Vorankündigung September 2018: Susanne Agnes Fauser „Lilian“

Wenn man bedenkt, dass „Lilian“ Susanne Agnes Fausers Debüt ist, vermag man die Welt nicht mehr verstehen. Man meint, dieser ebenso starken wie dunklen Romanperle viele Jahre literarische Reifung entnehmen zu können, deren Handlungsstränge sich allesamt einer tiefer kaum vorstellbaren und alle (inneren) Grenzen überwindenden Liebe annähern, die mit einem brutalen, bis weit in die Geschichte hinein unergründlichen Angriff ihr jähes, für die Protagonistin Lilian kaum zu verarbeitendes Ende findet.

Lilian„, dessen Cover der begnadete Illustrator Holger Much gestaltet hat, ist Spurensuche, innigste Liebe, Hochspannung, Sprachgewalt, Fesselung und Gänsehaut; umso größer ist unsere Vorfreude auf diesen Ende des 3. Quartals erscheinenden Stoff. „Lilian“ kann unter diesem Link bereits jetzt vorbestellt werden.
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Neue Besprechungen: „Verschwendete Jugend“ und „Kammerflimmern“

Wir freuen uns über weitere Buchbesprechungen zum Roman „Verschwendete Jugend“ von Axel Kores und zur Novelle „Kammerflimmern“ von Tomas Jungbluth.

Zu „Verschwendete Jugend“ schreibt Detlef Färber für die Mitteldeutsche Zeitung – Zitat:

„… Verschwendete Jugend? Mit der Erwägung, was da gemeint sein mag, ist man schon vor der Lektüre des Debütromans von Axel Kores mitten drin in dem von ihm erzählend heraufbeschworenen Getümmel: Jugend, klar – aber wer verschwendet da was? Spricht hier etwa die bürgerliche oder gar elterliche Instanz aus dem Titel – im Sinne von „Du verschwendest deine Jugend, sieh zu, dass endlich etwas aus dir wird!“? Höchstens sehr unterschwellig oder gar unterbewusst mag derlei mitschwingen, denn der Hallenser, der hier literarisch mit seinem ersten großen Projekt hervortritt, schmeckt und kostet schon in diesem seinem Titel die Worte sehr genau ab – und findet ihre Doppelbödigkeit und Vielstimmigkeit heraus: Schließlich heißt – dem Anklang gemäß – „etwas verschwenden“ zu allererst auch, es „verwenden“. Und zwar schnellstmöglich, ehe dieses Verwendete, sprich auch Verschwendete unversehens verschwinden kann.

Wohlgemerkt, wir sind bei der Jugend, die bekanntlich nicht nachwächst – und nur schwerlich zu konservieren ist. Und damit wird der Titel des Buchs nun auch noch zum klaren Appell – wohl in dem Sinne, dass es gilt, im Leben endlich den Fuß von der Bremse zu nehmen! Wie und mit welchen Risiken, das kann man auf den 230 zuweilen fast atemlos erzählten Buchseiten miterleben: Kann es mit genießen und muss es immer mal wieder mit erleiden.

[…]

Was man seinem Text übrigens fast anmerken kann: Dass er ihn nämlich nicht in der gemütlichen Dichterstube oder gar im Elfenbeinturm hat wachsen lassen. Vielmehr ist das Buch von rasanten Ausbrüchen getragen, von Wortkanonaden durchzogen, aber dennoch präzise und sicher im Ton formuliert. …“

Zur kompletten Besprechung geht es hier entlang.

„Verschwendete Jugend“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.

Zu „Kammerflimmern“ gibt es unter anderem Rückmeldungen der drei AutorInnen Christian von Aster, Susanne Agnes Fauser und Dirk Bernemann.

„Wie in Zeitlupe taumelt man an der Seite des Autors zwischen Erfüllung, Verletzung und Erkenntnis durch eine schonungslose Mischung aus Erinnerung und Reflexion.
Auf der Suche nach einem Verstehen, das es nicht gibt.
Die Geschichte der gleichsam erfüllenden wie zerstörerischen Leidenschaft zweier unangepasster Seelen ist mit Wucht erzählt.
Unterschwellig schwingt dabei stets das tragische, Erfüllung unmöglich machende, Borderlinethema mit. Dabei geht es immer weniger um Schuldzuweisung als den Wunsch des Autors zu verstehen.
Am Ende ist ‚Kammerflimmern‘ meines Erachtens vor allem eine Geschichte darüber, wie intensiv man sich verlieren kann, während man einander zu finden versucht…“

„Jungbluth hat mich manches Mal zum Weinen gebracht, zum Nachdenken sowieso und während ich wie eine Voyeurin sein Sezieren beobachtete, schien es mir, als würde seine Katharsis auf mich übergehen.
Wortgewaltig, ohne jemals in Peinlichkeit oder gar Schwülstigkeit zu verfallen, faltet der Autor sein Innenleben und eine Beziehung auseinander. Offeneres habe ich selten gelesen.
Der Protagonist trinkt Whisky, immer wieder in Gedanken zusammen mit seiner ehemaligen Liebe, redet, unternimmt Erklärungsversuche. Was mich daran besonders faszinierte, war dass er dabei immer fair, ja geradezu beinahe zu human bleibt. Von ersten Satz an intensiv. Niemals langweilig. Eine Sprache, die süchtig macht und ein Sujet, an dem wir alle dann und wann zerbrechen.“

„Ein bewegendes Buch. Zwei Menschen begegnen sich und wie so oft, tun sich Widerstände da auf, wo alles schön sein könnte. Ergreifende Sätze, manchmal ein bisschen zu viel Bitterkeit in der Anklage. Irgendwie auch eine Abrechnung eines Verletzten, als letzte Chance, nicht an der Verletzung zu verrecken. Das Werk eines hochsensiblen Mannes, den man zwischendurch gerne schütteln und zur Vernunft drängen möchte, ob seiner Leidensannahme denn siehe da, am Ende ist das Elend. Aber das Buch öffnet den Kopf, das ist schon mal gut.
Ich hab mich in dem Buch oftmals wiedergefunden und dann zu dem jeweiligen Vorfall mir selbst gesagt, was meine Lösung gegen Verzweiflung ist. Generell bin ich aber schwer begeistert.“

„Kammerflimmern“ in unserem Onlinestore: bitte hier entlang.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichen Rückmeldungen (zu beiden Büchern nicht zuletzt auch bei Amazon unter diesem und diesem Link) und freuen uns auch auf Ihre Meinung zu unseren Büchern. Herzlichen Dank!
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Resonanzen: Radio, Zeitung, Rezensionen

In den letzten Wochen haben sich die Resonanzen, Vorstellungen und Rezensionen um unsere Verlagsneuerscheinungen zeitweise fast überschlagen. Wir können an dieser Stelle nur eine Momentaufnahme aufzeigen und verweisen gern auf unseren Menüpunkt „Rezensionen + Buchvorstellungen“ in der linken Spalte, der in jeweiligen Unterpunkten alle bisherigen Resonanzen beinhaltet.

Darjeeling Pur“ von Tami Weissenberg erreichte zeitweise Rang 18 unter den „Biografien & Erinnerungen“ (Unterpunkt „Frauen“) bei Amazon. Das Buch wurde bislang in der Mitteldeutschen Zeitung, den Zeitungen der „Mediengruppe Thüringen“ sowie vom Radio des Mitteldeutschen Rundfunk und MDR Kultur vorgestellt bzw. besprochen. Weitere Besprechungen folgen.

Zitat: „Die Frau, mit der dieser Mann zusammenlebt, ist ein Ungeheuer. Eines, das den Mann zwingt, zuhause wie ein Sklave den Haushalt zu besorgen und zudem einen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, was dem Mann eine Zeit lang sogar gelingt. All das wird in diesem Buch haarklein geschildert, und natürlich bemitleidet der Leser den derart gedemütigten Mann und wünscht ihm nichts mehr, als dass er sich aus diesem Teufelskreis befreien könnte. Warum aber tut er es nicht? Warum erzählt er von dieser Hölle und macht doch keine Anstalten, ihr zu entfliehen?“ (MDR)

Michael Schweßingers „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ wurden beispielsweise in den Leipziger Stadtmagazinen „Kreuzer“ und „Ahoi“ sowie ebenfalls beim „MDR Radio Sachsen“ via Interview oder Besprechung vorgestellt.

Zitat: „Seine Storys bringen es insgesamt nur auf knapp über hundert Seiten, aber auf jeder einzelnen davon knirscht die Wahrheit unserer Zeit mit den Zähnen. Mit scharfem Blick und zunehmender Wut beobachtet Schweßinger die „Tourismus-Maschine“ aus nächster Nähe.

[…]

Vor allem schockierte Schweßinger die Selbstverständlichkeit, mit der die Angestellten sich ausnutzen ließen. Es habe keinen Widerspruch und erst recht keine Solidarität unter den Mitarbeitern gegeben, um sich gegen „die da oben“ zu wehren.

[…]

Auf die Frage, was er, wenn er könnte, in der Welt ändern würde, überlegt Michael Schweßinger lange, bevor er mit leiser, aber entschlossener Stimme antwortet: „Lass uns das Ganze auf Null setzen. Und nochmal neu versuchen, ob wir nicht doch ein bisschen menschlicher miteinander umgehen können“.“ (Kreuzer)

Unsere drei Hallenser AutorInnen Jennifer Sonntag, Axel Kores und Christoph Liedtke bekamen in einer halbstündigen Sendung von „Radio Corax“ Gelegenheit, sich, ihre Lebensentwürfe, künstlerischen Sichtweisen sowie ihre Bücher „Seroquälmärchen„, „Verschwendete Jugend“ und „Symmetrie der Risse“ vorzustellen (zum Radiomitschnitt bitte hier entlang). Die Mitteldeutsche Zeitung stellte Christoph Liedtke und seinen vorgenannten Lyrikband ebenfalls vor.

Zitat: „… Der Titel „Symmetrie der Risse“ klingt dabei wie eine Fortschreibung dessen, was ihn auch als Bildkünstler umtreibt: die Lebensspuren nämlich. Das er die fast schon weltweit auch bei Studienaufenthalten – etwa als Stipendiat in Istanbul und Tokio – gesucht und gefunden haben muss, ist teils seiner assoziativen, teils eher meditativen Lyrik zu entnehmen. Kostprobe: „Geh raus und nimm nichts mit. / Hinter den Gärten ziehe deine Kreise.“ Soll heißen, dass es auf der Spurensuche immer auch selbst Spuren zu legen gilt.

Idealerweise drücken die sich dann in beinahe aphoristischer Knappheit und Eindringlichkeit aus. …“

Ebenfalls „Radio Corax“ sendete ein eineinhalbstündiges Feature zu Christoph Liedtkes Japan-Aufenthalt, künstlerischem Schaffen und dem aus seinen Japaneinflüssen entsprungenen Hörstück. Zum Mitschnitt geht es hier entlang.

Und auch zu Benjamin Schmidts „Fick die Musen„, Tomas Jungbluths „Kammerflimmern„, M. Kruppes „Und in mir Weizenfelder“ und Michael Haas´ „50.  Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst.“ sind die ein oder andere Besprechung eingegangen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichen so positiven Feedbacks und freuen uns auch auf Ihre Meinung zu unseren Büchern.

Bildnachweis: Holger Ellgaard.
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Edition Outbird erreicht erstmals Top 100 unter den Amazon-Rankings

Amazon mag umstritten sein, aber bei aller thematischer Betroffenheit freuen wir uns sehr, dass heute mit „Darjeeling Pur“ von Tami Weissenberg erstmals ein Buch unseres kleinen Verlages die Top 100, in diesem Fall der Biografischen Romane, bei Amazon durchbrochen hat. Der letzte Stand war Platz 68 (mit späterem Anstieg auf Platz 18). Unsere Freude ist umso größer, dass dadurch nicht nur der hochwichtige Gewaltschutz für beide Geschlechter, sondern auch unsere anderen AutorInnen und Bücher mehr Aufmerksamkeit erfahren werden.
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Neuer Menüpunkt: „Rezensionen + Buchvorstellungen“

Wir dürfen an dieser Stelle auf unseren neuen Menüpunkt „Rezensionen + Buchvorstellungen“ in der linken Menüleiste hinweisen. Einfach Cursor drauf halten, in die aufklappenden Unterpunkte zum/r AutorIn und Buchveröffentlichung Ihrer Wahl gehen und Sie können sich ein Bild davon verschaffen, wie unsere Bücher von LeserInnen und Medien wahrgenommen werden.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!
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„Edition Outbird“ begegnen: eine Jahresvorschau

Für die Möglichkeit einer Begegnung und des Austausches mit unserem Verlag und dessen MacherInnen und AutorInnen möchten wir schon früh eine Aussicht auf die kommenden Termine geben (weitere Termine in Planung). Wir sind uns sicher, dass Ihnen der ein oder andere Termin gefallen dürfte und wir uns bei einem Gespräch kennenlernen können:

    • am 09. 09. 2018 präsentieren wir uns im Rahmen von „Dresden (er)lesen“ auf Schloss Albrechtsberg zu Dresden
    • am 29. 09. 2018 können Sie uns bei der „Buchmesse Eselsohr“ in Wesel treffen
    • am 17. 11. 2018 sind wir auf der Leipziger Bücherschau in der zentral gelegenen Industrie- und Handelskammer vertreten
    • vom 21. bis 24. 03. 2019 nimmt unser Verlag einmal mehr an der Leipziger Buchmesse teil
    • am 01. 06. 2019 letztendlich laden wir ganz herzlich zu unserem Verlagsfest im Franzenshof Pößneck ein
    • zu einem noch offenen Termin nehmen wir 2019 zum zweiten Mal an der Lichtensteiner Bücherschau teil

Wir dürfen jedoch noch um Geduld hinsichtlich des Buchmesse- sowie des Abendprogramms zu unserem kleinen, familiären Verlagsfest bitten. Für ausführlichere Informationen empfehlen wir Ihnen einen regelmäßigen Kalendercheck.

Wir freuen uns auf Sie!
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Herzlich willkommen: Peter Wawerzinek

Wir freuen uns mit Peter Wawerzinek über einen Neuzugang in unserem AutorInnenkollektiv, der nicht nur zahlreiche Stipendien und Preise wie beispielsweise den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen bekam, sondern nicht zuletzt auch ein begnadeter Erzählkünstler ist. Mit seinen beiden überaus ehrlichen wie tiefgreifenden Romanen „Rabenliebe“ sowie „Schluckspecht“ erzielte er beispielsweise große Erfolge. Neben ihm gilt unsere Vorfreude seiner im 4. Quartal bei uns erscheinenden Schweden-Novelle, einem Erzählband, der von seinem Schwedenaufenthalt im Frühjahr diesen Jahres sowie seinen Begegnungen im Norden berichten wird.

Lieber Peter, wir freuen uns, Dich bei uns begrüßen zu dürfen!

Wer Peter Wawerzinek life erleben will, möchte sich bitte den 24. 11. 2018 in der Geraer Theaterfabrik vormerken. Hier liest er gemeinsam mit dem Herausgeber des „Drecksack“-Magazins Florian Günther.
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Vorankündigung Juli 2018: Tami Weissenberg „Darjeeling Pur“

Mit einer kleinen Verspätung wird Mitte Juli 2018 nun Tami Weissenbergs romanhaftes Tagebuch „Darjeeling Pur“ bei uns erscheinen, welches die massiven Gewaltwiderfahrnisse aus seiner damaligen Partnerschaft nachzeichnet und aufzeigt. So sachlich Weissenbergs Sprachwelt ist, so unfassbar ist die von ihm geschilderte Brutalität der vielen Übergriffe, die ihn physisch wie psychisch nicht nur nachhaltig schädigten, sondern auch an den Rande des Selbstmords brachten.

Das Buch, zu dem unlängst ein Interview im „Outscapes“-Magazin #8 erschien, für das erste Lesetermine für den 13. 09. 2018 in der Stadtbibliothek Gera sowie den 22. 11. 2018 in der Stadtbibliothek Greiz bereits feststehen und dessen Coverfotografie Katrin Hetzel anfertigte, ist unter diesem Link vorbestellbar.
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Ab sofort erhältlich: „Symmetrie der Risse“ von Christoph Liedtke

Ab sofort ist mit „Edition Outbird“ #13 Christoph Liedtkes Lyriksammlung „Symmetrie der Risse“ bei uns erhältlich. Christoph Liedtke, Autoren- und Künstlerfreund unseres Romanautoren Axel Kores, jüngst als Teil des Künstlerkollektivs „Rhizon Halle-Leipzig“ im „Outscapes“-Magazin #8 vorgestellt worden, taucht mit seiner Lyrik in das Organische und Universelle ein, ergründet somit die kleinsten Momente wie auch die größten Zusammenhänge in zwangloser, suchender Sprache. Gleich einem Tanz oder Flug, von dem er zu berichten weiß, führen seine Worte einen leichten Federstrich, ohne jedoch die Tiefen des Lebens und Liebens außer acht zu lassen…

Das Buch kann in unserem Onlinestore unter diesem Link bestellt werden. Herzlichen Dank und ein reichhaltiges Lesevergnügen!
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M. Kruppes Vorwort zu Tomas Jungbluths „Kammerflimmern“

Zu Tomas Jungbluths unlängst für Juli angekündigter Novelle „Kammerflimmern„, dieser sprachgewaltigen Erzählung gleich einem Brief zwischen sensibler Liebeserklärung und fasertiefer Trennungsaufarbeitung einer spannungsgeladenen Borderlinebeziehung (Interview erscheint im „Outscapes„-Magazin #9 im September 2018), bedanken wir uns von Herzen bei unserem Autorenfreund M. Kruppe für sein einfühlsames und umsichtiges Lektorat sowie sein Vorwort:

„Noch einen Drink? Ein Bier vielleicht oder einen Whisky, eine Wodka-Cola? Letzteres verabscheue ich ja. Man verfälscht geistige Getränke doch nicht. Ich nehme ein Bier, Herr Jungbluth, auch, wenn ich nur stiller Zeuge Ihres dialogischen Monologes bin. Ach was…. Geben Sie mir einen Laphroaig dazu. Den Älteren bitte… Und zwei, drei Tropfen Wasser bräuchte ich, denn dann kann ich mich einigen Worten widmen, die zu sagen ich bezüglich Ihres Buches nicht umhin komme.

Merken Sie etwas? Beim Lesen haben Sie mich schon eingenommen. So eingenommen, dass ich Ihren Stil dreist kopiere, den Sie hier anwenden. Das kommt, wenn ich von einem Buch überzeugt bin, oder dann, wenn das jeweilige Buch etwas mit mir macht. Ähnlich wie hier ging es mir bislang aber selten.

Ich erinnere mich an die Bücher von Jack Kerouac, die immer eine gewisse Einstiegszeit brauchten, weil sein Schreibstil schon nicht ganz so gewöhnlich war. Ich saß oft im Café und las. Nicht selten störten laute, rücksichtslose Menschen, die meinten, dass der gesamte Raucherbereich ihr ganz privates Refugium sei und entsprechend laut sprachen. Konzentration? Fehlanzeige. Und doch … immer bei Kerouac, wenn ich das Buch weg legte, entspann sich in meinem Kopf plötzlich ein Wortgewitter, wie man es von heißen Sommertagen kennt, wenn aus heiterem Himmel in gefühlter Sekundenschnelle Wolkentürme auftauchen, die sich dann brachial entladen. So schnell hatte ich selten einen Stift zur Hand. Irgendetwas machte dieser Kerouac da mit mir. Unbewusst und vielleicht nicht einmal beabsichtigt.

Das vorliegende Buch ist ebenfalls eins dieser Phänomene und ich weiß nicht recht, ob es an der dichten Legierung von Poesie und Prosa, der Beimischung von lyrischen und auch dieser wissenschaftlichen und spirituellen Denkansätze liegt, die Tomas Jungbluth hier präsentiert, oder an seinen inhaltlichen Niedergängen, dem Ausweiden des eigenen Selbst, dessen, was Fühlen ist und von so vielen Menschen nicht thematisiert wird. Warum auch? Der Mensch hat stark zu sein und keine Mimose. Was ist schon eine Trennung? Etwas Schlimmes? Ach wo… die Frau verlässt dich und du leidest? Jetzt mach‘s aber mal halblang! Such dir irgendeine und nimm sie mit nach Hause… Ablenken ist die Devise. Und hab dich nicht so, dann war sie einfach nichts für dich, hat dich nicht verdient!

Phrasen, die wir alle kennen. Phrasen, die uns allen schon einmal, wie Phrasen nun einmal sind, garstig ins Gesicht peitschten und dabei doch nichts hinterließen.

Was aber ist, wenn ein Mann wirklich einmal eine Trennung seziert? Wirkt er dann weinerlich und schwach? Wirkt er wie eine Mimose, ein zu belächelndes Subjekt? Ich denke, dass recht viele Menschen im offenen Dialog genau das bestätigen würden. Daheim aber dann, wo die Einsamkeit auch manchmal in Gesellschaft ein Berater wird, denken viele, wenn sie ehrlich nur zu sich allein sind, anders darüber.

Natürlich darf man(n) auch Schmerz zulassen. Natürlich ist die vermeintliche Stärke, gerade der männlichen Vertreter unserer so genannten „zivilisierten“ Gesellschaft, nichts anderes als Maskerade und „Getue“. Stark ist, wer nicht fühlt. Was für ein Blödsinn. Stärke ist, was Thomas Jungbluth hier vorlegt. Thematisch, weil er sich über diese Konvention stellt, als Mann über das Fühlen zu schweigen und zum Heulen in den Keller zu gehen. Konzeptionell, weil er keine Rücksicht nimmt auf Personen, die ihn kennen und vielleicht verlachen werden. Und sprachlich, weil sich in seinem Text verschiedene Genres verbinden, die es fast unmöglich machen, das Buch in eine Schublade zu packen. Und allein das macht Kunst aus. Wenn sie nicht definierbar ist, aber anspricht.

Und mich hat sie angesprochen, Herr Jungbluth, sehr sogar. Sie hat mich mitgenommen auf den Trip in ein tief verletztes, in gewissem Sinne fragiles, aber doch auch mächtiges Ich. Und dieser Trip hat viel gezeigt. Sehr viel. Nicht nur das Borderline-ähnliche Selbstverletzen über die Ebene eines Gegenübers, das fast schon nach Masochismus roch, nicht nur die irgendwie nach Ansatzautismus schmeckende Feinfühligkeit, die hier als Hochsensibilität bezeichnet wird, sondern auch, dass wir Menschen uns mehr Mensch sein könnten, wenn wir abkämen von diesem seltsamen Dekret, stark sein zu müssen. Härte erweist sich als gesellschaftlich anerkanntes Muster einer Gemeinschaft, die so nach Weichheit schreit, heimlich… Und sehr, sehr wenige würden es offen zugeben. Vor allem dann, wenn es sich um Männer handelt.

„Mir war ab dem gewissen Point of no Return klar, dass ich dieses Buch schreiben
muss. Wie mir auch klar war, dass es eine harte Reise werden würde. Natürlich
heulte ich gerade am Anfang wie ein Schlosshund. Und natürlich glich es einem
tagelangen Tauchgang. Ich trank viel zu viel beim Schreiben, weil ich nüchtern
kaum eine Stunde Arbeit am Skript aushalten konnte. Und ja, weil da auch mein
emotionaler Wortschatz nur halb so hohen Ladepegel hat, schätze ich. Dabei will
ich weder eine Demontage noch eine Erhöhung, es musste raus aus meinem
Herzen und aus meinen Zellen, diese ganze Geschichte mit Dir, die diese so
einzigartige Bruchkante in meinem Leben darstellt und der Du für mich die
permanente Gefühlsmischung aus erstmaligem Ankommen und latenter
Gefährdung warst.“

Gut, dass Sie dieses Buch geschriebenen haben, dass Sie sich an der Vergangenheit gerieben haben und dabei kaum ein Blatt vor den Mund nahmen, Herr Jungbluth. Gut, dass Sie den Schritt gegangen sind und nun, mit Kammerflimmern Einblick in eine Auseinandernahme, eine Deinstallation einer Dualität geben und damit den LeserInnen sagen: Das, genau das, könntest auch DU sein.“

Das Buch kann bereits jetzt in unserem Onlinestore vorbestellt werden. Herzlichen Dank!

Bildnachweis: Stef Schmidt
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