Frisch eingetroffen: Michael Haas´ „50. Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst“

Druckfrisch ist mit Michael Haas´ episodischem Roman „50. Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst.“ das nunmehr 6. Buch der „Edition Outbird“ erschienen. Mit diesem äußerst lesenswerten, weil ebenso messerscharfen wie unterhaltsamen Buch (gern verweisen wir auf das vor wenigen Tagen veröffentlichte Interview der „Stuttgarter Nachrichten“) schließen wir das ereignisreiche Jahr 2017 ab, um mit frischen Kräften das Jahr 2018 und die bereits zahlreichen Vorplanungen anzugehen.

Auch bei Michael freuen wir uns über eine sehr anregende und angenehme Zusammenarbeit, mit seiner ganz eigenen, feinsinnigen Art bereichert er unseren AutorInnenkreis um einige spannende Facetten mehr.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und selbstverständlich frohsinnige Feiertage.
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Umfassendes Interview zu Michael Haas´ neuem Buch erschienen

Martin Haar, Redakteur der Stuttgarter Nachrichten, hat mit Dr. Michael Haas, dem Autor unserer aktuellen Buchveröffentlichtung, ein langes Interview geführt, das heute publiziert wurde. Michael Haas besitzt profunde Kenntnisse über die menschlichen Wesensmerkmale seiner Generation und schrieb in seiner Zeit als Pressesprecher im Baden-Württembergischen Landtag seinen messerscharfen und ebenso abgründigen wie humorvollen episodischen Roman „50. Licht und Schatten – Männer betrügen Frauen. Frauen betrügen sich selbst.„:

„… Mit Verlaub, die 15 Charaktere, die Sie in Ihrem Buch beschreiben, kommen alles andere als gut weg. Mitunter wirkt es fast grotesk und ein wenig böse.

Sie haben recht, ich neige zur Übertreibung, weil ich weiß, dass nur Stilisierungen helfen, den Charakter einer Generation zu verstehen, die am Scheideweg steht.

In die Depression oder in die Erlösung?

Vielleicht in eine Welt, die frei ist von Zynismus und Unterdrückung.

Im Titel des Buchs behaupten Sie, Männer betrügen Frauen, Frauen betrügen sich selbst. Wie ist das gemeint? Das eine scheint eine Binsenweisheit, das andere überrascht. Auf welchen Selbstbetrug spielen sie an?

Frauen verlieben sich oft in Idealvorstellungen. Männer sind ungleich realistischer und auch viel selbstverliebter. Sich selbst zu ­lieben, sagt der Schriftsteller Oscar Wilde, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze. So schön das klingt, so bitter ist die Einsicht, dass Männer eigene Wünsche selten zurückstellen. Frauen verkennen, bewusst oder unbewusst, das offensichtliche Naturell ihrer Männer. Sie halten an ihnen fest und suchen bei sich die Schuld. Männer sind sehr großzügig dabei, eigene Fehler zu ignorieren. Umso hingebungsvoller kritisieren sie ihre Frauen.

Männer sind demnach ignoranter und ­egozentrischer als Frauen?

Ja, das sind sie, leider. Die Evolutionsbiologie lässt keinen Zweifel daran, dass Männer Begierde mit Liebe verwechseln und den Primaten in sich nur schwer verleugnen können.

Dann ist wenig Hoffnung für uns Männer, oder sehe ich das falsch?

Doch, in jedem Fall. Die Frauen schenken uns jeden Tag die Gewissheit, dass Hoffnung ist – selbst für Männer.

Ist Ihr Buch ein Schlüsselroman?

Ja. …“

Zum kompletten Interview bitte hier entlang.

Bildnachweis: Lichtgut / Max Kovalenko

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Aktuelle Empfehlungen / Besprechungen

Wir dürfen uns an dieser Stelle ebenso hocherfreut wie herzlich beim Berliner Fotograf Marco Fechner sowie dem Ostschweizer Kulturmagazin „Saiten“ für die ausgesprochene Empfehlung zu Frau Kopfs „Brachialromantik“ bzw. Buchbesprechung zu Ralf Bruggmanns „Hornhaut“ bedanken.

„Saiten“ trifft Bruggmanns Sprache sehr genau:

„… Ralf Bruggmann hat ein Flair für Figuren wie diese «Frau ohne Bedeutung» (so der Titel der Kurzgeschichte): für Menschen, die sich flüchtig begegnen, Einsame, die keine Namen tragen, Paare, die sich fremd bleiben, auch wenn sie sich lieben. Die Schauplätze seiner Geschichten sind unbestimmt wie hier: eine Strasse, der Blick aus einem Fenster, ein Schlafzimmer, Innenräume zumeist, selten Landschaften.

[…]

Die Auslöser seiner Szenen sind oft alltäglich – der Blick in die Kaffeetasse wie in der Geschichte «Enten töten», das Abspulen einer alten Kassette wie in «Mixtape», ein Fleck an der Zimmerdecke in «Vielleicht ein Tiger». Daran aber entzündet sich in wenigen Sätzen ein Drama: der Schreck über das Altwerden, die Leere in der Beziehung, Trennungen, ein verpasstes Leben. …“

Mehr dazu gibt es unter diesem Link.

Bildnachweis: Marco Fechner
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