Stellungnahme gegen neue Libri-Firmenpolitik

Sprecherkreis der IGUV: Björn Bedey, Maria Frühwald, Karin Timme, Robert S. Plaul (von links).

Libri hat in den vergangenen Wochen damit begonnen, ein Viertel seiner lieferbaren Buchbestände auszulisten. Teilweise wurden nach vorangegangenen größeren Bestellungen diese an Verlage großteils wieder zurückgesandt, teilweise sind einzelne Titel aus kompletten Buchreihen nicht mehr lieferbar. Der Sprecherkreis und Mitglieder der IG unabhängiger Verlage im Börsenverein spricht von systemrelevanten Folgen, weichen nicht zuletzt ja neben der „Unsichtbarkeit“ unzähliger Titel zahlreiche BestellerInnen unweigerlich zu Amazon aus, was seinerseits die Einnahmen das Verlagswesens weiter schwächt. Die im nachfolgenden anzitierte und verlinkte Stellungnahme haben wir neben zahlreichen weiteren Verlagen unterzeichnet:

„In den vergangenen Wochen haben viele Verlage verstärkt Remissionen nicht nur von KNV, sondern auch von Libri bekommen – teilweise „bislang unbekannten Ausmaßes“. Gleichzeitig haben sich immer wieder Buchhändler und Endkunden bei Verlagen gemeldet, weil ein eigentlich lieferbares Buch über Libri als nicht lieferbar angegeben wurde. Auf Nachfrage teilten die zuständigen Libri-Einkäufer den betroffenen Verlagen mit, dass es einen Strategiewechsel gäbe und man das Lager von 1 Million auf 750.000 Artikel reduzieren würde.

Neben vielen Backlist-Titeln wurden alle Titel mit einem Ladenpreis von unter 4,90 Euro ausgelistet. Als Alternative bietet Libri an, die betroffenen Titel „über BOD drucken zu lassen. Hier besteht die Möglichkeit Titel auf Nachfrage sofort zu drucken und über Libri auch auszuliefern.“

Eine offizielle Kommunikation zur neuen Strategie gab es bislang nicht, nichtsdestotrotz hat Libri mit den Auslistungen und Remissionen bereits seit mehreren Wochen Fakten geschaffen. Die betroffenen Verlage wurden weder über die Auslistungen noch über die anstehenden Remissionen vorab informiert.

Erste Novitäten wurden gar nicht mehr bestellt oder aktuelle Frühjahrsnovitäten nach wenigen Monaten ausgelistet. Die Auslistungen sind teilweise inhaltlich nicht nachvollziehbar: Da wurden Ferienbücher direkt zu Sommerferienbeginn ausgelistet oder aus einer zehnbändigen Reihe ausschließlich Band Nummer 4. Die Aussage von Libri, es handle sich dabei ausschließlich um unverkäufliche Titel, konnten die Verlage so nicht bestätigen. …“

Hier geht es zur kompletten Stellungnahme.

Bildnachweis: Frederic Schweizer
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