„Ich neige dazu, den Text als eine Art Karte zu betrachten, mit Markierungen, auf der sich Gebirge von Bezügen und Einflüssen auftun.“ – René Porschen im Interview zu „Kokon“

„Mit „Kokon“ hat der Wahlerfurter René Porschen ein eigenwillig fesselndes Romandebüt jenseits der Genregrenzen veröffentlicht. Wenn man Renés in sich ruhende Art kennenlernt und sich in diesen Stoff einliest, wähnt man sich bald in einer komplexen Anderswelt, in einem organischen Dickicht, einem wimmelnden Mythos, der ob seiner Sprachkraft Faszination auslöst.
Wir wollten mehr von diesem Autoren wissen, der gegenwärtig an seiner Dissertation über Dinosaurier in den Literaturen des 19. und 20. Jahrhunderts arbeitet.

Wenn Du gebeten würdest, in wenigen Worten die Handlung wiederzugeben und auszusagen, was Dein Buch von anderen unterscheidet, was sein literarisches Aroma ausmacht und welche Inspirationen seitens anderer Werke mitschwingen – was würdest Du antworten?

„Kokon“ ist ja an sich recht handlungsarm, muss ich sagen. Es geht um einen Kokon, ein Überbleibsel einer Metamorphose, ein aufgerissenes Außen, das auf einmal mit etwas konfrontiert ist, das er/sie/es nicht kennt: Leben, Bewusstsein, Fragen und Verzweiflung. Der Rest, oder besser: der Kern der Geschichte ist sprachliche Zerstreuung, Konstruktion, Ablenkung, Abzweigung, Sinnführung, Sinnfindung und Sinnverlust; ein Sprechen von „der Welt“, die der Kokon wahrzunehmen glaubt, und die er versucht, sich be-greif-lich zu machen, ihr Geschichte zu geben.

Um die Frage zu beantworten, welche Werke mich am meisten beeinflusst haben:

Eines der ersten Bücher, das ich las, war „Die unendliche Geschichte“. Ich denke, das Buch hat damals schon diesen Drang nach Eskapismus, auch danach, irgendwie etwas besonderes zu sein, in mir geweckt. Das schreibt sich irgendwie in allen Beschäftigungen fort.

Darüber hinaus ist dieser Eskapismus weiter von Arno Schmidts teils recht experimentellen Texten auch sehr gut bedient worden. Ich lese tatsächlich nicht extensiv oder überdurchschnittlich viel, neige jedoch dazu, den Text selbst als organisiertes – wenn auch manchmal konfuses – System zu betrachten. …“

Buch im Verlagsshop: Bitte Cover anklicken.

Das gesamte Interview finden Sie in unserem Onlinemagazin „Outscapes„.

Bildnachweis: Tina Wagner, Edition Outbird
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