„Schwanenhalsbrücke“

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Rezension von Anna Lisa Franzke
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„„Schwanenhalsbrücke“ von Edek Rose ist ein Ausdruck sonst totgeschwiegener Gedanken. Jedes Gedicht vermittelt den Eindruck der Einzigartigkeit und der Grenzüberschreitung. Verbunden mit Gefühlen, die regelrecht herausgeschrien werden. Hinter teils einfachen, teils schweren Worten verbirgt sich viel mehr, als der Leser auf den ersten Blick sieht. Die weiteren Ebenen, die sich beim darüber Nachdenken ergeben, sind oftmals düster und unfassbar. Tiefere Bedeutungen eines jedes Gedichts eröffnen sich, wenn man sie nochmals – anders – liest und sich in den Gedanken darüber verliert.
Ich tue mich oft schwer mit Lyrik, vor allem was moderne angeht, doch schon die ersten Zeilen von „Schwanenhalsbrücke“ haben mich in ihren Bann gezogen und Gedanken über die Welt angestoßen. Zusammen mit einer brutal ehrlichen Sprache, konnte ich oftmals nicht fassen, welche Tiefe in einfachen Worten ausgedrückt wurde. Edek Rose nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt über die Welt und Gesellschaft genau so wie sie ist: unverfälscht, unbarmherzig und missbrauchend.“
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Rezension im „Orkus“-Magazin 04/2020
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„Edek Rose ist ein ungewöhnlicher Mensch. Der Schriftsteller mit amerikanischen Wurzeln ist außerdem Performance-Musiker und Lyriker. Über Edition Outbird präsentiert er nun seit schriftstellerisches Debüt. „Schwanenhalsbrücke“ gleicht einem schreiendem Fiebertraum, einer Explosion der Gefühle. Rose verarbeitet darin seine psychischen Erkrankungen und lässt tief in seine Abgründe blicken. Er verletzt sich selbst und überschreitet Grenzen, die ihm auferlegt wurden und die sich falsch anfühlen. Auf rund 140 Seiten dürfen wir blutgetränkte Lyrik, Gedichte und Gedanken voller Schmerz, Wut und Hoffnungslosigkeit. Der mit seiner Frau in Nürberg lebende entführt den Leser in seine wirren, bizarren Gedanken und dabei schafft er es, künstlerisch anmutende und erschreckende Landschaften zu zeichnen. Ein Manifest für die geschändeten Seelen. So schmerzhaft authentisch, dass beinahe allein schon seine Worte beim Lesen körperliches Unbehagen auslösen. Wer auf traurig-schöne Texte im Stil von Goethes Erben oder Lacrimosa steht, sollte hier auf jeden Fall reinlesen. Achtung! Der Stoff kann jedoch triggern! Beeindruckend!“
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Interview im „Outscapes“-Magazin
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„… Wenn man „Schwanenhalsbrücke“ aufschlägt und zu lesen beginnt, scheint der Stoff – so ging es mir zumindest – wie ein Sog, der dich ad hoc in einen Abgrund reißt, in dem du zunächst weder siehst noch hörst, wo du hingeraten wirst. Einzig ein Gefühl breitet sich aus, dass nicht recht beschreibbar ist. Gibt es etwas, was du mit deinen Texten auslösen willst und wenn ja was?

Ich spreche natürlich nicht für andere Menschen, die in irgendeiner Form mit ihrem Leben abgeschlossen haben. Ich wünsche mir natürlich, dass meine Freunde und Familie verstehen können, welche Bilder meine Seele beherrschen, wenn ich mir wünsche nicht mehr zu existieren. Vielleicht kann mein Buch anderen Angehörigen psychisch kranker Menschen die Möglichkeit geben wenigstens mehr Verständnis zu zeigen, anstatt prekäre Situationen durch selbst auferlegte soziale Versagensängste zu verschlimmern. Meine Gedichte stammen aus einer Welt, in welcher charakterschwache Individuen nicht aufhören können, schlechte Entscheidungen zu treffen, weil sie für ihre abartigen Taten so lange belohnt werden bis sie den eigenen Bezug zur Realität verlieren. Tiermetaphern durchziehen mein Werk, die eine sich selbst kannibalisierende Natur zeigen, deren zerrissene Oberflächen alles Lebende verschlingt. Vom unsauber entfernten Fötus bis zum pädophilen Massenmörder: Ihre von der unbarmherzig rasenden Zeit zerfressenen Körper sickern in das exakt selbe Vakuum; in dieser Welt bin ich ausgebeuteter Zeitarbeiter, misshandelte Frau, gewaltsüchtiges Kind und jeder von ihnen teilt einen bestimmten gemeinsamen Weltschmerz, der in meinem Kopf in jedem ruhigen Moment Amok läuft. …“

Zum kompletten Interview im „Outscapes“-Magazin folgen Sie bitte diesem Link.
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„Schwanenhalsbrücke“ im Onlinestore: bitte hier entlang.
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