Starke Resonanz auf Schweßingers Robinsonaden

Eine erste starke Resonanz auf Michael Schweßingers Italienstories „Robinsonaden vom 40. Breitengrad“ ist uns zugeflogen. Wir freuen uns über die ausgesprochen ausführliche Buchbesprechung des Krimiautoren David Gray in der L-IZ:

„… Wo Wallraffs Klassiker aus den Knochenmühlen der Bonner Republik vor allem von einer aufrechten, hin und wieder in Predigten abfallende Empörung getragen wird, begegnet man in Schweßingers Text vor allem einem abgeklärten, nur unterschwellig flackerndem Zorn über die Zustände, denen er sich in seiner Backstube ausgesetzt sieht. Diese Abgeklärtheit führt ihn zu ungewöhnlichen Einsichten ins Räderwerk einer globalisierten Bespaßungsindustrie, die nicht zynisch daherkommen, auch wenn sich einige so lesen lassen mögen.

[…]

Dabei beurteilt er seine Helden nicht von oben herab. Noch die skurrilste der Figuren, die er aus dem Clubkosmos herausgreift, wirkt authentisch und durch jahrelange Saisonarbeit passend clubstromlinienförmig zurechtgeschliffen für jenes Kunststoffidyll aus stets nachgefülltem Buffet und Guterlaune-Schlagermucke, die Schweßingers Buch vor dem Leser aufbereitet. Dabei bleibt einem hin und wieder das Lachen im Halse stecken.

[…]

Je länger Schweßinger sein Leben zwischen Backstube, muffeligem Angestelltenübernachtungsschließfach und Clubbar fristet, umso schwieriger fällt es ihm, jene Distanz zu den Dingen und Personen zu wahren, die er sich zu Anfang seines Trips vorgenommen hatte. Da nützen selbst die kleinen anarchistischen Verstöße gegen die No-Go-Regeln für Clubmitarbeiter nichts, die er sich in Notwehr gegen die zunehmende Abstumpfung gönnt. Gerade diese Textstellen geben in ihrer Absurdität guten Lesestoff her, weil Schweßinger sie fast im schnodderigen Stil eines hardboiled Detektivromans gestaltet. …“

Vielen herzlichen Dank!

Bildnachweis: David Gray.
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