der beiden Autoren Stefan Leithold und David Gray am 23. 04. 2026 ab 19.30 Uhr sein:

Stefan Leithold stellt sein Romandebüt „Eternos“ vor, welches im März 2026 im Dresdener Ultraviolett Verlag erschienen ist. Zitat:

„Der junge Schauspieler Martin Sterngrad bekommt die Hauptrolle seines Lebens angeboten – und verliert sich zunehmend in der Welt des geheimnisvollen Theaterstücks. Wenn der Vorhang sich öffnet, sich die Dunkelheit über alles legt, dann beginnt dieser Zauber. Zwischen den faszinierenden Bezirken der ewigen Stadt Eternos, ihren rätselhaften Bewohnern und den manipulativen Machenschaften des herrschenden Confitats verschwimmen die Grenzen von Bühne und Wirklichkeit. Als Martin in seine Rolle als Linus eintaucht, wird er Teil einer Geschichte, die über das Theater hinausreicht – ein Spiel mit Fragen nach Freiheit, Unsterblichkeit und dem Preis der Kunst.“

David Gray wird aus seinem im Frühjahr 2025 in der Edition Outbird erschienenen Erzählband „Umarmung der Barbaren“ lesen. Zitat:

„David Gray lockt die LeserInnen in die düsteren Winkel der Welt und lässt ungeheure Begebenheiten auf intime Schrecken des Alltags folgen. Er entführt uns in den Wilden Westen zu einer Stadt, die auf keiner Karte auftauchen will, erzählt von Fabelwesen, berichtet von einer Serienkillerin, die tötet um den Tod grüßen zu können, lässt eine kolumbianische Kartell-Killerin verzweifeln, fordert den Marquis de Sade bei einem üppigen Abendmahl dazu auf, einen mysteriösen Mordfall zu lösen oder schildert wie ein abgeklärter Clubmanager ein letztes Mal alte Träume abstaubt und dabei eine Überraschung erlebt.“

Zur Lesebühne „Schöne Bücher“ lädt die Edition Outbird jeweils einen Verlag aus dem „Schöne Bücher“-Netzwerk ein. Die Lesebühne ist eine Kooperation zwischen Frank Schletter vom Theater „Laden auf Zeit“ und dem Verlag „Edition Outbird“. Es wird einen Büchertisch geben.

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Leipziger Buchmesse 2026 | Ein Rückblick

Eine großartige Leipziger Buchmesse 2026 liegt hinter uns. Zwei Wochen später ist die Abrechnung erledigt, der aktuelle Warenbestand erfasst und alles wieder an seine Platz, parallel sind beständig Scharen von Bestellungen, Besprechungs- und Verlosungsexemplaren versandt worden.
Es war eine großartige Buchmesse, die uns im Fahrwasser des neuen Besucherrekords ein deutliches Plus an Buchverkäufen brachte. Auch in diese Jahr bildeten wir mit Sven Nieder und Björn Pollmeyer vom Calderan Verlag eine gutgelaunte Standgemeinschaft, auch in diesem Jahr bildete – neben zahlreichen weiteren Lesungen und Signierstunden – unser Literarischer Buchmessalon das Messehighlight – nicht zuletzt und insbesondere als Jubiläumssalon anlässlich unseres zehnjährigen Verlagsgeburtstages.

Als Mitglied des Schöne Bücher-Netzwerks gab auch in diesem Jahr wieder das traditionelle Gruppenfoto in der Kuppelhalle, darüberhinaus auch wieder das aktuelle Schöne Bücher-Magazin mitsamt des Sticker-Sammelalbums sowie – erstmals auch mit der Edition Outbird – den wiederbelebten Phantastischen Reiseführer, welche uns unzählige neugierige KundInnen an den Messestand brachten. Auch in diesem Jahr gab es ein fröhliches Sektfrühstück mit BuchbloggerInnen, auch in diesem Jahr besuchten uns unzählige Stamm- und NeukundInnen am Verlagsstand, um einen Schwatz zu halten, in unseren aktuellen Titeln zu stöbern und ihre Bestände aufzustocken.

Zu unserem Literarischen Jubiläumssalon waren gut 80 BesucherInnen zu Gast, die den Lesungen im imposanten Ambiente der Leipziger Heilandskirche lauschten, den warmherzigen familiären Spirit des Abends genossen und von unserem Büchertisch rege Gebrauch machten. 110 Euro brachte die Versteigerung des von allen anwesenden AutorInnen signierten Veranstaltungsplakats zugunsten der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Die Fotos des Abends sind in diesem Ordner zu finden, wir bedanken uns bei Tilly Domian für die fotografische Begleitung des Abends.

Einen schöneren Abschluss als Florentine Joops Lesung aus ihrem aktuellen Roman „Sommer im Heckenrosental“ auf der Indiebühne in Halle 5 der Leipziger Buchmesse hätte unterdessen unser Veranstaltungsreigen kaum bekommen können. Eine spannende und gut besuchte Lesung, eine großartige Moderation durch M. Kruppe und zahlreiche Gäste, die im Anschluss für Buch und Widmung Schlange standen. 

Für Lesungen, Signierstunden und zahlreiche Unterstützungen bedanken wir uns aufs Herzlichste bei M. Kruppe, Sven Nieder, Björn Pollmeyer, Sabrina Siebert, Florentine Joop, Pia Lüddecke, Ulrike Serowy, Joachim Sohn, Dirk Bernemann, Christian von Aster, Sanjina Kashikar, Jan Off, Benjamin Schmidt, Roland Spranger, Tilly Domian, Ingo Munz, Marcel, Silke, Muriel, Claudia, Claudia und Swen. Ohne unsere treue und beständig wachsende KundInnenschar und Euch als AutorInnen und UnterstützerInnen wäre der Verlag nicht das, was er ist.
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„Ursprung allen Übels ist eine defekte Behindertentoilette“ – Benjamin Schmidt im Interview

Volly Tanner war so freundlich, anlässlich unseres Literarischen Jubiläumssalons in der Leipziger Heilandskirche am 21. 3. 2026 unseren Autoren, Grafiker und Verlagsfreund Benjamin Schmidt zu interviewen. Zitat:

„… Ahoi: Der Verlag gründet, wenn mich mein Gefühl nicht trügt, auf jahrelangen Freundschaften. Das ist im „Literaturgeschäft“ eher selten, weit öfter wird gehauen und gestochen. Wie umgeht Ihr die Ego-Bombardements, die doch so oft verbrannte Erde hinterlassen?

Benjamin Schmidt: Wieder eine Frage für Tristan Rosenkranz. Wenn ich für mich selbst spreche, arbeite ich nur mit Menschen, die mir sympathisch sind. Ich kann es mir aussuchen. Wenn ich im Rahmen meiner künstlerischen Tätigkeit auf aufgeblasene Egos treffe, entwickelt sich einfach kein engerer Kontakt. Übergroßes Egos interessieren mich nicht besonders, noch weniger übergroße Egos, die sich hinter gespielter Bescheidenheit und Gönnerhaftigkeit verbergen. Aber innerhalb der Edition Outbird gibt es in der Tat viele Freundschaften, die auf gegenseitigem Interesse, Anerkennung und Gefühlen der Zuneigung beruhen. Ein großes Glück und schön zu erleben. Ich bin sehr dankbar für alle, die ich in diesem Rahmen, unter diesem Dach kennenlernen oder wieder antreffen durfte. …“

Zum kompletten Interview geht es hier entlang. Wir sagen herzlich Dankeschön!

Bildnachweis: Frank Kurczyk
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Neu auf YouTube: Buchtrailer zu Joachim Sohns neuem Roman „Merleau – eine Mondbogengeschichte“

Joachim Sohn, seines Zeichens Autor und Animationsdesigner, hat anlässlich seines jüngst erschienenen Romans „Merleau – eine Mondbogengeschichte“ einen neuen Buchtrailer aufgelegt, der sehr zu berühren und einige wunderschöne Impressionen zum Buch zu vermitteln vermag. Zitat:

„1974. In der Kleinstadt Luneville in Lothringen freut sich der Kommissar und Pflanzenfreund Benjamin Merleau auf seine Pension. Auf seine letzten Tage wird ihm die junge Polizistin Véronique zugeteilt. Und ein neuer Fall landet auf seinem Tisch: Ein Mädchen wird als vermisst gemeldet. Merleau und seine Assistentin nehmen die Ermittlungen auf. Für den Kommissar ist die Sachlage schnell klar, doch Véronique erhält kleine Zettel, die ihr von schwarzen Vögeln gebracht werden mit Hinweisen, die in eine gänzlich andere Richtung führen. Merleau hält das jedoch alles für großen Unfug. Während die junge Polizistin das Rätsel dieser Botschaften lösen will, beharrt der Kommissar auf seinem Verdacht. Doch die Kundschafter aus der Mondbogenwelt haben etwas anderes mit ihm vor.“

Joachim Sohn im Verlagsshop: bitte hier entlang.
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Unsere Frühjahrsneuheit #4: „Zerbrochen, aber vollständig“ von Isa Theobald

Unsere vierte Frühjahrsneuheit „Zerbrochen, aber vollständig“ ist der Einstand einer Autorin, die bereits auf zahlreiche Veröffentlichungen und ein aktives literarisches Leben zurückblickt. Isa Theobald, Autorin, Lektorin, Übersetzerin, Buchhändlerin und Criminal-Dinner-Schauspielerin, veröffentlicht mit ihrem Erzählband eine faszinierende Vielfalt illustrer, fantastischer, horribler Geschichten, die nicht nur in ein wunderschönes Cover von Simone Ewenz mit einer Illustration von Davide Molino gewandet sind, sondern auch durch Tarotkarten aus der Feder Fash Studs veredelt werden. Zitat:

„Isa Theobalds zweiter (und erster in der Edition Outbird veröffentlichter) Erzählungsband führt die LeserInnen wieder und wieder an die Kante des Abgrunds – und manchmal auch darüber hinaus. Zwischen Märchen und Cyberpunk-Horror ist es immer der Blick auf das, was hinter den Kulissen lauert – oder im Dazwischen.
In „Zerbrochen, aber vollständig“ baut Isa Theobald Welten auf, die uns exklusive Einblicke in die dunklen Seiten unserer Seelen gestatten.“ Das Buch hat ein Vorwort von Fabienne Siegmund.

Das Buch ist ab sofort unter diesem Link vorbestellbar und ab 11. 03. 2026 erhältlich.
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Herzlich willkommen: Sven-André Dreyer

Sven-André Dreyer, einst beim Leipziger Verlag Edition Paper ONE beheimatet, bei dem unter anderem auch unsere AutorInnen M. Kruppe, Dirk Bernemann, Jennifer Sonntag, Klaus Märkert, Hauke von Grimm, Michael Schweßinger, Volly Tanner sowie unser Verleger Tristan Rosenkranz veröffentlichten, erwies uns mit seiner Vetragsunterzeichnung eine große Freude. Sven-André Dreyer war und ist wie auch der damalige AutorInnenkreis der Edition Paper ONE eine der Inspirationsquellen, aus denen die Idee des Verlages Edition Outbird hervorging. Sven blickt auf zahlreiche Veröffentlichungen zurück und ist als Autor, Journalist, Kurator und Literaturveranstalter weit über die Grenzen seines Wohnorts Düsseldorf hinaus aktiv. Von ihm erscheint bei uns im zweiten Halbjahr 2027 sein Erzählband oder vielmehr Kompendium „Der Einsamkeitsforscher“.

Es ist uns eine überaus große Freude, Sven-André Dreyer bei uns begrüßen zu dürfen, unser Dank gilt insbesondere dem entgegengebrachten Vertrauen. Herzlich willkommen, Sven!

Bildnachweis: Sascha Haubeil
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Verlagsspecial im aktuellen „Orkus“-Magazin

Das „Orkus“-Magazin veröffentlichte anlässlich des zehnjährigen Verlagsjubiläums und mit Fokus auf die Autorinnen des Verlages ein Verlagsspecial, basierend auf einem Interview mit unserem Verleger Tristan Rosenkranz. Ein sehr schönes Geschenk, zu finden in der aktuell erscheinenden Ausgabe. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Herausgeber Claus Müller und Redakteurin Claudia Zinn-Zinnenburg. Das Interview in voller Länge:

Orkus: Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum von Edition Outbird! Was war denn damals überhaupt zu dem Wunsch oder Bedürfnis, einen Verlag zu gründen?

Vielen lieben Dank! Ich hab schon in frühen Schuljahren auf die Frage nach meinem Berufswunsch mit „Schriftsteller“ geantwortet. Ich hatte schon frühzeitig ein Herz fürs Schreiben von Lyrik und Prosa und wurde maßgeblich durch meine belesenen Eltern und meines Vaters ausgeprägtes Kunstinteresse beeinflusst. Kunst und Literatur sind ja enge Verwandte. Nach etlichen eigenen Buchveröffentlichungen habe ich mich dann dem Verlagsaufbau und -geschäft gewidmet.

O: Gerade in Zeiten, in denen vieles papierlos läuft und auch in Anbetracht der Pandemiejahre in dieser Zeitspanne sicher auch ein großes Wagnis, oder? Ich hoffe, es gab keine ernsthaften Momente des Zweifelns?

Es ist definitiv ein Wagnis, wenn man die eigenen Aufs und Abs und seit Jahren vonstatten gehenden Schließungen und Insolvenzen inhabergeführter Buchhandlungen und Verlage vor Augen hat. Insofern tauchen immer wieder mal auch Tage auf, an denen ich kurzzeitig mit Resignation und Zweifeln liebäugele.

O: Falls doch: Was hat dich dann doch immer wieder motiviert, weiterzumachen? Was ist dein Antrieb?

Die Liebe zu dem, was ich tue, die wunderbaren Stoffe, aus denen Bücher geboren werden, die ausgeprägte Neigung zu ästhetischer Covergestaltung, das herzliche und offene Miteinander mit den AutorInnen, KollegInnen und freien MitarbeiterInnen, der viele Zuspruch und die zahlreiche Unterstützung aus Freundeskreis, Familie und Verlagsfamilie.

O: Mittlerweile finden sich in deinem Katalog zahlreiche etablierte Autoren und Künstler – und auch zusehends mehr Autorinnen und Künstlerinnen, habe ich das Gefühl. Täuscht mich das oder kannst du das auch bestätigen, dass du in den letzten Jahren mehr Frauen publizierst?

Nein, das täuscht durchaus nicht.

O: Ist das Zufall im Sinne von: die sind einfach gut und du machst keinen Unterschied beim Geschlecht oder steckt da auch Bewusstsein dahinter? Also nicht, dass du freiwillig eine Art Frauenquote einführst, aber dass du schon auch mehr für Chancengleichheit einstehen willst? Vielleicht auch unbewusst, falls man das überhaupt so beantworten kann?

Es war und ist eine Entwicklung, die sich nicht quotieren lässt, zumal Quote nach Zwang zulasten kreativer Freiheit klingt. Im künstlerischen Umfeld sind zahlreiche Autorinnen tätig, man wird aufeinander aufmerksam, begegnet sich auf derselben Wellenlänge und stellt fest: Wir müssen unbedingt zusammen ein Buch machen. Chancengleichheit ist also nie ein Problem gewesen, die Begegnungen, die künstlerische Annäherung und die Lust auf Zusammenarbeit waren ein Wachstumsprozess. Zumal ich ein Freund von Ausgewogenheit bin. Nicht zuletzt werden durch die wachsende Bekanntheit und das spezielle Image der Edition Outbird auch mehr Autorinnen auf den Verlag aufmerksam.

O: Wenn du Manuskripte liest, ist dir dann das Geschlecht des Autors bewusst? Ich ertappe mich manchmal, dass ich auf den Autornamen lieber gar nicht erst schaue und beim Lesen dann rätsle, ob ich finde, dass es eher ein Frau oder ein Mann geschrieben hat, und bin manchmal dann auch überrascht.

Nicht, wenn ich es nicht vorher wüsste. Eine gute Frage eigentlich, ob ich das herauslesen könnte. Ich lass mich ja von Stoffen anfixen, nicht in erster Linie von den dahinterstehenden AutorInnen. Und ja, natürlich ist mir auch das persönliche, familiäre Miteinander wichtig. Ohne das geht es nicht.

O: Womit kann man dich als Verleger überzeugen?

AutorInnen, die selbst schon auf Veröffentlichungen zurückblicken, gut vernetzt und aktiv sind, sich in derselben Szene und/oder ästhetischen Welt bewegen und nicht intoleranten Trugbildern hingeben, haben eine gute Chance. Allerdings herrscht ohnehin Aufnahmestopp, weil die Verlagsplanung mittlerweile schon bei zwei Jahren Vorplanung liegt, wir also mehr oder weniger ausgebucht sind.

O: Wie sieht das Programm für 2026 aus, gibt es besondere Schmankerl, vielleicht auch gerade von Autorinnen?

Ich freue mich auf überaus spannende Neuerscheinungen von Isa Theobald und Sanjina Kashikar (beide zum ersten Mal in der Edition Outbird) sowie Pia Lüddecke und Luci van Org, aber auch von Christian von Aster, M. Kruppe, Volly Tanner oder Joachim Sohn.

O: Danke!

Ich danke Dir!“

Neu auf YouTube: Literatur im Gespräch mit Benjamin Schmidt

In unserem neuen YouTube-Interview spricht Benjamin Schmidt mit M.Kruppe über das Experiment, als das sein neuer Roman „Das geht nicht gut aus“ zu verstehen ist, über großstädtische Bubbles und deren Lebensentwürfe, über Polyamorie und Queerness, Liebe und Eifersucht, aber auch über das Predigen der einen und das Leben der anderen Wahrheit als verbreitetes Phänomen unserer Zeit. Eine weitere Hörempfehlung an Euch und ganz herzliches Dankeschön an M. Kruppe für Interview und Videobearbeitung.

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