„Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung“

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Rezension von Lottchen
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„Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut und diese Woche lag es endlich im Briefkasten. Es ist nicht wirklich groß, nur 110 Seiten, liegt dafür aber sehr gut in der Hand. Das Cover gefällt mir und passt zu den Texten. Man sieht M. Kruppe mit einer Zigarette in der Hand und wie die Geschichten förmlich aus seinem Kopf herausschießen. Die Farben sind eher schlicht gehalten, was die Atmosphäre, in der die meisten Texte spielen, gut darstellt. Es handelt sich nämlich nicht um bunte, phantastische Geschichten, aber um die reine Realität, um gescheiterte Existenzen und die Schonungslosigkeit des Lebens.

Das Buch besteht aus einer Mischung von kurzen Prosatexten und Lyrik. Einige sind nur eine Seite lang, trotzdem hinterlassen auch sie einen tiefen Eindruck. Das hat sehr viel mit Kruppes Schreibstil zu tun. Er weiß, welche Wörter er benutzen soll, um die Leser zu berühren, um eine Situation so darzustellen, dass man das Gefühl bekommt, dass man mittendrin ist, dass man spüren kann, wie die Protagonisten sich fühlen. Die treffenden Illustrationen von Holger Much verstärken das Ganze.

Zentral in den Geschichten stehen Menschen von Fleisch und Blut. Menschen, die schon Einiges hinter sich haben und die vom Leben gezeichnet sind. Was nicht heißt, dass alle Texte tieftraurig sind, im Gegenteil. Es ist halt eine schonungslose Vorstellung des Lebens. Die letzte Geschichte zum Beispiel: ‚Wie ich von der Bundeswehr einen Kasten Bier geschenkt bekam‘ hat mich sehr amüsiert und auch ‚Bei Steve‘s‘ oder ‚Eins für die Kinder‘ sind sehr warmherzige Geschichten, die Spaß machen zum Lesen.

Zwei Texte aber, die mich sehr berührt haben und mich deswegen auch noch eine Weile beschäftigen werden sind: ‚Eins für Renate‘ und ‚Das erste Gebet‘. Diese Geschichten hauen mit so einer Wucht rein, dass man ein wenig braucht, um sie verarbeiten zu können. ‚Eins für Renate‘ handelt sich um eine Frau, die durch die Schicksalsschläge in ihrem Leben total am Abgrund angekommen ist. Man empfindet Mitleid mit ihr, aber weiß, dass man nichts mehr für sie tun kann. Das Ende kam für mich als eine Erleichterung, aber trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl hängen.

‚Das erste Gebet‘ tut auch ziemlich weh. Der Text ist nicht lang, aber hat mich Tränen in die Augen getrieben. Hier handelt es sich um einen Mann, der seine ganze Familie bei einem Autounfall verliert und wie er damit umgeht. Der Text ist so geschrieben, dass man den Verlust, die Trauer, das Unvermögen was zu tun, aber vor allem die Ungerechtigkeit am eigenen Leib spürt.

‚Geschichten vom Kaff der guten Hoffnung‘ hat auf mich einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Texte haben mich sehr berührt und werden mich noch eine Weile beschäftigen. Es ist großartig, wie Kruppe es schafft, aus Alltagssituationen kleine literarische Meisterwerke zu machen. Ein Buch, das man sich wirklich nicht entgehen lassen darf!“
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Rezension in der Ostthüringer Zeitung
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„… Discounterkasse oder während einer Nachtkurierfahrt sind Kruppe ebenso ein Nachdenken wert wie der Moment des ersten Gebets im sonst gottesfreien Leben. Gelegentlich sind Beobachtungen mit Selbstbefragungen verknüpft, und man ist als Leser geneigt, eine Antwort beizutragen, noch bevor der Autor die Auflösung seiner Gedankengänge anbietet.

Ein Poet der Straße

„Ich wollte Pößneck ein Denkmal setzen, auch wenn die Stadt an keiner Stelle namentlich vorkommt“, sagt Kruppe selbst zu seinem Buch. „Wenn ich von Denkmal spreche, dann meine ich nicht die Stadt selbst oder die Leute, die sie lenken, denn darüber ist ja oft und schön genug geschrieben worden, vielmehr meine ich die Menschen, die am Rande der Pößnecker Gesellschaft stehen und das Leben in der Stadt auf ihre eigene Art beeinflussen. Diese Menschen will ich eine Stimme geben, sie vielleicht auch ein bisschen erklären.“Freilich seien persönliche Züge seiner Protagonisten etwas verfremdet, denn es liege ihm fern, gerade die noch lebenden Charaktere bloßzustellen, so Kruppe. Erfunden sei aber nichts. „Ich bin nicht der typische Romanschriftsteller, dessen Fantasie für unzählige Bücher reicht, der seine Story aus der Luft greift. Meine Geschichten lese ich von der Straße auf, höre ich in der Kneipe, liegen in den Menschen, für dich ich mich interessiere. …“

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Kurzrezension von Tilly Domian
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„Gestern bekommen, heute rein gelesen und direkt angefixt. Ehrlich, ohne Schnörkel, klar. Kruppe eben. Vermutlich hab ich es noch heute durch, aber es wird eines der Bücher sein, die man immer wieder liest… Chapeau Ronny Müller! Und das zauberhafte Vorwort und die Illustrationen von Hol Ger runden das Bild hervorragend ab. ❤️“
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